indrāgnī avyathamānām iṣṭakāṃ dṛm̐hataṃ yuvam iti
„Indra und Agni, festigt ihr beide den unerschütterlichen Backstein“ – so [der Spruch].
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 20
indrāgnī avyathamānām iṣṭakāṃ dṛm̐hataṃ yuvam iti
„Indra und Agni, festigt ihr beide den unerschütterlichen Backstein“ – so [der Spruch].
ojo vai vīryam indrāgnī
Indra und Agni sind wahrlich Kraft und Manneskraft.
antarikṣam eṣā citis
Der Luftraum ist diese Schicht.
śithilam ivāntarikṣam
Locker gleichsam ist der Luftraum.
prajā antarikṣam
Die Geschöpfe sind der Luftraum.
prajāsv evaujo vīryaṃ dadhāti
In die Geschöpfe legt er Kraft und Manneskraft.
svayamātṛṇṇā bhavati
Die Selbstdurchlochte [svayamātṛṇṇā: der natürlich durchlochte Backstein] ist es –
prāṇānām utsṛṣṭyai
zur Freilassung der Lebenshauche [prāṇa],
svargasya lokasyānukśāntyai
zum Weiterdringen zur Himmelswelt.
prājāpatyo 'śvas
Das Ross gehört Prajāpati.
yad aśvam upaghrāpayati
Dass er das Ross daran riechen lässt,
prajāpatinaivainaṃ cinute
damit schichtet er ihn eben durch Prajāpati auf.
athaitā diśyās
Nun diese Himmelsrichtungs-Backsteine.
devānāṃ vai svargaṃ lokaṃ yatāṃ teṣāṃ diśas samaklīyanta
Als die Götter zur Himmelswelt gingen, gerieten ihnen die Himmelsrichtungen ins Wanken [?].
ta etā diśyā apaśyan
Sie sahen diese Himmelsrichtungs-Backsteine.
tābhir diśo 'dṛm̐han
Mit ihnen machten sie die Himmelsrichtungen fest.
yad etā upadhīyante
Dass diese hingelegt werden,
diśāṃ vidhṛtyai
dient dem Auseinanderhalten der Himmelsrichtungen.
rājñy asi prācī dig iti
„Königin bist du, östliche Himmelsrichtung“ –
tasmād eṣā diśāṃ rājñī
daher ist diese [Richtung] die Königin der Himmelsrichtungen.
virāḍ asi dakṣiṇā dig iti
„Herrscherin (virāj) bist du, südliche Himmelsrichtung“ –
tasmād eṣā diśāṃ virājati
daher herrscht diese unter den Himmelsrichtungen.
samrāḍ asi pratīcī dig iti
„Allherrscherin bist du, westliche Himmelsrichtung“ –
tasmād atra sāmrājyam
daher gibt es hier die Allherrschaft.
svarāḍ asy udīcī dig iti
„Selbstherrscherin bist du, nördliche Himmelsrichtung“ –
tasmād atra svārājyam
daher gibt es hier die Selbstherrschaft.
adhipatny asi bṛhatī dig iti
„Oberherrin bist du, hohe Himmelsrichtung“ –
tasmād eṣā diśām adhipatnī
daher ist diese die Oberherrin der Himmelsrichtungen.
etāny eva sarvāṇi bhavati ya evaṃ vidvān etā upadhatte
All dies wird er, der dies wissend diese hinlegt.
āyur me pāhīti daśa purastād upadadhāti
„Schütze mein Leben!“ – mit diesen [Sprüchen] legt er zehn im Osten hin.
nava vai puruṣe prāṇā nābhir daśamī
Neun Lebenshauche sind im Menschen, der Nabel ist der zehnte.
prāṇān evāsmin dadhāti
Die Lebenshauche legt er in ihn (den Opferherrn).
jyotir me yacchety uttamām
„Gib mir Licht!“ – [so] mit der letzten.
jyotir evottamaṃ dadhāti
Das höchste Licht legt er [in ihn].
tasmād vāk prāṇānāṃ jyotir uttamam
Daher ist die Rede das höchste Licht unter den Lebenshauchen.
daśaitā upadadhāti
Zehn von diesen legt er hin.
daśākṣarā virāṭ
Die Virāj [Versmaß] hat zehn Silben.
virāṭ chandasāṃ jyotis
Die Virāj ist das Licht unter den Versmaßen.
cakṣur jyotis
Das Auge ist Licht.
cakṣur eva prajānāṃ purastād dadhāti
Das Auge der Geschöpfe legt er im Osten nieder.
mā chanda iti dakṣiṇata upadadhāti
„Mā ist das Versmaß“ – so legt er im Süden hin.
tasmād dakṣiṇāvṛto māsāḥ
Daher wenden sich die Monate nach rechts (südwärts) [?].
pṛthivī chanda iti paścāt
„Die Erde ist das Versmaß“ – so im Westen,
pratiṣṭhityai
zum festen Stand.
agnir devatety uttarāt
„Agni ist die Gottheit“ – so im Norden.
ojo vā agnir
Agni ist wahrlich Kraft.
ojo evottarād dadhāti
Kraft legt er im Norden nieder.
tasmād uttarād abhiprayāyī jayati
Daher siegt, wer von Norden her angreift.
dvādaśa dakṣiṇata upadadhāti dvādaśa paścād dvādaśottarāt
Zwölf legt er im Süden hin, zwölf im Westen, zwölf im Norden.
tāṣ ṣaṭtrim̐śat saṃpadyante
Diese ergeben sechsunddreißig.
ṣaṭtrim̐śadakṣarā bṛhatī
Die Bṛhatī hat sechsunddreißig Silben.
bṛhatī chandasām̐ svārājyam ānaśe
Die Bṛhatī hat unter den Versmaßen die Selbstherrschaft erlangt.
svārājyaṃ gacchati ya evaṃ vidvān etā upadhatte
Zur Selbstherrschaft gelangt, wer dies wissend diese hinlegt.
ṣaṭtrim̐śad etās
Sechsunddreißig sind diese.
ṣaṭtrim̐śadakṣarā bṛhatī
Die Bṛhatī hat sechsunddreißig Silben.
bārhatāḥ paśavo 'ntarikṣa
Zur Bṛhatī gehörig sind die Tiere, [und] der Luftraum –
meṣā citiḥ paśavo 'ntarikṣam
diese Schicht ist der Luftraum, die Tiere sind der Luftraum.
paśuṣv eva paśūn dadhāti
Unter den Tieren legt er Tiere nieder.
ādityadhāmāno vā anye prāṇā aṅgirodhāmāno 'nye
Die einen Lebenshauche haben wahrlich die Āditya-Stätte, die anderen die Aṅgiras-Stätte.
ye purastāt ta ādityadhāmānas
Die vorn [im Osten] sind, sind die mit der Āditya-Stätte,
ye paścāt te 'ṅgirodhāmānas
die hinten [im Westen] sind, sind die mit der Aṅgiras-Stätte.
mūrdhāsi rāḍ iti purastād upadadhāti
„Haupt bist du, Herrscher“ – so legt er im Osten hin.
ya ādityadhāmānaḥ prāṇās tām̐s tad dādhāra
Die Lebenshauche mit der Āditya-Stätte hält er damit fest.
yantrī rāḍ iti paścāt
„Lenker, Herrscher“ – so im Westen.
ye 'ṅgirodhāmānaḥ prāṇās tām̐s tad dādhāra
Die Lebenshauche mit der Aṅgiras-Stätte hält er damit fest.
sapta purastād upadadhāti sapta paścāt
Sieben legt er im Osten hin, sieben im Westen.
tasmād adharaḥ prāṇa uttareṣāṃ prāṇānām ardhabhāk
Daher hat der untere Lebenshauch die Hälfte der oberen Lebenshauche zum Anteil [?].
prajāpatiḥ prajās sṛṣṭvā tāsām akāmayata mūrdhā syām iti
Prajāpati wünschte, nachdem er die Geschöpfe erschaffen hatte: „Ich möchte ihr Haupt sein.“
sa etā mūrdhanyā apaśyat tābhir nirajihīta
Er sah diese Mūrdhanyā-Backsteine [„Haupt-Backsteine“]; mit ihnen ging er aus ihnen hervor [?].
tāsāṃ mūrdhābhavat
Er wurde ihr Haupt.
tan mūrdhanyānāṃ mūrdhanyātvam
Das ist das Mūrdhanyā-Wesen der Mūrdhanyā-Backsteine.
mūrdhaiva samānānāṃ bhavati ya evaṃ vidvān etā upadhatte ‖
Haupt wird er unter seinesgleichen, wer dies wissend diese hinlegt.