dūtaṃ vo viśvavedasam̐ havyavāham amartyam |
Den Boten für euch, den Allwissenden, den Opfergutträger, den Unsterblichen,
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 12
dūtaṃ vo viśvavedasam̐ havyavāham amartyam |
Den Boten für euch, den Allwissenden, den Opfergutträger, den Unsterblichen,
yajiṣṭham ṛñjase girā ‖
den besten Opferer, will ich mit dem Lied gewinnen (preisen) [?]. ‖
sa hi vedā vasudhitiṃ mahām̐ ārodhanaṃ divaḥ |
Denn er kennt die Gütersammlung, der Große, den Aufstieg zum Himmel;
sa devām̐ eha vakṣati ‖
er wird die Götter hierher fahren. ‖
sa veda deva ānamaṃ devām̐ ṛtāyate dame |
Er kennt, der Gott, die Verneigung; die Götter, die zur Ordnung (ṛta) streben, (führt er) im Haus,
dāti priyāṇi cid vasu ‖
er gibt auch liebe Güter. ‖
sa hotā sed u dūtyaṃ cikitvām̐ antarīyate |
Er ist der Hotṛ, und er versieht wissend das Botenamt, geht dazwischen hin und her;
vidvām̐ ārodhanaṃ divaḥ ‖
der den Aufstieg zum Himmel kennt. ‖
te syāma ye agnaye dadāśur havyadātibhiḥ |
Wir möchten von denen sein, die dem Agni mit Opfergaben-Gaben gedient haben,
ya īṃ puṣyanta indhate ‖
die ihn nähren (und) entzünden. ‖
te rāyā te suvīryais sasavām̐so viśṛṇvire |
Diese sind, mit Reichtum, mit Heldenkraft, als Gewinner weithin berühmt geworden,
ye agnā dadhire duvaḥ ‖
die dem Agni Verehrung dargebracht haben. ‖
abhi tvā śūra nonumas
Auf dich zu, Held, rufen wir laut,
tvām id dhi havāmahe ‖
denn dich eben rufen wir an. ‖
yad dyāva indra te śatam̐ śataṃ bhūmīr uta syuḥ |
Wenn, Indra, hundert Himmel und hundert Erden dir gehörten,
na tvā vajrin sahasram̐ sūryā anu na jātam aṣṭa rodasī ‖
so reichten dir, Keulenträger, nicht tausend Sonnen gleich, nicht die Geborene [?] – auch nicht die beiden Welten. ‖
bodhā su me maghavan vācam emāṃ yāṃ te vasiṣṭho arcati praśastim |
Achte gut, Maghavan, auf dieses mein Wort, das Lob, das dir Vasiṣṭha singt;
imā brahma sadhamāde juṣasva ‖
diese heiligen Worte (brahman) genieße beim gemeinsamen Zechen. ‖
tā asya namasā sahas
Diese (Wasser?) (sind) seiner Verneigung, der Kraft [Anm.: Anfangsworte (pratīka) eines Verses; Deutung unsicher] [?].
revatīr nas
Reich(e) (seien) uns [Anm.: pratīka eines Verses].
imaṃ me varuṇa
Diesen meinen (Ruf), Varuṇa [Anm.: pratīka eines Verses].
tat tvā yāmi ‖
Dies erbitte ich von dir [Anm.: pratīka eines Verses]. ‖
radat patho varuṇas sūryāya prārṇām̐si samudriyā nadīnām |
Varuṇa hat der Sonne Wege gegraben, die zum Meer gehenden Fluten der Ströme;
sargo na sṛṣṭo arvatīr ṛtāyañ cakāra mahīr avanīr ahabhyaḥ ‖
wie ein losgelassener Schuss (Sturzflut) den Rossen gleich, die zur Ordnung eilen, machte er die großen Flussläufe für die Tage [?]. ‖
pra samrāje bṛhad arcā gabhīraṃ brahma priyaṃ varuṇāya śrutāya |
Dem Allherrscher, dem berühmten Varuṇa, sing hoch ein tiefes, liebes heiliges Wort;
vi yo jaghāna śamiteva carmopastire pṛthivīm̐ sūryāya ‖
der wie ein Schlächter die Haut (ausbreitet), die Erde für die Sonne als Unterlage ausgebreitet hat [?]. ‖
upem asṛkṣi vājayur vacasyāṃ cano dadhīta nādyo giro me |
Ich habe (dies) hervorgebracht, gewinnbegierig, wie eine Rede (?); die Ströme sollen Gefallen an meinen Liedern finden [?];
apāṃ napād āśuhemā kuvit sa supeśasas karoti joṣiṣad dhi ‖
Apām Napāt, der schnell Antreibende [?]: gewiss macht er (sie) wohlgestaltet; er wird ja Gefallen haben. ‖
imam̐ sv asmai hṛda ā sutaṣṭaṃ mantraṃ vocema kuvid asya vedat |
Diesen im Herzen gut gezimmerten Spruch (mantra) wollen wir ihm sagen; vielleicht nimmt er ihn wahr;
apāṃ napād asuryasya mahnā viśvāny aryo bhuvanā jajāna ‖
Apām Napāt hat durch die Größe seiner Asura-Macht alle Wesen als Herr erzeugt. ‖
āpo revatīḥ ‖
Ihr Wasser, ihr reichen [Anm.: pratīka eines Verses]. ‖
āpaḥ pṛṇīta bheṣajaṃ varūthaṃ tanve mama |
Ihr Wasser, füllt (mir) Heilmittel (und) Schutz für meinen Leib,
jyok ca sūryaṃ dṛśe ‖
und dass ich lange die Sonne sehe. ‖
iti śrīyajuṣi kāṭhake carakaśākhāyām iṭhimikāyāṃ payassthānakaṃ nāma dvādaśaṃ saṃpūrṇam ‖
Kolophon: So ist im heiligen Yajus, in der Kāṭhaka-(Saṃhitā), in der Caraka-Schule, im Abschnitt Iṭhimikā, das zwölfte, Payassthānaka genannte (Sthānaka) vollendet. ‖