apaḥ praṇayati
Er führt das Wasser vor.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 31
apaḥ praṇayati
Er führt das Wasser vor.
āpo vai yajñas
Das Wasser ist nämlich das Opfer;
yajñam eva tatvā pracarati
das Opfer selbst ausspannend [?] geht er ans Werk.
āpo devānāṃ priyaṃ dhāma
„Das Wasser ist der Götter liebe Stätte“ –
devānām eva priyaṃ dhāma praṇīya pracarati
der Götter liebe Stätte vorführend geht er ans Werk.
āpo rakṣoghnīs
Die Wasser sind Rakṣas-Töterinnen,
rakṣasām apahatyai
zur Abwehr der Rakṣas.
āpo vajras
Die Wasser sind der Donnerkeil;
vajram eva bhrātṛvyāya praharati
den Donnerkeil schleudert er auf den Nebenbuhler.
āpaś śraddhā
Die Wasser sind Vertrauen (śraddhā).
śrad dha vā asmai devāś śran manuṣyā dadhate yasyaivaṃ viduṣo yasyaivaṃ vidvān apaḥ praṇayati
Vertrauen fassen für ihn Götter und Menschen, für den so Wissenden, der so wissend das Wasser vorführt.
karmaṇe vām iti hastā avanenikte
„Zur Tat euch beide“ – so spült er die Hände ab.
karma hy etat kriyate
Denn eine Tat wird da vollzogen.
vānaspatyam asi pratyuṣṭaṃ rakṣa iti
„Vom Baum stammend bist du; verbrannt ist der Rakṣas“ – so.
yajñamukhād eva rakṣām̐sy apahanti
Vom Anfang des Opfers her schlägt er die Rakṣas weg.
urv antarikṣaṃ vīhīti
„Den weiten Luftraum durcheile“ – so –
samaṣṭyai
zur Vollständigkeit [?].
dhūr asi dhūrva dhūrvantam iti
„Joch (Deichsel) bist du; schädige den Schädiger“ – so.
dhuryo vā eṣo 'gnis
Dieser Agni ist nämlich der Zugstier (Joch-Träger);
yad anālabhyātīyād yajamānam̐ śucārpayet
wenn er ihn nicht berührend vorüberginge, würde er den Opferherrn in Kummer stürzen.
dvau vai puruṣasya bhrātṛvyau yaṃ ca dveṣṭi yaś cainaṃ dveṣṭi
Zwei Nebenbuhler hat nämlich ein Mann: den, den er haßt, und den, der ihn haßt;
tā evāsya śucārpayati ‖
diese beiden stürzt er in Kummer.
devānām asi vahnitamam iti
„Der Götter bester Beförderer bist du“ – so;
devebhya evainad vahni karoti
für die Götter macht er ihn zum Beförderer.
viṣṇoḥ kramo 'sy ahrutam asi havirdhānaṃ dṛm̐hasva mā hvār iti
„Viṣṇus Schritt bist du, ungekrümmt bist du; Havirdhāna (Opfergabenkarren), sei fest, krümme dich nicht“ – so –
dṛm̐haty evainat
fest macht er ihn.
mitrasya tvā cakṣuṣā prekṣa iti
„Mit Mitras Auge blicke ich auf dich“ – so –
mitram evainat kurute
zum Mitra macht er ihn.
uru tvā vātāyeti
„Weit dich für den Wind“ – so.
yad vai kiṃ ca vāto nābhivāti tad varuṇasya
Was der Wind nicht anweht, das gehört dem Varuṇa;
avaruṇyam evainat karoti
varuṇa-los macht er es.
devasya tvā savituḥ prasava iti
„Auf des Gottes Savitṛ Antrieb (schütte ich) dich“ – so –
savitṛprasūta evainad devatābhyo nirvapati
von Savitṛ angetrieben schüttet er es den Gottheiten hin.
amuṣmai juṣṭam iti
„Dem N.N. genehm“ – so;
yasyā eva devatāyai nirvapati tasyā enaj juṣṭaṃ karoti
welcher Gottheit er es hinschüttet, dieser macht er es genehm.
yacchantu tvā pañceti
„Es sollen dich fünf halten“ – so;
pañca vā ṛtavas
fünf sind nämlich die Jahreszeiten;
ṛtūn eva prīṇāti
die Jahreszeiten erfreut er.
te 'smai prītāḥ kalpante
Diese, erfreut, fügen sich für ihn zurecht;
kalpante 'smā ṛtavo ya evaṃ veda ‖
es fügen sich ihm die Jahreszeiten zurecht, der so weiß.
rakṣāyai tvā nārātyā iti
„Zum Schutz (dich), nicht dem Feind“ – so –
rakṣasām apahatyai
zur Abwehr der Rakṣas.
idaṃ devānām idaṃ nas saheti
„Dies der Götter, dies unser, o Mächtiger“ [?] – so –
vyāvṛttyai
zur Absonderung.
svar abhivyakhyam iti
„Das Licht will ich überschauen“ – so.
tama iva vā eṣa prapadyate parīṇaham
Wie in ein Dunkel tritt dieser nämlich ein, ringsum umschlossen;
svar evābhivipaśyati
das Licht selbst erblickt er.
ime vai lokā haviṣo gṛhītād udavepanta
Diese Welten zitterten nämlich auf, als die Opfergabe genommen wurde;
tān devā etena yajuṣādṛm̐han
sie machten die Götter mit diesem Opferspruch fest.
dṛm̐hantāṃ duryā iti
„Fest sollen die Türen (Wohnstätten) sein“ – so;
imān eva lokān dṛm̐hati
diese Welten macht er fest.
urv antarikṣaṃ vīhīti brūyād vyāyuko 'dhvaryus syāt
Sagte er „Den weiten Luftraum durcheile“, würde der Adhvaryu an Lebenskraft verlieren [?].
urv antarikṣaṃ prehīti
„Den weiten Luftraum geh hin“ – so (soll er sagen);
avyāyuko 'dhvaryur bhavati ya evaṃ veda
nicht an Lebenskraft verliert der Adhvaryu, der so weiß.
agne havyaṃ rakṣasvety upasādayati
„Agni, schütze die Opfergabe“ – so stellt er sie hin.
agnir eva havyaṃ rakṣate ‖
Agni selbst schützt die Opfergabe.