Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 12

Anuvāka 13 Der Mythos von Svarbhānu und der Aditi-Kuh, Opfertiere für Aditi, Sarasvatī, Ūrj, Soma-Pūṣan und Vāyu je nach Wunsch.

svarbhānur vā āsuras sūryaṃ tamasāvidhyat

Svarbhānu, der Asura, durchbohrte die Sonne mit Finsternis.

tasmād devās tamo 'pālumpan

Da rissen die Götter die Finsternis von ihr weg [?].

yat prathamam apālumpan sāviṣ kṛṣṇābhavat

Was sie zuerst wegrissen, das wurde dunkel [?].

yad dvitīyam̐ sā phalgus

Was das zweite, das wurde die Fahle (phalgu) [?].

yat tṛtīyam̐ sā balakṣī

Was das dritte, das wurde die Weiße (balakṣī) [?].

yad adhyasthād apālumpan sāvir vaśābhavad

Was sie vom Knochen (?) wegrissen, das wurde eine unfruchtbare Kuh (vaśā) [?],

atha vā iyaṃ tarhy ṛkṣālomakāsīt

da war diese (Erde) damals kahl, ohne Haar [?].

tāṃ devā adityai kāmāyālabhanta

Diese brachten die Götter für Aditi zur Wunscherfüllung dar.

tayāsyāṃ lomāny arohayan

Durch sie ließen sie auf dieser (Erde) Haare wachsen.

tato vā iyaṃ lomāny agṛhṇāt

Darauf nahm diese (Erde) Haare an.

tām etām evam ālabhetādityai kāmāya

Diese soll man auf solche Weise für Aditi zur Wunscherfüllung darbringen.

yam eva kāmaṃ kāmayate tam̐ spṛṇoti

Welchen Wunsch er auch wünscht, den erfüllt er sich.

amuto vā ādityasyārvāṅ raśmir avātiṣṭhac cātvālam abhi

Von dort (vom Himmel) stand ein Strahl der Sonne herab, auf die Opfergrube (cātvāla) zu [?].

tad ime mithunam̐ samabhavatām̐ sāvir vaśābhavat

Da wurden diese beiden (Himmel und Erde) ein Paar; sie (die Erde?) wurde eine Vaśā-Kuh [?].

atha vā imās tarhy aphalā oṣadhaya āsan

Damals nun waren diese Pflanzen ohne Frucht.

tāṃ devā ādityebhyaḥ kāmebhya ālabhanta

Diese brachten die Götter den Āditya-Wünschen dar.

tayā su phalam agrāhayan

Durch sie ließen sie (die Pflanzen) Frucht ergreifen.

tato vā imāḥ phalam agṛhṇan

Darauf nahmen diese Frucht an.

te ete evam ālabheta

Diese beiden soll man so darbringen:

adityā anyāṃ kāmāyādityebhyo 'nyāṃ kāmebhyas

die eine für Aditi zur Wunscherfüllung, die andere für die Ādityas zu (den) Wünschen.

ubhābhyām eva sṛṣṭibhyāṃ kāmāyālabhate

Mit beiden Schöpfungen eben bringt er es zur Wunscherfüllung dar.

sārasvatīṃ meṣīm ālabheta yasmād vāg apakrāmet

Ein Sarasvatī-Mutterschaf soll man darbringen, von dem die Rede weggeht (der die Rede versagt).

sarasvaty etasmād apakrāmati yasmād vāg apakrāmati

Sarasvatī geht von dem weg, von dem die Rede weggeht.

vācam eva samakṣam āptvāvarunddhe

die Rede eben erlangt er unmittelbar vor Augen und gewinnt sie zurück.

apannadatī bhavati

Es ist eines, dem die Zähne ausgefallen sind [?].

yas tretānām uttamo jāyeta tam ūrja ālabheta

Wer als letzter von Drillingen (?) geboren wird, für den soll man (ein Tier) der Ūrj (Kraft, Nahrung) darbringen [?].

nānā vā etau stanā abhijāyete

Getrennt entstehen diese beiden Euter [?];

athaiṣa ūrjam evābhijāyate

nun aber entsteht dieser eben zur Kraft hin.

ūrjam evaitenāptvāvarunddhe

Kraft eben erlangt er dadurch und gewinnt sie.

audumbaro yūpo bhavati

Der Opferpfahl (yūpa) ist aus Udumbara-Holz.

devā vai yatrorjaṃ vyabhajanta tata udumbaro 'jāyata

Als die Götter die Kraft (ūrj) verteilten, da entstand der Udumbara.

etam eva saumāpauṣṇam ālabheta prajākāmo vā paśukāmo vā

Eben dieses Soma-Pūṣan-Tier soll darbringen, wer Nachkommen oder wer Vieh wünscht.

soma evāsmai reto dadhāti pūṣā prajanayati

Soma legt ihm den Samen ein, Pūṣan zeugt.

vindate prajāṃ vā paśūn vā yatarasmai kāmāyālabhate

Er findet Nachkommen oder Vieh, je nachdem, für welchen Wunsch er darbringt.

vāyave śvetam ajam ālabheta bubhūṣan

Dem Vāyu soll einen weißen Ziegenbock darbringen, wer zu Wohlstand kommen will.

vāyur vai devānāṃ kṣepiṣṭhas

Vāyu ist ja unter den Göttern der schnellste.

tam eva bhāgadheyenopadhāvati

Ihn eben sucht er mit seinem Anteil (bhāgadheya) auf.

sa enam āśiṣṭham̐ śriyam abhipraṇayati

Der führt ihn zum nächsten (ihm zunächst liegenden) Glück [?].

sa evainam̐ śriyam abhipraṇayati ‖

Er eben führt ihn zum Glück hin. ‖

sa eṣa ācopaca uta puṇyo bhavaty uto yatheva tatheva

Dieser wird zu einem, der (Speise) heranträgt und aufhäuft [?], und zu einem Glücklichen, oder er ist so wie eben zuvor [?].

vāyave niyutvate śvetam ajaṃ piplukarṇam ālabheta sajātakāmas

Dem Vāyu Niyutvant soll einen weißen Ziegenbock mit fleckigem Ohr [?] darbringen, wer Stammesgenossen (sajāta) wünscht.

vāyuṃ vā imāḥ prajā nasyotā itthaṃ cetthaṃ cānucaranti

An Vāyu wie an einer Nasenleine gezogen, folgen diese Geschöpfe so und so.

prāṇo vāyus

Vāyu ist der Lebenshauch (prāṇa),

vāyur devānāṃ viśas

Vāyu ist unter den Göttern das Volk (viś).

netā niyuto devānāṃ viśas

Führer sind die Niyut-Gespanne, unter den Göttern das Volk.

tam eva bhāgadheyenopadhāvati

Ihn eben sucht er mit seinem Anteil auf.

so 'smai viśaṃ ninayati

Der führt ihm das Volk zu.

ārambhaṇam eva kurute

einen Anhaltspunkt (Griff) eben schafft er sich,

anirmārgāya

damit (das Volk) nicht abgestreift (weggewischt) werde [?].

vāyave śvetam ajam ālabheta kāmebhyas

Dem Vāyu soll einen weißen Ziegenbock darbringen, wer Wünsche hat (zur Erfüllung von Wünschen).

aṇu vā eṣa kāmayate yaḥ kāmayate

Gering (fein) wünscht dieser, der wünscht [?].

vāyur devānām aṇv anuvāti

Vāyu weht unter den Göttern fein hinterher [?].

tam eva bhāgadheyenopadhāvati

Ihn eben sucht er mit seinem Anteil auf.

so 'sya kāmān anuvāti ‖

Der weht seinen Wünschen nach (erfüllt sie). ‖