ime vai sahāstām
Diese beiden [Himmel und Erde] waren einst beisammen.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 13
ime vai sahāstām
Diese beiden [Himmel und Erde] waren einst beisammen.
te vāyur vyavāt
Vāyu wehte zwischen sie hinein.
te garbham adadhātām
Da legten sie beide einen Keim.
tato 'jā vaśājāyata
Daraus wurde die Ziege (vaśā) geboren.
tām agnir agrasata
Agni verschlang sie.
tāṃ prajāpatir etena puroḍāśena nirakrīṇāt
Prajāpati kaufte sie mit diesem Puroḍāśa [Opferkuchen] los.
yad āgneyaḥ puroḍāśo bhavati
Dass ein Puroḍāśa für Agni dabei ist,
niṣkrītyai
(ist) zur Loskaufung.
yad vāyur vyavāt tasmād vāyavyā
Weil Vāyu dazwischenwehte, darum (ist eine Gabe) für Vāyu;
yad dyāvāpṛthivī garbham adadhātāṃ tasmād dyāvāpṛthivyā
weil Himmel und Erde den Keim legten, darum (eine) für Himmel und Erde.
ime vai sahāstām
Diese beiden waren einst beisammen.
te yathā veṇū saṃdhāvyete evam̐ samadhāvyetām
Wie zwei Rohre [?] zusammenlaufen, so liefen sie zusammen.
sā yā vāg āsīt sājā vaśābhavat
Was dort die Rede war, die wurde die Ziege (vaśā).
tasmāt sārasvatī bhavati
Darum gibt es (eine Gabe) für Sarasvatī.
asau vā āditya ime abhyakrandat
Jener Āditya brüllte diese beiden an.
te garbham adadhātām
Sie beide legten einen Keim.
tato 'jā vaśājāyata
Daraus wurde die Ziege (vaśā) geboren.
tasmāt saurī bhavati
Darum gibt es (eine Gabe) für Sūrya.
vāyavyām ālabheta bubhūṣan
Wer gedeihen will, soll die (Ziege) für Vāyu darbringen [zum Opfer ergreifen].
kṣiprā devatājiraṃ bhūtim upaiti
Rasch gelangt er, da die Gottheit schnell ist, zum Gedeihen.
dyāvāpṛthivyām ālabheta kṛṣim avasyan
Die für Himmel und Erde soll darbringen, wer den Ackerbau beginnen will.
pratiṣṭhā vā etasmā eṣṭavyā yaḥ kṛṣim avasyati
Denn festen Stand ist für den zu erstreben, der den Ackerbau beginnt.
yad dyāvāpṛthivyā
Dass es die für Himmel und Erde ist:
dyāvāpṛthivyor eva pratitiṣṭhati
so fasst er festen Stand in Himmel und Erde.
varṣuko 'smai parjanyo bhavati
Regenspendend wird ihm Parjanya.
tām etāṃ kaṇvās sauśravasā vidus
Diese kennen die Kaṇva und die Sauśravasa.
sārasvatīm ālabheta yasmād vāg apakrāmet
Die Sārasvatī soll darbringen, von dem die Rede weggeht.
vāg vai sarasvatī
Sarasvatī ist ja die Rede.
sarasvaty etasmād apakrāmati yasmād vāg apakrāmati
Sarasvatī geht von dem weg, von dem die Rede weggeht.
yat sārasvatī
Dass es die Sārasvatī ist:
vācam evāvarunddhe
so gewinnt er die Rede zurück.
tām etāṃ garbhāḥ prāvareyā vidus
Diese kennen die Garbha und die Prāvareya.
saurīm ālabheta rukkāmas
Die Saurī soll darbringen, wer Glanz begehrt.
asau vā ādityo rucaḥ pradātā
Jener Āditya ist der Spender des Glanzes.
so 'smai rucaṃ prayacchati
Er gibt ihm Glanz.
tām etāṃ yaskā gairikṣitā vidur
Diese kennen die Yaska und die Gairikṣita.
āgnendrīm ālabheta purodhākāmas
Die Āgnendrī soll darbringen, wer das Purohita-Amt begehrt.
āgneyo vai brāhmaṇa aindro rājanyas
Der Brāhmaṇa gehört ja zu Agni, der Rājanya zu Indra.
brahma caiva kṣatraṃ ca sayujau karoti
So macht er Brahman und Kṣatra zu Gespannen.
tām etāṃ kāpeyā vidur
Diese kennen die Kāpeya.
agnīṣomīyām ālabhetānnakāmas
Die Agnīṣomīyā soll darbringen, wer Speise begehrt.
agnir vai devānām annādas somo 'nnam
Agni ist der Speiseverzehrer der Götter, Soma die Speise.
agninaivānnam atti
Durch Agni isst er die Speise,
somenāvarunddhe
durch Soma gewinnt er sie.
tām etām āruṇayo vidur
Diese kennen die Āruṇi.
ā vāyo bhūṣa śucipā upa na iti
„Komm herbei, Vāyu, du Zierde, du Reintrinker, zu uns“ –
ya eva prājanayat tasmād enām adhyavarunddhe
den, der (sie) einst hervorbrachte, von dem gewinnt er sie (die Ziege) zurück.
ākūtyai tveti
„Dem Vorsatz dich“ –
ākūtyai hy eṣālabhyate
denn für den Vorsatz wird diese dargebracht.
kāmāya tveti
„Dem Verlangen dich“ –
kāmāya hy eṣālabhyate
denn für das Verlangen wird diese dargebracht.
samṛdhe tveti
„Dem Gelingen dich“ –
samṛdhe hy eṣālabhyate
denn für das Gelingen wird diese dargebracht.
kikkiṭā te manaḥ prajāpataye svāheti
„‚Kikkiṭā‘ – dein Geist dem Prajāpati, svāhā“ –
prajāpatim evāsyā mano gamayati
so lässt er ihren Geist zu Prajāpati gehen.
kikkiṭā te cakṣus sūryāya svāheti
„‚Kikkiṭā‘ – dein Auge dem Sūrya, svāhā“ –
sūryam evāsyāś cakṣur gamayati
so lässt er ihr Auge zu Sūrya gehen.
kikkiṭā te śrotraṃ dyāvāpṛthivībhyām̐ svāheti
„‚Kikkiṭā‘ – dein Gehör Himmel und Erde, svāhā“ –
dyāvāpṛthivī evāsyāś śrotraṃ gamayati
so lässt er ihr Gehör zu Himmel und Erde gehen.
kikkiṭā te vācam̐ sarasvatyai svāheti
„‚Kikkiṭā‘ – deine Stimme der Sarasvatī, svāhā“ –
sarasvatīm evāsyā vācaṃ gamayati
so lässt er ihre Stimme zu Sarasvatī gehen.
kikkiṭā te prāṇaṃ vātāya svāheti
„‚Kikkiṭā‘ – dein Atem dem Wind, svāhā“ –
vātam evāsyāḥ prāṇaṃ gamayati ‖
so lässt er ihren Atem zum Wind gehen.
kikkiṭā ta iti juhoti
Mit „Kikkiṭā – dein“ opfert er.
tasmāt kikkiṭākāraṃ grāmyāḥ paśava upatiṣṭhante
Darum treten die Haustiere auf den Laut „kikkiṭā“ hin heran;
kikkiṭākārād āraṇyāḥ pratrasanti
vor dem Laut „kikkiṭā“ schrecken die wilden zurück.
pañcaitāni juhoti
Diese fünf opfert er.
pāṅktāḥ paśavas
Fünffach (pāṅkta) sind die Opfertiere.
yāvān eva paśus tam̐ svargaṃ lokaṃ gamayati
So viel das Opfertier umfasst, so lässt er es zur Himmelswelt gehen.
vaśāsi vaśinīti
„Du bist die Ziege, die Gebieterin“ –
āśiṣam evāśāste
damit erbittet er einen Segenswunsch.
sakṛd yat te manasā garbham āśayad iti
„Als er einmal in Gedanken in dir den Keim ruhen ließ“ –
praiva janayati
damit zeugt er fürwahr fort.
ajāsi rayiṣṭhā pṛthivyām̐ sīdeti
„Du bist die Ziege, im Reichtum stehend; setze dich nieder auf der Erde“ –
imān evaināṃl lokān gamayati
so lässt er sie diese Welten erreichen.
ūrdhvāntarikṣam upatiṣṭhasva divi te bṛhad bhās svāheti
„Aufwärts tritt an den Luftraum heran; im Himmel ist dein weites Licht, svāhā“ –
svargam evaināṃl lokān gamayati
so lässt er sie die Himmelswelt und die Welten erreichen.
tantuṃ tataṃ rajaso bhānum anvihīti
„Folge dem gespannten Faden, dem Strahl des Luftraums“ –
āśiṣam evāśāste
damit erbittet er einen Segenswunsch.
jyotiṣmataḥ patho rakṣa dhiyā kṛtān iti
„Behüte die lichtvollen Pfade, die mit Andacht gebahnt sind“ –
rakṣasām apahatyai
zur Abwehr der Rakṣas.
anulbaṇaṃ vayasi joguvām apa iti
„Webe nicht unordentlich das Gewebe, das die Wasser rühmend besingen“ –
anulbaṇam evaināṃ tanute
so breitet er sie (die Ziege) ungestört aus [?].
manur bhava janayā daivyaṃ janam iti
„Werde Manu, erzeuge das göttliche Geschlecht“ –
praiva janayati
damit zeugt er fürwahr fort.
tapaso havir asi prajāpater varṇo gātrāṇāṃ te gātrabhāg bhūyāsam iti
„Du bist die Opfergabe der Glut, die Farbe Prajāpatis; möge ich Anteilhaber an deinen Gliedern werden“ –
āśiṣam evāśāste ‖
damit erbittet er einen Segenswunsch.
yad apsu pravapati
Wenn er (die Reste) ins Wasser streut,
vyṛddhis sā
so ist das ein Fehlschlag.
yad agnau juhoti
Wenn er sie ins Feuer opfert,
svagākṛtis sā
so ist das ein „Svagā“-Machen [?].
yan megha ālabhate
Wenn er sie an einem Wolkentag darbringt [?],
vyṛddhā tena
so ist sie dadurch verfehlt.
aprajātaiva tarhi
Dann ist sie noch nicht geboren [?].
vīdhrasamṛddhā vā eṣā
Diese ist ja bei klarem Himmel [?] gelungen.
vīdhra evaitayā yajeta
Nur bei klarem Himmel soll man mit ihr opfern.
trayāṇām vāvaiṣāvaruddhā
Für drei (Gruppen) ist sie ja erworben.
saṃvatsarasado gṛhamedhinas sahasrayājinas ta evaitayā yajeran
Die ein Jahr Sitzenden, die Hausherren-Opferer, die Tausend-Opferer – nur diese sollen mit ihr opfern.
sūryo divo diviṣadbhyo dhātā kṣatrasya vāyuḥ prajānāṃ bṛhaspatis tvā prajāpataye jyotiṣmate jyotiṣmatīṃ juhotu svāheti
„Sūrya (sei) der Himmelsbewohner Stifter vom Himmel her, Vāyu der Stifter der Herrschaft, der Geschöpfe; Bṛhaspati soll dich, die Lichtvolle, dem lichtvollen Prajāpati opfern, svāhā“ –
brahma vai bṛhaspatis
Bṛhaspati ist ja das heilige Wort (Brahman).
brahmaṇaivaināṃ prajāpataye jyotiṣmate jyotiṣmatīṃ juhoti ‖
Durch das heilige Wort opfert er sie, die Lichtvolle, dem lichtvollen Prajāpati.