Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 31

Anuvāka 10 Besprengen, Ausbreiten des Prastara-Grasbüschels, Umlegen der Paridhi-Hölzer, Auflegen der Brennhölzer.

devīr āpo agreguva iti

„Ihr göttlichen Wasser, die ihr vorangeht“ – so;

yajñam eva praṇayati

das Opfer führt er voran.

premaṃ yajñaṃ nayata pra yajñapatiṃ tirateti

„Führt dieses Opfer voran, fördert den Opferherrn“ – so;

āśiṣam evāśāste

einen Segenswunsch erbittet er.

agner vai medho 'pākrāmat

Von Agni entwich nämlich die Opferkraft (medha).

kṛṣṇo bhūtvā sa vanaspatīn prāviśat

Schwarz geworden ging sie in die Bäume ein.

prokṣitās stha kṛṣṇo 'sy ākhareṣṭhā agnaye tvā juṣṭaṃ prokṣāmīti

„Besprengt seid ihr; schwarz bist du, im Loch [?] sitzend; dem Agni dich genehm besprenge ich“ – so;

tam eva medham avarunddhe

eben diese Opferkraft gewinnt er.

atho yasyā eva devatāyai prokṣati tasyā enaṃ juṣṭaṃ karoti

Zudem: welcher Gottheit er besprengt, dieser macht er ihn genehm.

vedir asi barhiṣe tvā juṣṭaṃ prokṣāmi barhir asi srugbhyas tvā juṣṭaṃ prokṣāmīti

„Vedi bist du; für das Opferstreu dich genehm besprenge ich; Opferstreu bist du; für die Schöpflöffel dich genehm besprenge ich“ – so.

prajā vai barhiḥ pṛthivī vediḥ

Das Opferstreu sind nämlich die Geschöpfe, die Erde die Vedi;

prajā eva pṛthivyāṃ pratiṣṭhāpayati

die Geschöpfe stellt er auf der Erde fest.

ūrjā pṛthivīṃ gacchateti

„Mit Kraft geht zur Erde“ – so;

pṛthivyām evorjaṃ dadhāti

in die Erde legt er Kraft.

tasmāt pṛthivīṃ prajā upajīvanti

Daher leben die Geschöpfe von der Erde.

upajīvanīyo bhavati ya evaṃ veda ‖

Zum Lebensunterhalt für andere wird, wer so weiß.

bahvīr āsādayet

Viele (Wasser) soll er hinstellen;

yāvatīr vai prokṣaṇīr āsādayati tāvatīr asyāmuṣmiṃl loka āpas

soviele Besprengungswasser er hinstellt, soviele Wasser hat er in jener Welt.

tasmād bahvīr āsādyāḥ

Daher sind viele hinzustellen.

purastāt prastaraṃ gṛhṇāti

Von vorn ergreift er den Prastara (Grasbüschel).

mukhyam eva yajamānaṃ karoti

Den Opferherrn macht er zum Ersten (Vornehmsten).

yāvad dhastena paryāpnuyāt tāvantaṃ gṛhṇīyāt

Soviel er mit der Hand umfassen kann, soviel soll er nehmen;

akṣodhuko yajamāno bhavaty anagnaṃbhāvuko 'dhvaryur

der Opferherr wird nicht hungrig [?], der Adhvaryu nicht der Nacktheit verfallend [?].

yad vidhūnuyāt prajāṃ cāsya paśūm̐ś ca vidhūnuyāt

wenn er schüttelte, würde er seine Nachkommenschaft und sein Vieh abschütteln.

yad evāsya svaṃ yad vittaṃ yad vedyaṃ tat pramārṣṭi

denn was sein Eigenes, was sein Besitz, was Erwerbbares ist, das wischt er ab.

yad evainam āgamiṣyad bhavati tat pratinudate ‖

was ihm zukünftig kommen würde, das stößt er zurück.

dakṣiṇatas saṃnahanam̐ stṛṇāti

Nach Süden hin breitet er das Bindeband aus.

tasmād dakṣiṇato nīviḥ

Daher ist der Knoten (Gürtelschurz) rechts.

prastaraṃ dhārayan paridhīn paridadhāti

Den Prastara haltend legt er die Paridhi-Hölzer um;

yajamāno vai prastaras

der Prastara ist nämlich der Opferherr;

svayam evaitad yajamāna ātmānaṃ paridadhāti

der Opferherr umgibt damit sich selbst.

sam̐hitān paridhīn paridadhāti

Zusammenschließende Paridhi-Hölzer legt er um;

rakṣasām ananvavāyāya

damit die Rakṣas nicht nachdringen.

na purastāt paridadhāti

Nicht von vorn legt er sie um;

asā evāsmād āditya udyan purastād rakṣām̐sy apahanti

die Sonne, aufgehend, schlägt für ihn von vorn die Rakṣas weg.

ūrdhve samidhā ādadhāti

Zwei aufwärts gerichtete Brennhölzer legt er auf;

upariṣṭād eva rakṣām̐si hanti

von oben schlägt er die Rakṣas.

savitur bāhū stho devajanānāṃ vidharaṇir iti

„Savitṛs Arme seid ihr, der Götterleute Stützen“ – so;

savitur hy etau bāhū devajanānāṃ vidharaṇir

denn dies sind Savitṛs Arme, der Götterleute Stütze.

vasūnāṃ rudrāṇām ādityānām̐ sadanam asīti

„Der Vasus, Rudras, Ādityas Sitz bist du“ – so;

yā eva devatā abhyajayam̐s tābhya enat sadanaṃ karoti

die Gottheiten, die sie eroberten, denen macht er es zum Sitz.

juhv ehi ghṛtācīti

„Juhū, komm, Ghee-Triefende“ – so;

etad vā āsāṃ priyaṃ dhāma yad ghṛtavat

Das ist nämlich ihre liebe Stätte, was schmalzreich ist;

priyeṇaivainā dhāmnā samardhayati

mit der lieben Stätte stattet er sie aus.

dhruvā asadann ṛtasya yonau tā viṣṇo pāhīti

„Die Festen haben sich im Schoß der Ordnung niedergesetzt; Viṣṇu, schütze sie“ – so;

yathāhaiṣa te bhāgas taṃ gopāyasvety evam evaitad viṣṇum āhaitat ta ājyaṃ tad gopāyasveti ‖

wie wenn er sagte „Das ist dein Anteil, den hüte“, so sagt er damit zu Viṣṇu: „Das ist deine Opferbutter, die hüte.“