Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 31

Anuvāka 12 Die Vedi und der Veda-Besen, der Upaveṣa und der Utkara.

agne 'dabdhāyo 'śīrtatana iti

„Agni, unbetrogen, unverletzten Leibes“ [?] – so;

yad evāntaryanti yat krūraṃ kurvanti tac chamayati

was sie dazwischenkommen lassen, was sie Blutiges (Grausames) tun, das besänftigt er.

aviṣaṃ naḥ pituṃ kṛdhīti

„Mach uns die Speise giftlos“ – so;

annam evāsmai svadayati

Speise macht er ihm schmackhaft.

sudhīn yonīn suṣadāṃ pṛthivīm iti

„Gut zu gründende Schöße, die gut zu besitzende Erde“ [?] – so;

suṣad evainam̐ sādayati

gut sitzend läßt er ihn sich setzen.

vedir vai devebhyo 'pākrāmat

Die Vedi entwich nämlich vor den Göttern.

tāṃ vedenānvavindan

Sie fanden sie mit dem Veda (Grasbüschel, Besen).

tad vedasya vedatvam

Darin liegt das „Veda-Sein“ des Veda [Anm.: Wortspiel vedi – veda von vid „finden“];

strī vai vediḥ pumān vedas

Die Vedi ist nämlich weiblich, der Veda männlich.

yad vedena vedim̐ saṃmārṣṭi

Daß er mit dem Veda die Vedi reinigt,

prajāpater vā etāni śmaśrūṇi yad vedas

Das sind nämlich Prajāpatis Barthaare, was der Veda ist.

yāṃ patnīṃ kāmayeta putraṃ vindeteti tasyā upastha āsyet

Wessen Gattin er wünscht: „Sie soll einen Sohn finden“, der soll sich in ihrem Schoß niedersetzen [?].

vi vā etad yajñaṃ chinatti yad ardhamāse sam̐sthāṃ gamayati

Das Opfer zerschneidet er nämlich, wenn er es im Halbmonat zum Abschluß bringt.

yad vedam̐ saṃtatam āhavanīyāt stṛṇāti

Daß er den Veda ununterbrochen vom Āhavanīya an ausbreitet,

tenaiva yajñaṃ saṃtanoti

damit verknüpft er das Opfer.

tam̐ saṃtatam uttare 'rdhamāsa ālabhate ‖

Den ununterbrochenen nimmt er im folgenden Halbmonat wieder auf.

eṣa vai vanaspatīnāṃ pariveṣṭā yad upaveṣas

Das ist nämlich der Umwinder der Bäume, was der Upaveṣa (Schürstab) ist.

ya evaṃ vedādabdhā asya veśā bhavanti

Wer so weiß, dessen Häuser (?)/Stäbe [veśa, wohl „Behausung“; Deutung unsicher] sind unbetrogen [?].

purastāt pratyañcam upahanti

Von vorn schiebt er ihn nach rückwärts.

tasmāt pratīcīnāvasitā veśā bhavanti

Daher sind die Häuser nach Westen zu abgeschlossen [?].

sthavimata upahanti

Beim Ältesten (Hausherrn) legt er ihn hin [?].

anativādanā enaṃ veśā bhavanti

Nicht übel beredet sind ihm die Häuser [?].

sarpebhyo vai yajñe kriyate

Für die Schlangen wird nämlich im Opfer (etwas) gemacht;

sarpa upaveṣo valmīka utkaras

die Schlange ist der Upaveṣa, der Termitenhügel der Utkara (Abfallhaufen).

yad upaveṣam utkara upahanti

Daß er den Upaveṣa auf den Utkara legt,

tasmāt sarpāṇāṃ valmīko gṛhāḥ ‖

daher ist der Termitenhügel das Haus der Schlangen.