upām̐śv anvāha
Leise spricht er nach.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 20
upām̐śv anvāha
Leise spricht er nach.
anirukto vā etarhy agnir yarhy avyāvṛttas
Agni ist jetzt unausgesprochen, solange er nicht abgewandt (geschichtet) ist [?].
tasmād upām̐śv anvāha
Darum spricht er leise nach.
cchandām̐sy anvāha
Er spricht die Versmaße nach.
cchandobhir vā agnir uttaravedim ānaśe
Durch die Versmaße erreichte Agni die Uttaravedi.
tasmāc chandām̐sy anvāha
Darum spricht er die Versmaße nach.
sūryasya vā etad adhvānaṃ yanti yad aśvaṃ prāñcaṃ ca pratyañcaṃ cākramayanti
Sie gehen den Weg der Sonne, indem sie das Pferd nach Osten und nach Westen schreiten lassen.
tasmād asā ādityaḥ prāṅ caiti pratyaṅ ca
Darum geht jene Sonne nach Osten und nach Westen.
prājāpatyo 'śvas
Das Pferd gehört Prajāpati.
yad aśvam ākramayati
Dass er das Pferd schreiten lässt,
prajāpatinaivainaṃ cinute
(damit) schichtet er ihn (den Agni) eben durch Prajāpati.
apāṃ pṛṣṭham asi yonir agner iti puṣkaraparṇam upadadhāti
„Der Rücken der Wasser bist du, der Schoß Agnis“ – mit diesem (Spruch) legt er das Lotusblatt hin.
sva evainaṃ yonau cinute
In seinem eigenen Schoß eben schichtet er ihn.
śāntyā anuddāhāya ‖
Zur Besänftigung, damit er nicht verbrennt.
vardhamāno mahām̐ ā ca puṣkara iti
„Wachsend, groß, und im Lotus“ –
vardhate hy eṣa yo bhavati
denn dieser wächst, der (Agni) wird.
divo mātrayā variṇā prathasveti
„Breite dich aus mit dem Maß des Himmels, mit der Breite“ –
prathayaty eva
er breitet ihn eben aus.
brahma yajñānaṃ prathamaṃ purastād iti rukmam upadadhāti
„Das Brahman, das Erkennen, (ist) das erste, vorn“ – mit diesem (Spruch) legt er die goldene Scheibe nieder [Anm.: rukma = goldene Scheibe].
brahmamukhābhir vai prajāpatiḥ prajābhir ārdhnot
Mit Geschöpfen, die das Brahman zum Mund haben, gedieh Prajāpati.
ṛddhyai
Zum Gedeihen.
ekavim̐śatinirbādho bhavati
Sie hat einundzwanzig Stacheln [?] [Anm.: nirbādha = Lücke/Öse, an denen die Scheibe hängt].
pratiṣṭhityai
Zum Halt.
ekavim̐śatir devalokās
Einundzwanzig sind die Götterwelten.
tebhya eva bhrātṛvyaṃ nirbādhate
Von diesen eben drängt er den Rivalen fort.
adhastān nirbādhān kuryāt
Nach unten soll er die Nirbādhas machen.
bhrātṛvyasya nigṛhītyai
Zum Niederhalten des Rivalen.
na pṛthivyāṃ nāntarikṣe na divy agniś cetavyas
Nicht auf der Erde, nicht im Luftraum, nicht im Himmel ist das Feuer zu schichten.
yat pṛthivyāṃ cinvītauṣadhīś śucā nirdahet
Würde er es auf der Erde schichten, so würde er die Pflanzen durch Glut verbrennen.
yad antarikṣe vayām̐si
(Würde er es) im Luftraum (schichten), (verbrennte er) die Vögel.
yad divi divam
(Würde er es) im Himmel (schichten, verbrennte er) den Himmel.
amṛtam̐ hiraṇyam
Unsterblichkeit ist das Gold.
yad rukmam upadadhāti
Dass er die goldene Scheibe hinlegt,
amṛta evāgniṃ cinute ‖
(damit) schichtet er das Feuer eben in Unsterblichkeit.
hiraṇyagarbhas samavartatāgra iti puruṣam̐ hiraṇyayam upadadhāti
„Der Goldkeim entstand am Anfang“ – mit diesem (Spruch) legt er den goldenen Mann nieder.
yajamānalokam evaitena dādhāra
Die Welt des Opferherrn eben hält er hiermit fest.
atho madhyejyotiṣam evāgniṃ cinute
Auch: Ein Feuer mit dem Licht in der Mitte schichtet er.
drapsaś caskandety abhimṛśati
Mit „Der Tropfen ist hervorgesprungen“ berührt er (den Löffel).
hotrāsv evainam̐ satye pratiṣṭhāpayati
In den Hotṛ-Rezitationen eben stellt er ihn im Wahren fest.
sarpaśīrṣair upatiṣṭhate
Mit den Schlangenköpfen (den Sprüchen) verehrt er.
mṛtyava evainaṃ paridadāti
Dem Tod eben übergibt er ihn.
atho yā sarpe tviṣis tām evāvarunddhe
Auch: Den Glanz, der in der Schlange ist, eben gewinnt er.
yad upadadhyāt pramāyukas syāt
Legte er (Schlangenköpfe) hin, so würde er früh sterben.
yat samīcīnam itaraiś śīrṣair upadadhyād grāmyān paśūn dam̐śukās syur
Legte er (die Schlange) einander zugewandt mit den anderen Köpfen hin, so würden sie zu den Haustieren beißend sein.
yad viṣūcīnam āraṇyān
Legte er sie auseinander gewandt hin, so (würden sie) die wilden (Tiere beißen).
yajur eva vadet
Er soll nur den Opferspruch sprechen.
tenaiva tāṃ tviṣim avarunddhe
Damit eben gewinnt er jenen Glanz.
tena śāntam
Dadurch ist es besänftigt.
etasmād dha vai purāgnicitam adidṛkṣanta
Früher wollten sie einen, der Agni geschichtet hatte, wegen dieser (Gefahr) nicht sehen [?].
sarvā hy etās tviṣīr avāruddha yāgnau yā sarpe yā sūrye
Denn alle diese Glanzkräfte hat er gewonnen, die in Agni, die in der Schlange, die in der Sonne sind.
athaitad vāmadevasya rākṣoghnaṃ yajñamukhe
Nun dieser Rakṣas-tötende (Spruch) des Vāmadeva am Beginn des Opfers.
yajñamukhe vai yajñaṃ rakṣām̐si jighām̐santi
Am Beginn des Opfers wollen die Rakṣas das Opfer schlagen.
rakṣasām apahatyai
Zur Vertreibung der Rakṣas.
pañcarcaṃ bhavati
Er hat fünf Verse.
pāṅkto 'gnir
Fünffach ist Agni.
yāvān evāgnis tasmād rakṣām̐sy apahanti
So groß Agni ist, davon schlägt er die Rakṣas weg.
sarvā diśo 'nuparicāraṃ juhoti
Er opfert ringsum nach allen Himmelsrichtungen umhergehend.
digbhya eva rakṣām̐si hanti
Von den Himmelsrichtungen eben schlägt er die Rakṣas.
srucā upadadhāti
Zwei Opferlöffel legt er hin.
ime evaitad upadhatte
Diese beiden (Welten) eben legt er hierbei nieder.
tūṣṇīm upadadhāti
Schweigend legt er sie hin.
na hīme yajuṣāptum arhati
Denn diese beiden kann man nicht durch einen Opferspruch erreichen.
ātmā vai puruṣo bāhū srucau
Das Selbst ist der Mann, die Arme die Löffel.
yat srucā upadadhāti
Dass er zwei Löffel legt,
sātmatvāya
(dient) der Vollständigkeit des Selbst.
dakṣiṇato vai devānāṃ rakṣām̐sy āhutīr niṣkāvam ādan
Von Süden her verschlangen die Rakṣas den Göttern die Opfergaben, sie zogen sie heraus [?].
tāni kārṣmaryeṇāntaradadhata
Diese (Gaben) schützten sie durch Kārṣmarya-Holz [Anm.: kārṣmarya = Holz des Gmelina-Baums; Löffel daraus].
yat kārṣmaryamayīṃ dakṣiṇata upadadhāti
Dass er (einen Löffel) aus Kārṣmarya-Holz im Süden hinlegt,
rakṣasām antarhityai ‖
(dient) dem Fernhalten der Rakṣas.
ghṛtena pūrayati
Er füllt ihn mit Ghee.
vajro vai kārṣmaryo vajro ghṛtam
Ein Donnerkeil ist das Kārṣmarya-Holz, ein Donnerkeil das Ghee.
vajra eva vajraṃ dadhāti
Donnerkeil legt er auf Donnerkeil.
gāyatryopadadhāti
Mit der Gāyatrī legt er hin.
gāyatro vā agnir gāyatracchandās
Agni gehört zur Gāyatrī, er hat das Gāyatra-Versmaß.
svenaivainaṃ chandasā samardhayati
Mit seinem eigenen Versmaß lässt er ihn gedeihen.
dadhnaudumbarīṃ pūrayati
Mit Dickmilch füllt er den (Löffel) aus Udumbara-Holz.
annaṃ vai dadhy ūrg udumbaras
Nahrung ist Dickmilch, Kraft der Udumbara.
anna evorjaṃ dadhāti
In die Nahrung eben legt er Kraft.
triṣṭubhopadadhāti
Mit der Triṣṭubh legt er hin.
aindrī vai triṣṭub annam indriyam
Die Triṣṭubh gehört Indra, Nahrung ist Sinneskraft.
indriyam evānnādyam avarunddhe
Sinneskraft und Speisegenuss gewinnt er.
iyaṃ vai kārṣmaryamayy asā audumbarī
Diese (Erde) ist die aus Kārṣmarya, jene (der Himmel) die aus Udumbara.
yad audumbarīm uttarām upadadhāti
Dass er die aus Udumbara als obere hinlegt,
tasmād asā asyā uttarā
darum ist jener (Himmel) höher als diese (Erde).
mūrdhanvatī
Sie haben einen Kopf [?].
mūrdhaivaitābhyāṃ kriyate
Der Kopf eben wird durch diese beiden gemacht.
virājy agniś cetavyas
In der Virāj ist Agni zu schichten.
srug vai virāḍ
Der Löffel ist die Virāj.
yat srucā upadadhāti
Dass er zwei Löffel hinlegt,
virājy evāgniṃ cinute ‖
(damit) schichtet er das Feuer eben in der Virāj.