Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 31

Anuvāka 6 Das Einlegen der Glut und der Scherben (kapāla) des Gharma-Topfes mit Sprüchen und Deutungen.

nirdagdhaṃ rakṣo nirdagdhārātir iti

„Verbrannt ist der Rakṣas, verbrannt der Feind“ – so;

rakṣasām apahatyai

zur Abwehr der Rakṣas.

apāgne agnim āmādaṃ jahīti

„Agni, schlage den rohfleischfressenden Agni weg“ – so;

ya āmāt kravyāt tam apahatya yajñiye devayajana upadadhāti

den, der Rohfleisch-, Leichenfleischfresser ist, schlägt er weg und legt (das Feuer) auf den opfertauglichen Götteropferplatz.

yad adhastād aṅgāram upavartayati

Daß er unten Glut hinwälzt,

asmim̐s tena loke jyotir dhatte

damit legt er in diese Welt Licht;

yad upariṣṭād adhivartayati

daß er oben (Glut) darüberwälzt,

antarikṣe tena jyotir dhatte

damit legt er in den Luftraum Licht.

asā evāsyādityo 'muṣmiṃl loke jyotir bhavati sarve 'smā ime lokā jyotiṣmanto bhavanti

Jene Sonne wird ihm in jener Welt zum Licht; ihm werden alle diese Welten lichtvoll.

trīṇi samīcīnāny upadadhāti

Drei zusammenpassende (Scherben) legt er hin;

trayaḥ prāṇāḥ prāṇo vyāno 'pānas

drei sind die Atemkräfte: Einatem, Zwischenatem, Ausatem;

tān eva yajamāne dadhāti

diese legt er in den Opferherrn.

eṣv eva lokeṣv ṛdhnoti ‖

in diesen Welten gedeiht er.

dhruvam asi pṛthivīṃ dṛm̐heti

„Fest bist du; festige die Erde“ – so;

pṛthivīm eva dṛm̐hati

die Erde macht er fest.

āyur dehi prāṇaṃ dehīti

„Gib Leben, gib Atem“ – so;

āśiṣam evāśāste

einen Segenswunsch erbittet er.

dharuṇam asy antarikṣaṃ dṛm̐heti

„Tragend bist du; festige den Luftraum“ – so;

antarikṣam eva dṛm̐hati

den Luftraum macht er fest.

cakṣur dehīti

„Gib Sehkraft“ – so;

āśiṣam evāśāste

einen Segenswunsch erbittet er.

dhartram asi divaṃ dṛm̐heti

„Träger bist du; festige den Himmel“ – so;

divam eva dṛm̐hati

den Himmel macht er fest.

ojo dehi balaṃ dehīti

„Gib Kraft, gib Stärke“ – so;

āśiṣam evāśāste

einen Segenswunsch erbittet er.

dharmāsi diśo dṛm̐heti

„Halter bist du; festige die Himmelsrichtungen“ – so;

diśa eva dṛm̐hati

die Himmelsrichtungen macht er fest.

rayiṃ dehi poṣaṃ dehīti

„Gib Reichtum, gib Gedeihen“ – so;

āśiṣam evāśāste

einen Segenswunsch erbittet er.

yantram asy āśā dṛm̐heti

„Zügel [?] bist du; festige die Weltgegenden (Hoffnungen)“ – so;

āśā eva dṛm̐hati

die Weltgegenden macht er fest.

rūpaṃ dehi varṇaṃ dehīti

„Gib Gestalt, gib Farbe (Glanz)“ – so;

āśiṣam evāśāste ‖

einen Segenswunsch erbittet er.

prajāpatir vai yad agre samabhavat

Als Prajāpati im Anfang entstand,

sa etāvaccha eva samabhavat

entstand er nur in dieser Ausdehnung [?].

ekaṃ vā agre śīrṣṇaḥ kapālam̐ saṃbhavaty atha dvitīyam atha tṛtīyam atha caturtham atha pañcamam atha ṣaṣṭham atha saptamam athāṣṭamam

Zuerst entsteht nämlich am Kopf eine Schädelschale, dann die zweite, dann die dritte, dann die vierte, dann die fünfte, dann die sechste, dann die siebente, dann die achte.

yad aṣṭau samīcīnāny upadadhāti

Daß er acht zusammenpassende (Scherben) hinlegt,

ātmānam evaitad yajamānas sam̐skurute

damit bildet der Opferherr sich selbst zu;

tam̐ sam̐skṛtam amuṣmiṃl loke 'nuparaiti

ihn, den Zugebildeten, folgt er in jener Welt nach [?].

gāyatrīṃ tac chanda āpnoti ‖

damit erlangt er das Gāyatrī-Versmaß.

yad ekādaśa triṣṭubhaṃ tat

Daß (er) elf (hinlegt), das ist die Triṣṭubh;

yad dvādaśa jagatīṃ tat

daß zwölf, das ist die Jagatī.

chandassaṃmitāny evopadadhāti

Den Versmaßen entsprechend legt er sie hin.

citas stha paricita iti

„Aufgeschichtet seid ihr, ringsum aufgeschichtet“ – so;

sarvāṇy eva yajuṣmanti karoti

alle macht er opferspruchhaltig.

bhṛgūṇām aṅgirasāṃ tapasā tapyadhvam iti

„Durch die Glut der Bhṛgus und Aṅgiras werdet heiß“ – so;

etāsām evaināni devatānāṃ tapasā tapati

mit der Glut eben dieser Gottheiten erhitzt er sie.

yāni gharme kapālāny upacinvanti vedhasa iti

„Welche Scherben im Gharma die Weisen (Vedhas) aufschichten“ – so.

asau vā ādityo gharmas

Jene Sonne ist nämlich der Gharma;

tasya diśaḥ kapālāni

seine Scherben sind die Himmelsrichtungen.

tā evaitad vimuñcati yathāyatanam

Diese löst er damit wieder, jede an ihre Stelle.

pūṣṇas tāny api vrata indravāyū vimuñcatām iti

„Sie alle sollen in Pūṣans Satzung Indra und Vāyu lösen“ – so;

indravāyū evaiṣāṃ vimotārau karoti ‖

Indra und Vāyu macht er zu deren Lösern.