Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 13

Anuvāka 1 Verschiedene Tieropfer mit Ziegen: für Brahmaglanz, gegen Verrat, für alle Wünsche, und Bestimmungen über Opferlohn und Verse.

tisro 'jāś śvetā malhā garbhiṇīr ālabheta brahmavarcasakāma āgneyīṃ vasantā saurīṃ grīṣme bārhaspatyām̐ śaradi

Drei weiße, trächtige Ziegen (malhā [?]) soll man opfern, wer Brahmaglanz wünscht: die für Agni im Frühling, die für Sūrya im Sommer, die für Bṛhaspati im Herbst.

yad āgneyī

Dass (es) die für Agni (ist) —

mukhata eva tayā tejo dhatte

am Mund setzt er durch sie Glanz ein.

yat saurī

Dass (es) die für Sūrya (ist) —

madhyata eva tayā rucaṃ dhatte

in der Mitte setzt er durch sie Lichtglanz ein.

yad bārhaspatyā

Dass (es) die für Bṛhaspati (ist) —

upariṣṭād eva tayā brahmavarcasaṃ dhatte

oben setzt er durch sie Brahmaglanz ein.

saṃvatsaraṃ paryālabhyante

Ein Jahr hindurch werden sie nacheinander geopfert.

vīryaṃ vai saṃvatsaras

Das Jahr ist ja Manneskraft;

saṃvatsaram eva vīryam āpnoti

das Jahr, die Manneskraft, erlangt er.

ruca eva tad rūpam

das ist die Gestalt des Lichtglanzes.

indriyaṃ vai garbhas

Die Leibesfrucht ist ja Sinneskraft (indriya);

indriyam evāvarunddhe

Sinneskraft gewinnt er damit für sich.

tisro malhā garbhiṇīr ālabheta yaṃ paryamyur vāyavyām̐ śvetām̐ sārasvatīṃ meṣīm ādityām ajām adhīrāmāṃ meṣīṃ vā

Drei trächtige malhā [?] soll man opfern für den, den man (mit Rede) umringt hat [?]: eine weiße für Vāyu, ein Mutterschaf für Sarasvatī, eine Ziege für die Āditya-Göttin (Aditi), (nämlich) eine nicht dunkle [?], oder (dafür) ein Mutterschaf.

manasā vā eta etaṃ paryamanti

Mit dem Geist umringen ihn ja diese [?].

manasaivaiṣāṃ manām̐si śamayati

mit dem Geist beruhigt er ihre Gemüter.

vācā vā eta etaṃ paryamanti

Mit der Rede umringen ihn ja diese.

yat sārasvatī

dass (es) die für Sarasvatī (ist) —

vācaivaiṣāṃ vācam̐ śamayati

mit der Rede beruhigt er ihre Rede.

apratiṣṭhito vā eṣa yaṃ paryamanti

Ohne festen Stand ist ja der, den sie umringen.

anapimantro vā eṣa eteṣu yaṃ paryamanti

Ohne Zuspruch (apimantra [?]) ist ja der unter diesen, den sie umringen.

vāco mantro garbhas

Die Leibesfrucht ist der Spruch der Rede;

yad garbhiṇīs

dass (die Tiere) trächtig (sind) —

vāca evainaṃ garbham akar

aus der Rede hat er ihn zur Leibesfrucht gemacht,

apimantram enaṃ karoti

er macht ihn (so) zu einem mit Zuspruch Versehenen [?].

apa vā etasmād indriyaṃ krāmati yaṃ paryamanti

Von dem weicht ja die Sinneskraft fort, den sie umringen.

yad garbhiṇīs

dass (die Tiere) trächtig (sind) —

indriyam evāvarunddhe

Sinneskraft gewinnt er damit für sich.

agnaye vaiśvānarāya kṛṣṇam petvam ālabheta yas samāntam abhidruhyed yo vābhidudrukṣet

Für Agni Vaiśvānara soll man einen schwarzen Widder (petva) opfern, wer einem Gleichgestellten Schaden zugefügt hat oder Schaden zufügen will.

saṃvatsaro vā agnir vaiśvānaras

Das Jahr ist ja Agni Vaiśvānara.

saṃvatsarāyaiṣa samamate yas samamate

Gegen das Jahr verfehlt sich der, der sich verfehlt [?].

saṃvatsaram evāptvā kāmam avaruṇam abhidruhyati

Nachdem er das Jahr erlangt hat, schadet er dem Wunsch(-gegner) nur noch ungehindert [?].

prājāpatyam ajaṃ tūparaṃ viśvarūpam ālabheta sarvebhyaḥ kāmebhyaḥ

Einen für Prajāpati bestimmten, hornlosen [?] gescheckten Ziegenbock soll man opfern für alle Wünsche.

yoner eva prajāyate

aus dem Schoß wird er (neu) geboren.

tam eva bhāgadheyenopadhāvati

ihn geht er mit dem Anteil an.

so 'smai sarvān kāmān prayacchati

Der gewährt ihm alle Wünsche.

aśvasyeva vā etasya śiro gardabhasyeva karṇau puruṣasyeva śmaśrūṇi gor iva pūrvau pādā aver ivāparau śuna iva lomāni

Wie das eines Rosses ist ja sein Kopf, wie eines Esels die Ohren, wie eines Mannes der Bart, wie eines Rindes die Vorderfüße, wie eines Schafes die Hinterfüße, wie eines Hundes das Haar.

etāvanto vai grāmyāḥ paśavas

So viele sind ja die Haustiere;

tān evaitenāptvāvarunddhe

diese erlangt er damit und gewinnt sie für sich.

dvādaśa dhenavo dakṣiṇā tārpyaṃ hiraṇyam adhīvāsaḥ

Zwölf Milchkühe sind der Opferlohn (dakṣiṇā), ein Gewand aus tārpya-Stoff [?], Gold, ein Obergewand.

prajāpater yās sāmidhenyas tās sāmidhenyaḥ

Die Sāmidhenī-Verse (Verse zum Entzünden), die dem Prajāpati gehören, sind die Sāmidhenī-Verse.

prajāpater yā āpriyas tā āpriyas

Die Āprī-Verse, die dem Prajāpati gehören, sind die Āprī-Verse;

hiraṇyagarbhavatyāghāras

der Āghāra (Guss der Butter) mit dem Vers „hiraṇyagarbha“;

etasya sūktasya yājyānuvākye

Opferruf- und Einladungsvers (yājyā und anuvākyā) sind aus diesem Lied.

etena ha vā upaketū rarādha

Mit diesem hatte Upaketu ja Erfolg.

ṛdhnoti ya etena yajate

Erfolg hat, wer mit diesem opfert.

dvādaśadhā ha tvai sa prāśitrāṇi parijahāra

In zwölf Teile, heißt es, trug er die Prāśitra-Anteile herum.

tatra dvādaśadvādaśa dhenūr dadau

Dabei gab er je zwölf Milchkühe.

yat tārpyaṃ hiraṇyam adhīvāsam

Dass (er) ein tārpya-Gewand, Gold (und) ein Obergewand (gibt) —

aparimitam eva tenāvarunddhe ‖

damit gewinnt er Unbegrenztes für sich.