indrāya manyumate lalāmam ṛṣabham ālabheta saṃgrāme
Für Indra, den Zornreichen (manyumat), soll man einen Stier mit Stirnmal (lalāma [?]) opfern im Kampf.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 13
indrāya manyumate lalāmam ṛṣabham ālabheta saṃgrāme
Für Indra, den Zornreichen (manyumat), soll man einen Stier mit Stirnmal (lalāma [?]) opfern im Kampf.
manyunā vai vīryaṃ karoti
Mit Zorn nämlich vollbringt man Heldentat.
indriyeṇa jayati
Mit Sinneskraft siegt er.
manyuṃ caivaiṣv indriyaṃ ca jityai dadhāti
Zorn und Sinneskraft setzt er in diese (Kämpfer) zum Sieg ein.
yal lalāmaḥ
Dass (er) ein Stirnmal (hat) —
purastān manyos samṛddhyai
das (ist) zum Gelingen vor (dem Ausbruch) des Zorns [?].
devāś ca vā asurāś ca saṃyattā āsan
Die Götter und die Asuras lagen im Kampf gegeneinander.
te na vyajayanta
Sie erlangten keinen Sieg.
te 'bruvan brahmaṇā no menī vijayetām iti
Sie sprachen: „Mit dem heiligen Wort (brahman) sollen unsere beiden Kämpfer [?] siegen.“
ta ṛṣabhau samavāsṛjan
Sie ließen zwei Stiere aufeinander los.
śvaitreyo 'ruṇas tūparo devānām āsīc chyaineyaś śyeto 'yaśśṛṅgo 'surāṇām
Der Śvaitreya, rötlich [?], hornlos, war der der Götter; der Śyaineya, weißlich, mit eisernen Hörnern, der der Asuras.
tau samahatām
Die beiden stießen zusammen.
tam̐ śvaitreyas samayābhinat
Den spaltete der Śvaitreya durch den Zusammenstoß [?].
sā yā vāk parājitāsīt sāvācy apatat
Die Rede, die (dabei) besiegt worden war, fiel abwärts.
yājayat sordhvā
Er ließ (die andere) opfern; die (Rede) war aufwärts (gerichtet).
tasmād yasyāvācī vāk so 'nārtvijīnas
Daher: wessen Rede abwärts gerichtet ist, der ist nicht für das Priesteramt geeignet.
asuryo hi sa varṇas
Denn das ist die Art der Asuras;
tasmād yasyordhvā vāk sa ārtvijīnas
daher: wessen Rede aufwärts gerichtet ist, der ist für das Priesteramt geeignet.
devatreva hi sa
Denn der ist gleichsam unter den Göttern.
bārhaspatyam aruṇaṃ tūparam abhicarann ālabheta
Ein rötliches, hornloses (Tier) für Bṛhaspati soll opfern, wer (jemanden) mit Zauber angreift.
brahma vai bṛhaspatis
Das heilige Wort ist ja Bṛhaspati;
brahmaṇaivainam abhiprayuṅkte
mit dem heiligen Wort bedrängt er ihn.
etena vai devā asurān astṛṇvata
Mit diesem haben die Götter die Asuras niedergestreckt.
yat tūparas
Dass (das Tier) hornlos (ist) —
stṛtyai
das dient zum Niederstrecken.
indro vai vṛtram ahan
Indra erschlug ja den Vṛtra.
tam̐ hatas saptabhir bhogaiḥ paryahan
Den Erschlagenen umschlang [?] er (Vṛtra) mit sieben Windungen (bhoga).
tasya mūrdhno vaidehīr udāyan
Aus dessen Haupt gingen die Vaideha-Kühe (?) hervor [?].
tāḥ prācīr āyan
Diese gingen nach Osten.
tasmāt tāḥ puras sa jaghanyam ṛṣabhaṃ vaideham anūdyantam amanyatemam idānīm ālabheya tena tvā ito mucyeyeti
Deshalb, (dachte er) [?]: Vorn (sind) diese; er meinte, der hintere Stier, der Vaideha, gehe (ihnen) nach: „Diesen will ich jetzt opfern, dadurch könnte ich von hier befreit werden.“
tam ālabhata
Den opferte er.
tena nāmucyata
Damit wurde er nicht befreit.
sa āgneyam ajam ālabhataindram ṛṣabham
Er opferte einen Ziegenbock für Agni und einen Stier für Indra.
tena vai sa tān agninā pāpmano bhogān apidahyāthaindreṇendriyaṃ vīryam ātmann adhatta
Damit verbrannte er durch Agni jene Windungen des Übels und setzte dann durch Indra Sinneskraft (und) Manneskraft in sich ein.
tato vai so 'bhavat
Daraufhin wurde er (etwas).
āgneyam ajam ālabhetaindram ṛṣabhaṃ bubhūṣan yaḥ pāpmagṛhīta iva manyeta
Einen Ziegenbock für Agni (und) einen Stier für Indra soll opfern, wer gedeihen will und meint, gleichsam vom Übel ergriffen zu sein.
pāpmā vai sa tam̐ saptabhir bhogaiḥ paryahan
Das Übel ist ja er; es umschlang ihn mit sieben Windungen.
pāpmana eṣa bhogaiḥ parihato yo 'laṃ bhūtyai san na bhavati
Von den Windungen des Übels umschlungen ist der, der, obwohl er zum Gedeihen fähig ist, nicht gedeiht.
yad āgneyas
Dass (es einer) für Agni (ist) —
agninaiva pāpmano bhogān apidahyāthaindreṇendriyaṃ vīryam ātman dhatte
durch Agni verbrennt er die Windungen des Übels und setzt dann durch Indra Sinneskraft (und) Manneskraft in sich ein.
bhavaty eva ‖
Er gedeiht eben.
devāś ca vā asurāś cāsmiṃl loka āsan
Die Götter und Asuras waren in dieser Welt.
te 'surā devān anudantāsmāl lokāt
Die Asuras stießen die Götter aus dieser Welt hinaus.
te devāḥ prajāpatā evānāthanta
Die Götter baten Prajāpati allein um Hilfe.
sa etā asṛjatarṣabhaṃ ca vaśāṃ ca yamaṃ ca yamyaṃ ca
Er schuf diese: Stier und unfruchtbare Kuh (vaśā), Yama und Yamī [?].
tasmād yau yamau mithunau jāyete
Daher: wenn Zwillinge als Paar geboren werden,
ṛṣabha evānyo bhavati vaśānyā
ist der eine wie ein Stier, die andere wie eine Kuh (vaśā) [?].
sa vaiṣṇuvāruṇīṃ vaśām ālabhataindram ṛṣabham
Er opferte eine Kuh (vaśā) für Viṣṇu und Varuṇa und einen Stier für Indra.
tena vai sa tān varuṇenāsurān grāhayitvā viṣṇunā yajñena prāṇudata
Damit ließ er jene Asuras durch Varuṇa ergreifen und stieß sie durch Viṣṇu, das Opfer, hinaus.
athaindreṇendriyaṃ vīryam ātmann adadhāt
Dann setzte er durch Indra Sinneskraft (und) Manneskraft in sich ein.
eṣu tato devā abhavan parāsurā abhavan
Hieraus wurden die Götter (siegreich), die Asuras unterlagen.
tā etā evam ālabheta yo bhrātṛvyeṇa vyāyaccheta vaiṣṇuvāruṇīṃ vaśām aindram ṛṣabham
Diese soll man so opfern, wer mit einem Rivalen im Streit liegt: eine Kuh (vaśā) für Viṣṇu und Varuṇa, einen Stier für Indra.
varuṇenaiva bhrātṛvyaṃ grāhayitvā viṣṇunā yajñena praṇudate
Durch Varuṇa lässt er den Rivalen ergreifen und stößt ihn durch Viṣṇu, das Opfer, hinaus.
athaindreṇendriyaṃ vīryam ātman dhatte
Dann setzt er durch Indra Sinneskraft (und) Manneskraft in sich ein.
bhavaty ātmanā parāsya bhrātṛvyo bhavati
Er gedeiht durch sich selbst; sein Rivale unterliegt.
oṣadhibhyo vehatam ālabheta prajākāmas
Für die Pflanzen soll man eine Kuh, die eine Fehlgeburt hat (vehat) [?], opfern, wer Nachkommen wünscht.
oṣadhīnāṃ vā eṣā priyā
Diese ist ja die Liebe der Pflanzen.
tā etām̐ sūtoḥ paribādhante
Sie hindern diese am Gebären [?].
tasmād eṣā sarveṣāṃ paśūnāṃ priyāpa oṣadhaya āpo 'sat khananti
Daher ist diese die Liebe aller Tiere; die Pflanzen, die Wasser, graben das Nichtseiende [?] (aus).
tā eva bhāgadheyenopadhāvati
Diese geht er mit dem Anteil an.
tā asmai prajāṃ khananti
Sie graben ihm Nachkommenschaft hervor.
yāvantas tāṃ vāśitām anvādhāvanti te dakṣiṇā
So viele der Brüllenden (Tiere) ihr nachlaufen, die sind der Opferlohn (dakṣiṇā).
samṛddhyai
Zum Gelingen.
aindrīm̐ sūtavaśām ālabheta rājanyāya bubhūṣate
Eine (nach dem Kalben unfruchtbare) Kuh (sūtavaśā) für Indra soll man opfern für den Rājanya, der gedeihen will.
indro vā etasyā ajāyata
Indra wurde ja aus dieser geboren.
sa punaḥ pratyavaikṣata
Er blickte zurück.
so 'manyata yo vā ito 'paro janiṣyate sa me bhrātṛvyo bhaviṣyatīti
Er dachte: „Wer nach mir geboren werden wird, der wird mein Rivale sein.“
taṃ pratyavamṛśya yoniṃ nyaveṣṭayat
Er (Indra) ergriff ihn zurückgreifend und verschloss den Schoß.
tasmād eṣā nāparam̐ sūte
Daher gebiert diese (Kuh) keinen weiteren.
aindro rājanyo devatayā
Der Rājanya gehört der Gottheit nach Indra.
svād evainaṃ yoner janayati
Aus dem eigenen Schoß lässt er ihn gebären.
bhūtyai
Zum Gedeihen.
bhavaty eva
Er gedeiht eben.
yas tasyā adhijāyeta tam aindram ālabhetendriyakāmas
Den, der von ihr geboren wird, soll man für Indra opfern, wer Sinneskraft wünscht.
indriyaṃ vā etad etasyā adhijāyate
Sinneskraft wird ja hier aus dieser geboren.
tad eva samakṣam āptvāvarunddhe
Diese erlangt er direkt und gewinnt sie für sich.
brāhmaṇaspatyam atiṣṭhāyam ālabheta yaḥ kāmayetātiṣṭhāyas syām iti
Ein (Tier) für Brahmaṇaspati, das (Vieh) überragt (atiṣṭhāya [?]), soll opfern, wer wünscht: „Ich möchte Übertreffender sein.“
agner vai jihvā brahmaṇaspatis
Die Zunge Agnis ist ja Brahmaṇaspati.
sarvam eṣātitiṣṭhati
Alles überragt diese.
rūpeṇaivainam̐ samardhayati
Mit der Gestalt stattet er ihn aus.
sainam atiṣṭhāyaṃ karoti ‖
Sie macht ihn zum Überragenden.