āśvinam ajam ālabheta sārasvatīṃ meṣīm aindram ṛṣabhaṃ vā vṛṣṇiṃ vā
Dem Aśvin-Paar (geweiht) soll man einen Ziegenbock darbringen, der Sarasvatī ein Mutterschaf, dem Indra einen Stier oder einen Widder [?] —
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 12
āśvinam ajam ālabheta sārasvatīṃ meṣīm aindram ṛṣabhaṃ vā vṛṣṇiṃ vā
Dem Aśvin-Paar (geweiht) soll man einen Ziegenbock darbringen, der Sarasvatī ein Mutterschaf, dem Indra einen Stier oder einen Widder [?] —
evam eva vapābhiś caranti
so eben verfahren sie mit den Fettnetzen (vapā).
yad aindrī vapānām uttamā bhavati
Dass die Indra-Vapā unter den Vapās die letzte ist,
indra evāsmim̐s tad adhibhavati
dadurch gewinnt Indra hierbei die Oberhand.
yat pracaranta aindreṇa punaḥ prathamena pracaranti
Dass sie, wenn sie (die Opferhandlung) vollziehen, wieder mit dem Indra-(Opfer) als erstem verfahren,
indram eva tat punar ālabdha
so ist es eben Indra, der wiederum dargebracht wird,
sendratvāya
damit (das Opfer) mit Indra verbunden sei.
yad āśvinas
Dass ein Aśvin-(Tier) (dabei ist):
aśvinau hy abhiṣajyatām
die beiden Aśvin sind ja die Ärzte, (also) sollen sie heilen;
yat sārasvatī
dass ein Sarasvatī-(Tier) (dabei ist):
vāg vai sarasvatī
Sarasvatī ist ja die Rede;
vācy eva pratitiṣṭhati
in der Rede eben findet er Stand.
aindrī vapānām uttamā bhavati
Die Indra-Vapā ist unter den Vapās die letzte;
aindraḥ puroḍāśānāṃ prathamas
der Indra-Opferkuchen ist unter den Opferkuchen (puroḍāśa) der erste.
vīryaṃ vā indras
Indra ist ja die Manneskraft;
vīrya evainam abhisaṃdhattaḥ
mit Manneskraft eben verbinden ihn (die Opfernden) beiderseits [?].
prasavāyaiva sāvitro nirvaruṇatvāya
Zur Antreibung eben dient der Savitṛ-(Opferkuchen), damit er frei von Varuṇa sei.
vāruṇas
Der Varuṇa-(Opferkuchen):
madhyato hy eṣa varuṇagṛhītaḥ
in der Mitte nämlich ist dieser von Varuṇa ergriffen;
paścād vā eṣā sṛṣṭā pratīcīnaśīrṣṇī
hinten ist diese (Surā) erschaffen worden, mit nach rückwärts gewandtem Kopf [?].
yad upariṣṭātpuroḍāśā bhavanti
Dass oben (darüber) Opferkuchen sind,
apihityā evācchidratvāya
das ist eben zur Verschließung, damit (das Opfer) ohne Lücke sei.
saha samavattaṃ bhavati
Zusammen wird (der Anteil) abgeschnitten [?];
saheḍām upahvayante
zusammen rufen sie die Iḍā (Opferspeise) herbei [Anm.: upahava, Anrufung der Iḍā, des Opferanteils der Priester].
sam̐hityā eva
Zur Verbindung eben,
atho iḍāyā avidohāya ‖
und damit die Iḍā nicht ausgemolken (erschöpft) werde. ‖
yad vai sautrāmaṇyāvyṛddhaṃ tad asyās samṛddham
Was bei der Sautrāmaṇī verfehlt ist, das ist bei dieser (Opferhandlung) gelungen:
yad anyadevatyāḥ paśavo bhavanti
dass die Opfertiere anderen Gottheiten geweiht sind,
anyadevatyāḥ puroḍāśās
(und) die Opferkuchen anderen Gottheiten geweiht sind.
etad vā asyā vyṛddham̐ sad atha samṛddham
Dies ist bei ihr zwar verfehlt, (und) doch gelungen;
nānaivaitair vīryāṇy avarunddhe
getrennt eben gewinnt er durch diese (Gottheiten) die Kräfte (vīrya).
ardhaṃ vai prajāpater dhairyam āsīd ardhaṃ mālvyam
Die eine Hälfte des Prajāpati war Standhaftigkeit (dhairya), die andere Hälfte Bosheit [?] (mālvya) [Anm.: Deutung von dhairya und mālvya unsicher].
yad dhairyam āsīt tat purastāt paryaharata
Was Standhaftigkeit war, das trug er vorn herum (nach vorn).
somo vāva sa
Das war eben der Soma.
tato brāhmaṇam asṛjata
Daraus schuf er den Brahmanen.
tasmād brāhmaṇas sarvo brahmābhi dhīras
Daher ist der Brahmane ganz und gar dem heiligen Wort (brahman) zugewandt, besonnen.
yan mālvyam āsīt tat paścāt paryauhata
Was Bosheit war, das schob er nach hinten.
surā vāva sā
Das war eben die Surā.
tato rājanyam asṛjata
Daraus schuf er den Rājanya (Fürsten).
tasmāj jyāyām̐ś ca kanīyām̐ś ca snuṣā ca śvaśuraś ca surāṃ pītvā saha lālapata āsate
Daher sitzen der Ältere und der Jüngere, die Schwiegertochter und der Schwiegervater, wenn sie Surā getrunken haben, zusammen und lallen [?].
pāpmā vai mālvyam
Das Übel (pāpman) ist ja die Bosheit.
tasmād brāhmaṇas surāṃ na pibati pāpmanā net sam̐sṛjyā iti
Daher trinkt der Brahmane keine Surā, (denkend): „Ich möchte mich nicht mit dem Übel vermischen.“
tad etat kṣatriyāya brāhmaṇaṃ brūyāt
Dies soll man dem Kṣatriya als Brāhmaṇa-Erklärung sagen:
nainam̐ surā pītā hinasti ya evaṃ vidvān surāṃ pibati
Die getrunkene Surā schädigt den nicht, der, so wissend, Surā trinkt.
prajāpater vā eṣā tanūs
Dies ist ja der Leib des Prajāpati;
vīryaṃ prajāpatir
Prajāpati ist die Manneskraft;
vīryam evāsmin dadhāti ‖
Manneskraft eben legt er in ihn (den Opferherrn). ‖