Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 13

Anuvāka 15 Sammlung von Versen (Soma, Agni, Indra-Agni, Viśve Devāḥ, Himmel und Erde, Jahreszeiten, Segensverse, Gebet an Kühe und Mondgöttinnen).

tvam imā oṣadhīs soma viśvās tvam apo ajanayas tvaṃ gāḥ |

Du, Soma, (hast) diese Pflanzen alle, du die Wasser, du die Kühe erzeugt;

tvam ātatanthorv antarikṣaṃ tvaṃ jyotiṣā vi tamo vavartha ‖

du hast den weiten Luftraum ausgespannt, du hast mit Licht das Dunkel beiseitegerollt.

yā te dhāmāni divi yā pṛthivyāṃ yā parvateṣv oṣadhīṣv apsu |

Welche Stätten (dhāman) du hast im Himmel, welche auf der Erde, welche in den Bergen, den Pflanzen, den Wassern –

tebhir no viśvais sumanā aheḍan rājan soma prati havyā gṛbhāya ‖

mit allen diesen, wohlgesinnt, unzürnt, König Soma, nimm unsere Opfergaben an.

sadā sugaḥ pitumām̐ astu panthā madhvā devā oṣadhīs saṃpipṛkta |

Allezeit gut gangbar, speisereich sei der Weg; ihr Götter, füllt die Pflanzen mit Süße.

bhago me agne sakhye na mṛdhyā ud rāyo aśyām̐ sadanaṃ purukṣoḥ ‖

Mein Glück, Agni, soll in deiner Freundschaft nicht verkümmern; möge ich den Reichtum erlangen, den Sitz des Vielnährenden.

svadasva havyā sam iṣo didīhy asmadryak saṃmimīhi śravām̐si |

Lass dir die Opfergaben schmecken, leuchte mit Labungen; uns zugewandt schaffe Ruhmesfülle.

viśvām̐ agne pṛtsu tāñ jeṣi śatrūm̐r ahā viśvā sumanā dīdihī naḥ ‖

Agni, in den Schlachten besiegst du alle jene Feinde; an allen Tagen leuchte uns wohlgesinnt.

ā ghā ye agnim indhate stṛṇanti barhir ānuṣak |

Die, die Agni entzünden und das Barhis der Reihe nach ausstreuen –

yeṣām indro yuvā sakhā ‖

deren Freund ist der junge Indra.

sukarmāṇas suruco devayanto 'yo na devā janimā dhamantaḥ |

Kunstfertige, Glänzende, die Götter Suchende, wie Schmiede das Metall die Götter (ihre) Geburten anblasend [?];

śucanto agniṃ vavṛdhanta indram ūrvaṃ gavyaṃ pariṣadanto agman ‖

Agni entflammend, Indra stärkend, sind sie, den Rinderstall, die Rinderherde umlagernd, gegangen [?].

iyaṃ vām asya manmana indrāgnī pūrvyastutiḥ |

Dieses ist euer Lobpreis von alters her, Indra und Agni, aus Andacht –

abhrād vṛṣṭir ivājani ‖

wie Regen aus der Wolke ist er entstanden.

śuciṃ nu stomaṃ navajātam adyendrāgnī vṛtrahaṇā juṣethām |

Den reinen, neugeborenen Lobgesang genießt heute, Indra und Agni, ihr Vṛtra-Töter;

ubhā hi vām̐ suhavā johavīmi tā vājam̐ sadya uśate dheṣṭhā ‖

denn beide, gut Anzurufende, rufe ich an; ihr beide verleiht dem Verlangenden sogleich Stärke.

viśve devā ṛtāvṛdha ṛtubhir havanaśrutaḥ |

Alle Götter, die Wahrheit Mehrenden, die mit den Jahreszeiten den Ruf Hörenden –

juṣantāṃ yujyaṃ payaḥ ‖

sie sollen die passende Milch genießen.

ye ke ca jmā mahino ahimāyā divo jajñire apām̐ sadhasthe |

Welche auch immer, auf der Erde mächtig, mit der Zauberkraft der Schlange, vom Himmel geboren wurden, im Beisitz der Wasser –

te asmabhyam iṣaye viśvam āyuḥ kṣapa usrā varivasyantu devāḥ ‖

diese Götter sollen uns zum Labetrunk ein volles Leben, Nächte und Morgenröten, Weite schaffen.

ghṛtavatī bhuvanānām abhiśriyorvī pṛthvī madhudughe | supeśasā

die schmalzreiche, der Wesen Zierde, weit und breit, (beide) honigmelkend, wohlgestaltet –

dyāvāpṛthivī varuṇasya dharmaṇā viṣkabhite ajare bhūriretasā ‖

Himmel und Erde, durch Varuṇas Ordnung auseinandergestützt, alterslos, mit reichem Samen.

śatāyudhāya śatavīryāya śatotaye 'bhimātiṣāhe |

Dem Hundertwaffigen, dem Hundertkräftigen, dem Hundertfach-Helfenden, dem Feindbezwinger –

śataṃ yo naś śarado 'nayad indro viśvasya duritasya pāram ‖

der uns hundert Herbste über alles Unheil hinausführen möge, dem Indra.

ime catvāro rajaso vimānā antarā dyāvāpṛthivī viyanti panthānaḥ |

Diese vier Wege, des Luftraums Ausmessungen, gehen zwischen Himmel und Erde auseinander;

teṣām ajyāniṃ yatamo na āvahāt tasmai no devāḥ paridatta sarve ‖

wer von ihnen uns Schaden [ajyāni] brächte – dem gebt uns, ihr Götter alle, nicht preis [?].

vasanto grīṣmo madhumanti varṣāś śarad dhemantas suvite dadhāta |

Frühling, Sommer, die honigreichen Regenzeiten, Herbst, Winter – setzt uns in Wohlergehen.

teṣāṃ vayam̐ sumatau yajñiyānāṃ jyog ajītā ahatās syāma ‖

In der Gunst dieser Opferwürdigen möchten wir lange unbesiegt und unverletzt sein.

saṃvatsarāya parivatsarāyedāvatsarāyānuvatsarāyodvatsarāya kṛṇutā bṛhan namaḥ |

Dem Saṃvatsara, dem Parivatsara, dem Idāvatsara, dem Anuvatsara, dem Udvatsara bringt große Verehrung dar [Anm.: Namen der fünf Jahresformen des Fünfjahreszyklus].

teṣāṃ vayam̐ sumatau yajñiyānāṃ nivāta eṣām abhaye syāma ‖

In der Gunst dieser Opferwürdigen, an windgeschütztem Ort, in ihrer Furchtlosigkeit möchten wir sein.

iyam̐ svastis saṃvatsarīyā parivatsarīyedāvatsarīyānuvatsarīyodvatsarīyā |

Dieses Wohlergehen, dem Saṃvatsara, Parivatsara, Idāvatsara, Anuvatsara, Udvatsara zugehörig –

sā naḥ pipartv ahṛṇīyamānaināhnedam ahar aśīya svāhā ‖

möge es uns hinüberbringen; ohne Zorn empfangen (vom Gott, hinweg?) möge ich mit diesem Tag diesen Tag erreichen [?], svāhā.

ā naḥ prajāṃ janayatu prajāpatir dhātā dadhātu sumanasyamānaḥ |

Prajāpati soll uns Nachkommenschaft zeugen; der Stifter soll wohlgesinnt (sie) setzen.

saṃvatsara ṛtubhiś cākḷpāno mayi puṣṭiṃ puṣṭipatir dadhātu ‖

Das Jahr, mit den Jahreszeiten sich fügend, der Herr der Nahrung möge in mir Gedeihen setzen.

agniḥ prāśnātu prathamas sa hi veda yathā haviḥ |

Agni soll zuerst essen, denn er weiß, wie die Opfergabe (zu behandeln ist);

śivā asmabhyam oṣadhīḥ karotu viśvacarṣaṇiḥ ‖

er, der Allschauende, soll uns die Pflanzen heilvoll machen.

bhadrān naś śreyas samanaiṣṭa devās tvayāvasena samaśīmahi tvā |

Aus Gutem zum Besseren habt ihr uns geführt, ihr Götter; durch deine Gunst [?] möchten wir dich erlangen.

sa naḥ pito madhumām̐ āviśeha śivas tokāya tanve na edhi ‖

Du, Trank/Speise (pitu), honigreich, geh hier bei uns ein; heilvoll sei für unsere Nachkommen, für unseren Leib.

etam u tyaṃ madhunā saṃyutaṃ yavam̐ sarasvatyā adhi mānā acarkṛṣuḥ |

Diese gewisse, mit Honig vermischte Gerste haben die Menschen an der Sarasvatī gepflügt [?];

indra āsīt sīrapatiś śatakratuḥ kīnāśā āsan marutas sudānavaḥ ‖

Indra war der Herr der Pflugschar, der Hundertkräftige; die Pflüger waren die Marut, die guten Geber.