Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 20

Anuvāka 6 Die erste Ziegel (svayamātṛṇṇā), Verschieben des Ziegels, Dūrvā-Ziegel, Vāmabhṛt-Ziegel, Goldköpfige, Samenspender, dreifach Geritzte.

yāṃ vā avidvān adhvaryur iṣṭakāṃ prathamām upadadhāti tayā yajamānasya prāṇam apidadhāti prajāyāś ca paśūnāṃ ca

Welche Ziegel als erste ein nichtwissender Adhvaryu legt, mit der verschließt er dem Opferherrn den Lebensatem, sowohl den der Nachkommenschaft als auch den der Tiere.

svayamātṛṇṇā bhavati

Sie ist die von selbst Durchbohrte (svayamātṛṇṇā) [Anm.: svayamātṛṇṇā = natürlich durchlochter Stein, der als erste Ziegel dient].

prāṇānām utsṛṣṭyai

Zum Freilassen der Lebenshauche.

svargasya lokasyānukśātyai

Zum Durchdringen [?] zur Himmelswelt.

prājāpatyo 'śvas

Das Pferd gehört Prajāpati.

yad aśvam upaghrāpayati

Dass er das Pferd (daran) riechen lässt,

prajāpatinaivainaṃ cinute

(damit) schichtet er ihn eben durch Prajāpati.

iyaṃ vai svayamātṛṇṇā

Diese (Erde) ist die svayamātṛṇṇā.

imām evaitad upadhatte

Diese eben legt er hierbei nieder.

yadi manyeta pūrvo mātikrānto bhrātṛvya iti prācīm udūhet

Wenn er meint: „Der Rivale ist mir zuvorgekommen“, soll er (den Ziegel) nach Osten hin hinausschieben.

ya evainaṃ pūrvo 'tikrānto bhrātṛvyas tam anayā praṇudate

Den Rivalen, der ihm zuvorgekommen ist, den stößt er damit fort.

yadi manyeta paścān me bhrātṛvya iti pratīcīm apohet

Wenn er meint: „Der Rivale ist hinter mir“, soll er (ihn) nach Westen zurückschieben.

ya evāsya paścād bhrātṛvyas tam anayāpanudate

Den Rivalen, der hinter ihm ist, den stößt er damit weg.

pra śreyām̐saṃ bhrātṛvyaṃ nudate

Den besseren Rivalen stößt er vorwärts (fort).

prati pāpīyām̐saṃ nudate ‖

Den schlechteren stößt er zurück.

yadi manyeta sadṛṅ mayeti vicālayet

Wenn er meint: „(Er ist) mir gleich“, soll er (den Ziegel) hin und her bewegen.

yā vā iyaṃ prajā vyadhūnuta parā tā abhavan

Die Geschöpfe, die diese (Erde) abschüttelte, wurden vernichtet.

iyam evainaṃ vidhūnute

Diese (Erde) eben schüttelt ihn ab.

athaiṣā dūrveṣṭakā

Nun dieser Dūrvā-Ziegel [Anm.: dūrvā = Bermudagras].

na paśava āyavase ramante

Tiere fühlen sich nicht wohl, wo es keine Weide gibt [?].

paśubhya evaitad āyatanaṃ karoti

Den Tieren eben macht er hiermit einen Standort.

kāṇḍātkāṇḍāt prarohantīti

„Aus jedem Knoten sprießen sie“ –

sahasreṇa śatena ceti

„Mit Tausend und Hundert“ –

sahasravatī prajāpatinā saṃmitā

tausendfach, von Prajāpati bemessen.

gacchati sāhasrīṃ puṣṭiṃ paśūnāṃ ya evaṃ vidvān etām upadhatte

Wer so wissend diesen (Ziegel) legt, erlangt tausendfaches Gedeihen an Tieren.

athaiṣā vāmabhṛt

Nun dieser Vāmabhṛt-Ziegel [Anm.: vāmabhṛt = „das Schöne tragend“].

etayā vai devā asurāṇāṃ vāmaṃ paśūn avṛñjata

Mit diesem entzogen die Götter den Asuras das Schöne, die Tiere.

vāmam evaitayā paśūn bhrātṛvyasya vṛṅkte

Das Schöne, die Tiere, entzieht er damit dem Rivalen.

bhrātṛvyalokam eva dviyajuṣā vṛṅkte

Die Welt des Rivalen eben entzieht er mit dem Doppelspruch.

dvitīye hi loke bhrātṛvyas

Denn in der zweiten Welt ist der Rivale.

hiraṇyaśīrṣṇī bhavati

Er ist goldköpfig [?].

hiraṇyajyotir eva svargaṃ lokam eti ‖

Mit goldenem Licht geht er zur Himmelswelt.

prabāhuk kācā āhatau bhavatas

Zwei nebeneinander Angebrachte, „Kācā“ [?], sind es, die aneinander gefügt sind [?].

tasmāt prabāhug akṣyau

Darum sind die Augen nebeneinander (in den Armen ähnlicher Lage) [?].

athaite retassicau

Nun diese beiden Samengießenden.

asau vai svarāḍ iyaṃ virāḍ

Jener (Himmel) ist Svarāj, diese (Erde) Virāj.

uttānāyām̐ striyāṃ pumān retas siñcati

Auf die auf dem Rücken liegende Frau gießt der Mann den Samen.

asā asyāṃ retas siñcati

Jener gießt auf diese den Samen.

saretasam agniṃ cinute

Ein Agni mit Samen wird geschichtet.

prajāyate 'tty annaṃ ya evaṃ vidvān ete upadhatte

Wer so wissend diese beiden legt, wird fortgepflanzt und isst Nahrung.

svarāḍ asīti dakṣiṇata upadadhāti

Mit „Svarāj bist du“ legt er (sie) im Süden hin.

tasmād dakṣiṇataḥ pumān striyam upaśaye

Darum liegt der Mann auf der rechten Seite bei der Frau.

yadi pūrvavayase cinvītobhe saha prathamāyāṃ cityām upadadhyāt

Wenn er in jüngerem Alter schichtet, soll er beide zusammen in der ersten Schicht hinlegen.

samīcī evāsmai retas siñcatas

Beide gießen ihm eben einträchtig Samen ein.

anyatarām upadadhyād yaṃ dviṣyāt tasya

Nur eine von beiden soll er für den legen, den er hasst.

retasaivainaṃ vyardhayati

Durch den Samen lässt er ihn eben verfehlen.

yady uttaravayase cinvīta prathamāyām anyāṃ cityām upadadhyād uttamāyām anyām

Wenn er in höherem Alter schichtet, soll er die eine in der ersten Schicht legen, die andere in der letzten.

reta eva siktam ābhyāṃ parigṛhṇāti

Den ausgegossenen Samen eben umfasst er mit diesen beiden.

ṛtavye upadadhāti

Die beiden Jahreszeiten-Ziegel legt er hin [Anm.: ṛtavyā = den Jahreszeiten zugehörige Ziegel].

ṛtūnāṃ vidhṛtyai

Zum Auseinanderhalten der Jahreszeiten.

dvaudvau hy ṛtavas

Denn je zwei sind die Jahreszeiten.

athaiṣā tryālikhitā

Nun dieser dreifach geritzte Ziegel (tryālikhitā).

devāś ca vā asurāś ca samāvad eva yajñe 'kurvata

Götter und Asuras taten beim Opfer ganz das Gleiche.

yad eva devā akurvata tad asurā akurvata

Was die Götter taten, das taten die Asuras.

te devā etāṃ tryālikhitām apaśyan

Diese Götter sahen diesen dreifach geritzten (Ziegel).

tām uttaralakṣmāṇam upādadhata

Sie legten ihn mit dem Zeichen nach oben.

tad asurān ānvavāyan

Daraufhin kamen sie nicht an die Asuras heran [?].

tato devā abhavan parāsurā abhavan

Daraufhin wurden die Götter (siegreich), die Asuras vernichtet.

ya evaṃ vidvān etām uttaralakṣmāṇam upadhatte bhrātṛvyasyānanvavāyāya bhavaty ātmanā parāsya bhrātṛvyo bhavati

Wer so wissend diesen mit dem Zeichen nach oben legt, dem gelingt es, dass der Rivale nicht herankommt; er selbst bleibt (heil), sein Rivale wird vernichtet.

adharalakṣmāṇam upadadhyād yaṃ dviṣyāt tasya

Mit dem Zeichen nach unten soll er ihn für den legen, den er hasst.

asurayonim evainam anuparābhāvayati

In den Schoß der Asuras hinein lässt er ihn zugrunde gehen.

ime vai lokās tryālikhitā

Diese Welten sind der dreifach geritzte (Ziegel).

imān evaitayā lokān āpnoti

Diese Welten erreicht er damit.

yasyā mṛda ukhāṃ kurvanti tasyā etāṃ kuryāt

Aus der Erde, aus der sie die Feuerschale machen, soll er auch diesen (Ziegel) machen.

tenaivāsya sarvā iṣṭakā jyotiṣmatīr yajuṣmatīr bhavanti ‖

Dadurch werden ihm alle Ziegel lichthaltig und opferspruchhaltig.