devā vā oṣadhīṣu pakvāsv ājim ayus
Als die Pflanzen reif waren, liefen die Götter um die Wette.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 12
devā vā oṣadhīṣu pakvāsv ājim ayus
Als die Pflanzen reif waren, liefen die Götter um die Wette.
sa indro 'ved agnir vā ujjeṣyatīti
Indra dachte: „Agni wird wohl siegen.“
so 'bravīd yataro nā ujjayāt tan nau saheti
Er sprach: „Wer von uns beiden siegt, dies (Gewonnene) sei uns gemeinsam.“
so 'gnir eva pūrva udajayat
Agni eben siegte zuerst.
tad indro 'nūdajayat
Indra siegte danach nach.
tasmād āgnendram aindrāgnaṃ kāryam
Darum ist (das Opfer) an Agni und Indra bzw. Indra und Agni zu bereiten.
agnir hi pūrva udajayat
Denn Agni siegte zuerst,
tad indro 'nūdajayat
Indra siegte danach nach.
abhijityā evāgrāyaṇam
Der Āgrāyaṇa dient dem Sieg.
dvādaśakapālo bhavati
Es ist ein Kuchen auf zwölf Schalen;
saṃvatsarād dhy etad adhibhavati
denn dies überwältigt vom Jahr her [?].
saptadaśa sāmidhenyo bhavanti
Es sind siebzehn Sāmidhenī-Verse;
saṃvatsarād dhy etad adhibhavati
denn dies überwältigt vom Jahr her [?].
ekā vai tarhi vrīheś śnuṣṭir āsīd ekā yavasyaikā māṣasyaikā tilasya
Damals war nur eine einzige Ähre (?) vom Reis, eine von der Gerste, eine von der Bohne, eine vom Sesam [?].
te viśve devā abruvan bhāgo no 'stu vayam idaṃ prathayiṣyāma iti
Diese Allgötter sprachen: „Ein Anteil soll uns sein; wir wollen dies ausbreiten.“
tebhya etaṃ bhāgam akurvan
Für sie machten sie diesen Anteil.
tato vā idam aprathata bhūmne
Daraufhin breitete sich dies aus, zur Fülle.
vaiśvadevaḥ
Er (der Anteil) gehört den Allgöttern.
prathayaty evaitena
Er breitet damit (das Getreide) eben aus.
payasi bhavati
Er wird in Milch bereitet,
vaiśvadevatvāya
damit er allen Göttern gehöre;
vaiśvadevam̐ hi payas
denn die Milch gehört allen Göttern.
atha vā iyam abravīn mayi vā etad adhy asau vṛṣṭyā pacati nāv ābhyām ṛta ujjeṣyatheti
Sodann sagte diese (Erde): „Auf mir wird dies gekocht, jene (der Himmel) kocht es durch Regen; ohne uns beide werdet ihr nicht siegen.“
tābhyām etaṃ bhāgam akurvan
Für diese beiden machten sie diesen Anteil.
ekakapālam
Ein Kuchen auf einer Schale,
pratiṣṭhityai
zum festen Stand.
dyāvāpṛthivyam
Er gehört Himmel und Erde.
grāmyā vā anyā oṣadhaya āraṇyā anyās
Die einen Pflanzen sind Dorfpflanzen, die anderen Waldpflanzen;
tā asyaitenobhayīr eṣṭā bhavanti
diese beiderlei sind ihm damit erstrebt (dargebracht).
soma oṣadhīnām adhirājas
Soma ist der Oberkönig der Pflanzen;
tasyaiṣa uddhāro yad akṛṣṭapacyam
dies ist sein herausgenommener Teil, nämlich was ungepflügt reift.
uddhāra evāsya
Der herausgenommene Teil eben ist von ihm;
eṣa bhāga eva
dies ist eben (sein) Anteil.
yad āraṇyaṃ tasyaitenāgraṃ kriyate
Was Wildwachsendes ist, dessen Erstling wird hiermit dargebracht;
yat phālakṛṣṭaṃ tasyetareṇa
was pflugbestellt ist, dessen mit dem anderen.
vatsaḥ prathamajo dakṣiṇā
Ein erstgeborenes Kalb ist der Opferlohn;
reta eva hy eṣo 'prajātaḥ
denn dieses ist noch nicht (zur Nachkommenschaft) geboren, eben Same;
prajananāya
zur Zeugung.
sarvasmai vā eṣo 'bhiṣicyate yad āgrāyaṇam
Der Āgrāyaṇa wird für alles geweiht (besprengt).
rājasūye bhavati
Er findet im Rājasūya statt;
annam evāvarunddhe
Speise eben gewinnt er für sich.
tad asya svaditam iṣṭaṃ bhavati
Das wird für ihn wohlschmeckend gemacht und gebührend geopfert.
ānīto vā eṣa devānāṃ ya āhitāgnis
Der, der das Feuer eingesetzt hat, ist ja zu den Göttern hingeführt;
adanty asyānnam
sie essen seine Speise.
yad aniṣṭvāgrāyaṇena navasyāśnīyād devānāṃ bhāgaṃ pratikḷptam adyād ārtim ārchet
Wenn er vom Neuen äße, ohne mit dem Āgrāyaṇa geopfert zu haben, so äße er den den Göttern zugeteilten Anteil und geriete in Unheil.
tasmān nāniṣṭvāgrāyaṇena navasyāśitavyam
Darum soll man vom Neuen nicht essen, ohne mit dem Āgrāyaṇa geopfert zu haben.
etena vai devā agraṃ paryāyan
Hiermit gelangten die Götter zur Spitze.
tad āgrāyaṇasyāgrāyaṇatvam
Darin liegt das Wesen des Āgrāyaṇa (Spitzen-Opfers).
agram eva samānānāṃ paryeti ya evaṃ vidvān āgrāyaṇena yajate ‖
Zur Spitze unter seinesgleichen gelangt, wer so wissend mit dem Āgrāyaṇa opfert.