Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 13

Anuvāka 4 Tieropfer für Indra u.a. im Kampf und zum Gedeihen: der Streit der Götter und Asuras um die Stiere, Indra und Vṛtra, Schöpfung von Stier, Kuh und Zwillingen, weitere Opfer für Wunsch und Vorrang.

indrāya manyumate lalāmam ṛṣabham ālabheta saṃgrāme

Für Indra, den Zornreichen (manyumat), soll man einen Stier mit Stirnmal (lalāma [?]) opfern im Kampf.

manyunā vai vīryaṃ karoti

Mit Zorn nämlich vollbringt man Heldentat.

manyuṃ caivaiṣv indriyaṃ ca jityai dadhāti

Zorn und Sinneskraft setzt er in diese (Kämpfer) zum Sieg ein.

purastān manyos samṛddhyai

das (ist) zum Gelingen vor (dem Ausbruch) des Zorns [?].

devāś ca vā asurāś ca saṃyattā āsan

Die Götter und die Asuras lagen im Kampf gegeneinander.

te 'bruvan brahmaṇā no menī vijayetām iti

Sie sprachen: „Mit dem heiligen Wort (brahman) sollen unsere beiden Kämpfer [?] siegen.“

ta ṛṣabhau samavāsṛjan

Sie ließen zwei Stiere aufeinander los.

śvaitreyo 'ruṇas tūparo devānām āsīc chyaineyaś śyeto 'yaśśṛṅgo 'surāṇām

Der Śvaitreya, rötlich [?], hornlos, war der der Götter; der Śyaineya, weißlich, mit eisernen Hörnern, der der Asuras.

tam̐ śvaitreyas samayābhinat

Den spaltete der Śvaitreya durch den Zusammenstoß [?].

sā yā vāk parājitāsīt sāvācy apatat

Die Rede, die (dabei) besiegt worden war, fiel abwärts.

yājayat sordhvā

Er ließ (die andere) opfern; die (Rede) war aufwärts (gerichtet).

tasmād yasyāvācī vāk so 'nārtvijīnas

Daher: wessen Rede abwärts gerichtet ist, der ist nicht für das Priesteramt geeignet.

asuryo hi sa varṇas

Denn das ist die Art der Asuras;

tasmād yasyordhvā vāk sa ārtvijīnas

daher: wessen Rede aufwärts gerichtet ist, der ist für das Priesteramt geeignet.

devatreva hi sa

Denn der ist gleichsam unter den Göttern.

bārhaspatyam aruṇaṃ tūparam abhicarann ālabheta

Ein rötliches, hornloses (Tier) für Bṛhaspati soll opfern, wer (jemanden) mit Zauber angreift.

brahma vai bṛhaspatis

Das heilige Wort ist ja Bṛhaspati;

brahmaṇaivainam abhiprayuṅkte

mit dem heiligen Wort bedrängt er ihn.

etena vai devā asurān astṛṇvata

Mit diesem haben die Götter die Asuras niedergestreckt.

indro vai vṛtram ahan

Indra erschlug ja den Vṛtra.

tam̐ hatas saptabhir bhogaiḥ paryahan

Den Erschlagenen umschlang [?] er (Vṛtra) mit sieben Windungen (bhoga).

tasya mūrdhno vaidehīr udāyan

Aus dessen Haupt gingen die Vaideha-Kühe (?) hervor [?].

tasmāt tāḥ puras sa jaghanyam ṛṣabhaṃ vaideham anūdyantam amanyatemam idānīm ālabheya tena tvā ito mucyeyeti

Deshalb, (dachte er) [?]: Vorn (sind) diese; er meinte, der hintere Stier, der Vaideha, gehe (ihnen) nach: „Diesen will ich jetzt opfern, dadurch könnte ich von hier befreit werden.“

sa āgneyam ajam ālabhataindram ṛṣabham

Er opferte einen Ziegenbock für Agni und einen Stier für Indra.

tena vai sa tān agninā pāpmano bhogān apidahyāthaindreṇendriyaṃ vīryam ātmann adhatta

Damit verbrannte er durch Agni jene Windungen des Übels und setzte dann durch Indra Sinneskraft (und) Manneskraft in sich ein.

āgneyam ajam ālabhetaindram ṛṣabhaṃ bubhūṣan yaḥ pāpmagṛhīta iva manyeta

Einen Ziegenbock für Agni (und) einen Stier für Indra soll opfern, wer gedeihen will und meint, gleichsam vom Übel ergriffen zu sein.

pāpmā vai sa tam̐ saptabhir bhogaiḥ paryahan

Das Übel ist ja er; es umschlang ihn mit sieben Windungen.

pāpmana eṣa bhogaiḥ parihato yo 'laṃ bhūtyai san na bhavati

Von den Windungen des Übels umschlungen ist der, der, obwohl er zum Gedeihen fähig ist, nicht gedeiht.

agninaiva pāpmano bhogān apidahyāthaindreṇendriyaṃ vīryam ātman dhatte

durch Agni verbrennt er die Windungen des Übels und setzt dann durch Indra Sinneskraft (und) Manneskraft in sich ein.

devāś ca vā asurāś cāsmiṃl loka āsan

Die Götter und Asuras waren in dieser Welt.

te 'surā devān anudantāsmāl lokāt

Die Asuras stießen die Götter aus dieser Welt hinaus.

te devāḥ prajāpatā evānāthanta

Die Götter baten Prajāpati allein um Hilfe.

sa etā asṛjatarṣabhaṃ ca vaśāṃ ca yamaṃ ca yamyaṃ ca

Er schuf diese: Stier und unfruchtbare Kuh (vaśā), Yama und Yamī [?].

tasmād yau yamau mithunau jāyete

Daher: wenn Zwillinge als Paar geboren werden,

ṛṣabha evānyo bhavati vaśānyā

ist der eine wie ein Stier, die andere wie eine Kuh (vaśā) [?].

sa vaiṣṇuvāruṇīṃ vaśām ālabhataindram ṛṣabham

Er opferte eine Kuh (vaśā) für Viṣṇu und Varuṇa und einen Stier für Indra.

tena vai sa tān varuṇenāsurān grāhayitvā viṣṇunā yajñena prāṇudata

Damit ließ er jene Asuras durch Varuṇa ergreifen und stieß sie durch Viṣṇu, das Opfer, hinaus.

athaindreṇendriyaṃ vīryam ātmann adadhāt

Dann setzte er durch Indra Sinneskraft (und) Manneskraft in sich ein.

eṣu tato devā abhavan parāsurā abhavan

Hieraus wurden die Götter (siegreich), die Asuras unterlagen.

tā etā evam ālabheta yo bhrātṛvyeṇa vyāyaccheta vaiṣṇuvāruṇīṃ vaśām aindram ṛṣabham

Diese soll man so opfern, wer mit einem Rivalen im Streit liegt: eine Kuh (vaśā) für Viṣṇu und Varuṇa, einen Stier für Indra.

varuṇenaiva bhrātṛvyaṃ grāhayitvā viṣṇunā yajñena praṇudate

Durch Varuṇa lässt er den Rivalen ergreifen und stößt ihn durch Viṣṇu, das Opfer, hinaus.

athaindreṇendriyaṃ vīryam ātman dhatte

Dann setzt er durch Indra Sinneskraft (und) Manneskraft in sich ein.

bhavaty ātmanā parāsya bhrātṛvyo bhavati

Er gedeiht durch sich selbst; sein Rivale unterliegt.

oṣadhibhyo vehatam ālabheta prajākāmas

Für die Pflanzen soll man eine Kuh, die eine Fehlgeburt hat (vehat) [?], opfern, wer Nachkommen wünscht.

oṣadhīnāṃ vā eṣā priyā

Diese ist ja die Liebe der Pflanzen.

tā etām̐ sūtoḥ paribādhante

Sie hindern diese am Gebären [?].

tasmād eṣā sarveṣāṃ paśūnāṃ priyāpa oṣadhaya āpo 'sat khananti

Daher ist diese die Liebe aller Tiere; die Pflanzen, die Wasser, graben das Nichtseiende [?] (aus).

tā eva bhāgadheyenopadhāvati

Diese geht er mit dem Anteil an.

tā asmai prajāṃ khananti

Sie graben ihm Nachkommenschaft hervor.

yāvantas tāṃ vāśitām anvādhāvanti te dakṣiṇā

So viele der Brüllenden (Tiere) ihr nachlaufen, die sind der Opferlohn (dakṣiṇā).

aindrīm̐ sūtavaśām ālabheta rājanyāya bubhūṣate

Eine (nach dem Kalben unfruchtbare) Kuh (sūtavaśā) für Indra soll man opfern für den Rājanya, der gedeihen will.

indro vā etasyā ajāyata

Indra wurde ja aus dieser geboren.

so 'manyata yo vā ito 'paro janiṣyate sa me bhrātṛvyo bhaviṣyatīti

Er dachte: „Wer nach mir geboren werden wird, der wird mein Rivale sein.“

taṃ pratyavamṛśya yoniṃ nyaveṣṭayat

Er (Indra) ergriff ihn zurückgreifend und verschloss den Schoß.

tasmād eṣā nāparam̐ sūte

Daher gebiert diese (Kuh) keinen weiteren.

aindro rājanyo devatayā

Der Rājanya gehört der Gottheit nach Indra.

svād evainaṃ yoner janayati

Aus dem eigenen Schoß lässt er ihn gebären.

yas tasyā adhijāyeta tam aindram ālabhetendriyakāmas

Den, der von ihr geboren wird, soll man für Indra opfern, wer Sinneskraft wünscht.

indriyaṃ vā etad etasyā adhijāyate

Sinneskraft wird ja hier aus dieser geboren.

tad eva samakṣam āptvāvarunddhe

Diese erlangt er direkt und gewinnt sie für sich.

brāhmaṇaspatyam atiṣṭhāyam ālabheta yaḥ kāmayetātiṣṭhāyas syām iti

Ein (Tier) für Brahmaṇaspati, das (Vieh) überragt (atiṣṭhāya [?]), soll opfern, wer wünscht: „Ich möchte Übertreffender sein.“

agner vai jihvā brahmaṇaspatis

Die Zunge Agnis ist ja Brahmaṇaspati.

rūpeṇaivainam̐ samardhayati

Mit der Gestalt stattet er ihn aus.

sainam atiṣṭhāyaṃ karoti ‖

Sie macht ihn zum Überragenden.