Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 31

Anuvāka 7 Zusammenschütten der Opfermassen, Bereitung des Puroḍāśa, die Geburt von Ekata, Dvita und Trita und die Entsühnung vom Bösen.

devasya tvā savituḥ prasava iti

„Auf des Gottes Savitṛ Antrieb (schütte ich) dich zusammen“ – so;

savitṛprasūta evainad devatābhyas saṃvapati

von Savitṛ angetrieben schüttet er es für die Gottheiten zusammen.

amuṣmai juṣṭam iti

„Dem N.N. genehm“ – so;

yasyā eva devatāyai saṃvapati havir eva karoti

welcher Gottheit er es zusammenschüttet, das macht er zur Opfergabe.

api tasyā enaj juṣṭaṃ karoti

Zudem macht er es ihr genehm.

pavitravati saṃvapati

Beim Seihtuch schüttet er zusammen;

havir eva karoti

zur Opfergabe macht er es.

amṛtaṃ vā āpas

Das Wasser ist nämlich Unsterblichkeit (Amṛta);

amṛtam eva havyaṃ karoti

Unsterbliches macht er zur Opfergabe.

sam āpa oṣadhībhis sam oṣadhayo raseneti

„Die Wasser mit den Pflanzen, die Pflanzen mit dem Saft“ – so;

anyā vā etāsām anyā jinvanty oṣadhayas

Andere von diesen (Pflanzen) beleben andere nämlich, die Pflanzen [?];

yad vo revatī revatyaṃ yad vo haviṣyā haviṣyaṃ yad vo jagatīr jagatyam iti

„was an euch, ihr Reichen, Reichtum ist; was an euch Opfergabe-Tauglichen Opfergabe ist; was an euch, ihr Beweglichen, Bewegliches ist“ – so.

āpo vai revatīr oṣadhayo madhumatīḥ paśavo jagatīs

Die Wasser sind nämlich die Reichen, die Pflanzen die Honigsüßen, die Tiere die Beweglichen;

apa oṣadhīḥ paśūm̐s tān evāsmā ekadhā sam̐sṛjya madhumataḥ karoti ‖

Wasser, Pflanzen, Tiere – diese verbindet er für ihn zu einem und macht sie honigsüß.

janayatyai tveti saṃyauti

„Für die Erzeugende dich“ – so vereinigt er sie;

mithunam eva karoti

ein Paar macht er dadurch.

makhasya śiro 'sīti

„Du bist des Makha Haupt“ – so;

yajño vai makhas

das Opfer ist nämlich Makha;

yajñasyaiva śiraḥ karoti

des Opfers Haupt macht er.

gharmo 'si viśvāyur uru prathasvoru te yajñapatiḥ prathatām iti

„Gharma bist du, das All-Leben; breite dich weit aus; weit breite sich dein Opferherr aus“ – so;

pratyuṣṭaṃ rakṣa iti

„Verbrannt ist der Rakṣas“ – so;

yajñamukhād eva rakṣām̐sy apahanti

vom Anfang des Opfers schlägt er die Rakṣas weg.

gharmo vā eṣo 'rdhamāse'rdhamāse pravṛjyate yat puroḍāśas

Dieser Gharma wird nämlich alle Halbmonate „ausgeglüht“, nämlich der Puroḍāśa (Opferkuchen).

sa īśvaro 'śānto yajamānasya paśūn nirdahas

Ungestillt vermöchte er des Opferherrn Vieh zu verbrennen,

yat paryagniṃ karoti

wenn er ihn nicht mit Feuer umkreist (paryagni).

śāntyā anirdāhāya

zur Besänftigung, damit nicht verbrannt wird.

ebhya evainal lokebhyaś śamayati

von diesen Welten her besänftigt er ihn.

puroḍāśaṃ vā adhiśritaṃ rakṣām̐sy ajighām̐san

Den aufgesetzten Puroḍāśa wollten nämlich die Rakṣas verletzen (schlagen).

sa nāko nāma divi rakṣohāgnis

Da (war) Nāka mit Namen im Himmel der Rakṣas-tötende Agni;

so 'smād rakṣām̐sy apāhan

der schlug von ihm die Rakṣas weg.

devas tvā savitā śrapayatu varṣiṣṭhe 'dhi nāka iti

„Gott Savitṛ soll dich garkochen auf der höchsten Wölbung, dem Nāka“ – so;

agnis te tanvaṃ mā him̐sīd iti

„Agni soll deinen Leib nicht verletzen“ – so;

tvacaṃ grāhayati ‖

Die Haut (Kruste) läßt er fassen (sich bilden).

tasmān mastiṣkaḥ paritatas

Daher ist das Gehirn ringsum umhüllt.

yāni vā imāni śīrṣṇaḥ kapālāni tāni kapālāni

Was hier die Schädelschalen am Kopf sind, das sind die Opferscherben (kapāla);

yo mastiṣkas sa puroḍāśas

was das Gehirn ist, das ist der Puroḍāśa.

yan nābhivāsayed āvir mastiṣkas syāt

Wenn er ihn nicht überdeckte, läge das Gehirn offen;

tasmād guhā mastiṣkas

daher ist das Gehirn verborgen.

tasmād asthi mām̐sena cchannam

daher ist das Knochen mit Fleisch bedeckt.

vedenābhyūhati

Mit dem Veda-Besen [?] streicht er darüber;

tasmāc chiraḥ keśaiś channam

daher ist der Kopf mit Haaren bedeckt.

te devās taṃ nāvindata yasmin yajñasya krūraṃ mārkṣyāmaha iti

Diese Götter fanden den nicht, an dem sie „des Opfers Blutiges (Rohes) abwischen wollten“.

so 'gnir abravīd ahaṃ vas taṃ janayiṣyāmi yasmin yajñasya krūraṃ mārkṣyadhva iti

Da sprach Agni: „Ich werde euch den erzeugen, an dem ihr des Opfers Blutiges abwischen sollt.“

so 'po 'ṅgāreṇābhyapātayat

Er ließ mit einer Kohle auf das Wasser (etwas) fallen;

tata ekato 'jāyata

daraus wurde Ekata geboren.

yad ātmano niramimīta tad ātmīyānām ātmīyatvam

Was er aus sich selbst gestaltete, davon rührt das „Zu-sich-Gehörige“ derer, die zu ihm gehören [?].

yad adbhyo niramimīta tad āpīyānām āpīyatvam

Was er aus dem Wasser gestaltete, davon rührt das „Wasser-Gehörige“ der Āpya [?].

antarvedi ninayati

Innerhalb der Vedi gießt er es aus;

ulmukenābhighārayati

Mit einem Feuerbrand läßt er es begießen [?];

śṛtakāmā hi devās

denn die Götter lieben Gekochtes.

te 'timṛjānā āyan

Diese gingen (mit dem Blutigen) übermäßig wischend;

sūryābhyudite te 'mṛjata

beim Sonnenaufgang wischten sie ab;

sūryābhyuditas sūryābhinimrukte

den bei Sonnenaufgang (Wischenden) (wischten sie) beim Sonnenuntergang;

sūryābhinimruktaḥ kunakhini

den bei Sonnenuntergang Wischenden (machten sie) zu einem mit schlechten Nägeln [?];

kunakhī śyāvadati

der mit schlechten Nägeln zum Schwarzzahnigen [?];

śyāvadan parivitte

der Schwarzzahnige zum Jüngeren-vor-dem-Älteren-Verheirateten [?];

parivittaḥ parivividāne

der Zurückgesetzte zum Vorzeitig-Heiratenden;

parivividāno 'gredidhiṣau

der Vorzeitig-Heiratende zum Mann einer Wiederverheirateten (agredidhiṣu) [?];

agredidhiṣur didhiṣūpatau

der agredidhiṣu zum Gatten einer Didhiṣū [?];

didhiṣūpatir vīrahaṇi

der Didhiṣūpati zum Männertöter;

vīrahā brahmahaṇi

der Männertöter zum Brahmanenmörder;

brahmahā bhrūṇahani

der Brahmanenmörder zum Embryotöter;

bhrūṇahanam eno nātyeti ‖

den Embryotöter geht die Sünde nicht vorüber [?].