vasoḥ pavitram asi śatadhāraṃ vasūnāṃ pavitram asi sahasradhāram iti
„Du bist das Seihtuch des Guten (Vasu), hundertströmig; du bist das Seihtuch der Vasus, tausendströmig“ – so.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 31
vasoḥ pavitram asi śatadhāraṃ vasūnāṃ pavitram asi sahasradhāram iti
„Du bist das Seihtuch des Guten (Vasu), hundertströmig; du bist das Seihtuch der Vasus, tausendströmig“ – so.
vasūnāṃ vā etad bhāgadheyaṃ yat pavitram
Der Anteil der Vasus ist nämlich das, was Seihtuch ist;
tebhya evainaṃ karoti
ihnen macht er es zu.
prajāpatiḥ prajā asṛjata
Prajāpati schuf die Geschöpfe.
tasyokhe asram̐setām
Ihm fielen zwei Töpfe (ukhā) herab [?].
sa ete ukhe apaśyat
Er sah diese beiden Töpfe.
tābhyām ādatta
Mit ihnen nahm er (das Nötige) auf.
yad ete ukhe bhavataḥ
Daß diese beiden Töpfe da sind,
prajāpater evoke pratidadhāti
so setzt er Prajāpatis beide Töpfe (wieder) ein.
ayakṣmā vaḥ prajayā sam̐sṛjāmīti
„Ohne Krankheit verbinde ich euch mit Nachkommenschaft“ – so –
ayakṣmā evaināḥ karoti
krankheitsfrei macht er sie.
rāyaspoṣeṇa bahulā bhavantīr iti
„Mit Reichtumsgedeihen viel werdend“ – so –
bhūmānam evainā gamayati
zur Fülle bringt er sie.
madhumad ghṛtavat pinvamānā iti
„Honigsüß, schmalzreich strotzend“ – so –
madhumad eva ghṛtavad devebhyo havyaṃ karoti
honigsüß, schmalzreich macht er den Göttern die Opfergabe.
jīvā jīvantīr upa vas sademeti
„Lebende, Lebendige, wir wollen uns bei euch niedersetzen“ – so –
āśiṣam evāśāste ‖
einen Segenswunsch erbittet er.
mātariśvano gharmo 'sīti
„Du bist Mātariśvans Gharma (Glutkessel/Heißtrank)“ – so.
antarikṣaṃ vai mātariśvano gharmas
Der Luftraum ist nämlich Mātariśvans Gharma.
dyaur asi pṛthivy asīti
„Himmel bist du, Erde bist du“ – so –
divam evaināṃ pṛthivīm akar
Himmel und Erde hat er sie gemacht [?].
viśvadhāyāh pareṇa dhāmnāhrutāsi mā hvār iti
„Alles tragend, mit höherer Satzung ungekrümmt bist du; krümme nicht“ – so –
dṛm̐haty evainām
fest macht er sie.
pavitram apidadhāti
Das Seihtuch deckt er darüber.
oṣadhīnāṃ caiva paśūnāṃ ca payas sam̐sṛjati
Die Milch der Pflanzen und der Tiere verbindet er.
sā viśvāyus sā viśvavyacās sā viśvadhāyā iti
„Sie ist alles Leben, sie ist alles Umfassende, sie ist alles Tragende“ – so.
asau vai viśvāyur antarikṣaṃ viśvavyacā iyaṃ viśvadhāyās
Jene (Himmel) ist nämlich das Alleben, der Luftraum das Allumfassende, diese (Erde) die Alles-Tragende.
imān eva lokān yathāpūrvaṃ pradāpayati
Diese Welten läßt er der Reihe nach (an die Opfergabe) geben.
ime 'smai lokā yathāpūrvaṃ prattā duhre
Diese Welten, der Reihe nach gegeben, melken für ihn [?].
tisro yajuṣābhimantrayate
Mit drei Opfersprüchen spricht er sie an;
traya ime lokās
drei sind diese Welten;
eṣv eva lokeṣu rasaṃ dadhāti
in diese Welten legt er Saft (Kraft).
tasmād imāṃl lokān prajā upajīvanti
Daher leben die Geschöpfe von diesen Welten.
upajīvanīyo bhavati ya evaṃ veda ‖
Zum Lebensunterhalt für andere wird, wer so weiß.
hutas stoko huto drapsa ity anumantrayate
„Geopfert ist der Tropfen, geopfert der Spritzer“ – so spricht er nach.
askandāya
Damit nichts verschüttet wird.
agnaye bṛhate nākāya svāheti
„Dem Agni, dem großen, dem Himmelsgewölbe, svāhā“ – so.
iyaṃ vā agnir bṛhan nākas
Diese (Erde) ist Agni, das große Himmelsgewölbe.
bahu vā etasya duhyamānasya skandati
Viel nämlich fällt von diesem, während es gemolken wird, herab;
asyām evainat pratiṣṭhāpayati
auf ihr stellt er es fest.
askandāya
Damit nichts verschüttet wird.
na dārupātreṇa duhyāt
Nicht in einem hölzernen Gefäß soll man melken;
agnimad vai dārupātram
denn Holzgefäß enthält Feuer [?].
yātayāmena haviṣā yajeta
Mit abgestandener (kraftloser) Opfergabe würde er opfern.
tad u ha smāhur dārteyāḥ puroḍāśamukhaṃ vai havir na vā itaitaḥ puroḍāśam̐ haviṣo yāmo 'sti dogdhavyam eveti
Dazu aber sagen die Dārteyas: „Die Opfergabe hat den Puroḍāśa als Mund; von hier und dort her gibt es beim Puroḍāśa keinen Abstand der Opfergabe; gemolken werden muß eben.“
na śūdro duhyāt
Nicht soll ein Śūdra melken.
asato vā eṣa saṃbhūtas
Aus dem Nichtseienden nämlich ist dieser entstanden;
asat syāt
nichtseiend würde es (das Opfer) werden.
yad vāva pavitram atyeti tad dhavir
Was am Seihtuch vorbeigeht, das ist (bloß) Opfergabe [?].
agnihotram eva śūdro na duhyāt
Gerade für das Agnihotra soll ein Śūdra nicht melken;
tad dhi notpunanti
denn das reinigen sie nicht (durch Seihen) [?].
saṃpṛcyadhvam ṛtāvarīr iti pratyānayati
„Vermischt euch, ihr Ordnungsgemäßen“ – so gießt er (die Milch) zurück.
śṛtatvāya
Damit es gargekocht (gekocht) sei.
śṛtakāmā hi devāḥ ‖
Denn die Götter lieben Gekochtes.
indrasya tvā bhāgam̐ somenātanacmīti
„Indras Anteil (dich) lasse ich mit Soma gerinnen“ – so –
somam evainaṃ karoti
zum Soma macht er sie.
somo vai devānāṃ parokṣam̐ sānnāyyam
Soma ist nämlich der Götter, verborgen, das Sānnāyya (Milch-Opfermischung) [Anm.: sānnāyya = Gerinnungsopfer aus Sauer- und Süßmilch beim Darśapūrṇamāsa].
tasya ha tvai somapīthas saṃtato ya evaṃ vidvān sānnāyyena yajate
Dessen Somatrunk ist fortlaufend, der so wissend mit Sānnāyya opfert.
adastam asi viṣṇava iti
„Ungebunden [?] bist du, dem Viṣṇu“ – so.
yajño vai viṣṇur
Viṣṇu ist nämlich das Opfer;
yajñāyaivainadadastaṃ karoti
dem Opfer macht er es „adasta“ (ungeschmälert) [?].
na mṛtpātreṇāpidadhyāt
Nicht mit einem Tongefäß soll er zudecken;
yan mṛtpātreṇāpidadhyāt pitṛdevatyam̐ havis syāt
wenn er mit einem Tongefäß zudeckte, würde die Opfergabe den Vätern gehören;
dārupātreṇāpidadhāti
mit einem Holzgefäß deckt er zu.
agnimad vai dārupātram
Das Holzgefäß enthält nämlich Feuer [?];
agnir eva havyaṃ rakṣate
Agni selbst schützt die Opfergabe.
udanvat kuryāt
Wasserhaltig soll er es machen;
āpo rakṣoghnīs
die Wasser sind Rakṣas-Töterinnen,
rakṣasām apahatyai
zur Abwehr der Rakṣas.
viṣṇo havyaṃ rakṣasveti
„Viṣṇu, schütze die Opfergabe“ – so;
viṣṇur eva havyaṃ rakṣate
Viṣṇu schützt die Opfergabe.
āpo jāgṛteti
„Wasser, wacht“ – so.
āpo vai yajñasya goptrīs
Die Wasser sind nämlich die Hüterinnen des Opfers;
tābhya evainat paridadāti ‖
ihnen vertraut er sie an.