Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 31

Anuvāka 3 Das Vorführen des Wassers, das Ausschütten der Opfergabe und die zugehörigen Sprüche mit Deutungen.

apaḥ praṇayati

Er führt das Wasser vor.

āpo vai yajñas

Das Wasser ist nämlich das Opfer;

yajñam eva tatvā pracarati

das Opfer selbst ausspannend [?] geht er ans Werk.

āpo devānāṃ priyaṃ dhāma

„Das Wasser ist der Götter liebe Stätte“ –

devānām eva priyaṃ dhāma praṇīya pracarati

der Götter liebe Stätte vorführend geht er ans Werk.

āpo rakṣoghnīs

Die Wasser sind Rakṣas-Töterinnen,

rakṣasām apahatyai

zur Abwehr der Rakṣas.

āpo vajras

Die Wasser sind der Donnerkeil;

vajram eva bhrātṛvyāya praharati

den Donnerkeil schleudert er auf den Nebenbuhler.

āpaś śraddhā

Die Wasser sind Vertrauen (śraddhā).

śrad dha vā asmai devāś śran manuṣyā dadhate yasyaivaṃ viduṣo yasyaivaṃ vidvān apaḥ praṇayati

Vertrauen fassen für ihn Götter und Menschen, für den so Wissenden, der so wissend das Wasser vorführt.

karmaṇe vām iti hastā avanenikte

„Zur Tat euch beide“ – so spült er die Hände ab.

karma hy etat kriyate

Denn eine Tat wird da vollzogen.

vānaspatyam asi pratyuṣṭaṃ rakṣa iti

„Vom Baum stammend bist du; verbrannt ist der Rakṣas“ – so.

yajñamukhād eva rakṣām̐sy apahanti

Vom Anfang des Opfers her schlägt er die Rakṣas weg.

urv antarikṣaṃ vīhīti

„Den weiten Luftraum durcheile“ – so –

dhūr asi dhūrva dhūrvantam iti

„Joch (Deichsel) bist du; schädige den Schädiger“ – so.

dhuryo vā eṣo 'gnis

Dieser Agni ist nämlich der Zugstier (Joch-Träger);

yad anālabhyātīyād yajamānam̐ śucārpayet

wenn er ihn nicht berührend vorüberginge, würde er den Opferherrn in Kummer stürzen.

dvau vai puruṣasya bhrātṛvyau yaṃ ca dveṣṭi yaś cainaṃ dveṣṭi

Zwei Nebenbuhler hat nämlich ein Mann: den, den er haßt, und den, der ihn haßt;

tā evāsya śucārpayati ‖

diese beiden stürzt er in Kummer.

devānām asi vahnitamam iti

„Der Götter bester Beförderer bist du“ – so;

devebhya evainad vahni karoti

für die Götter macht er ihn zum Beförderer.

viṣṇoḥ kramo 'sy ahrutam asi havirdhānaṃ dṛm̐hasva mā hvār iti

„Viṣṇus Schritt bist du, ungekrümmt bist du; Havirdhāna (Opfergabenkarren), sei fest, krümme dich nicht“ – so –

mitrasya tvā cakṣuṣā prekṣa iti

„Mit Mitras Auge blicke ich auf dich“ – so –

uru tvā vātāyeti

„Weit dich für den Wind“ – so.

yad vai kiṃ ca vāto nābhivāti tad varuṇasya

Was der Wind nicht anweht, das gehört dem Varuṇa;

avaruṇyam evainat karoti

varuṇa-los macht er es.

devasya tvā savituḥ prasava iti

„Auf des Gottes Savitṛ Antrieb (schütte ich) dich“ – so –

savitṛprasūta evainad devatābhyo nirvapati

von Savitṛ angetrieben schüttet er es den Gottheiten hin.

amuṣmai juṣṭam iti

„Dem N.N. genehm“ – so;

yasyā eva devatāyai nirvapati tasyā enaj juṣṭaṃ karoti

welcher Gottheit er es hinschüttet, dieser macht er es genehm.

yacchantu tvā pañceti

„Es sollen dich fünf halten“ – so;

pañca vā ṛtavas

fünf sind nämlich die Jahreszeiten;

ṛtūn eva prīṇāti

die Jahreszeiten erfreut er.

te 'smai prītāḥ kalpante

Diese, erfreut, fügen sich für ihn zurecht;

kalpante 'smā ṛtavo ya evaṃ veda ‖

es fügen sich ihm die Jahreszeiten zurecht, der so weiß.

rakṣāyai tvā nārātyā iti

„Zum Schutz (dich), nicht dem Feind“ – so –

idaṃ devānām idaṃ nas saheti

„Dies der Götter, dies unser, o Mächtiger“ [?] – so –

svar abhivyakhyam iti

„Das Licht will ich überschauen“ – so.

tama iva vā eṣa prapadyate parīṇaham

Wie in ein Dunkel tritt dieser nämlich ein, ringsum umschlossen;

svar evābhivipaśyati

das Licht selbst erblickt er.

ime vai lokā haviṣo gṛhītād udavepanta

Diese Welten zitterten nämlich auf, als die Opfergabe genommen wurde;

tān devā etena yajuṣādṛm̐han

sie machten die Götter mit diesem Opferspruch fest.

dṛm̐hantāṃ duryā iti

„Fest sollen die Türen (Wohnstätten) sein“ – so;

imān eva lokān dṛm̐hati

diese Welten macht er fest.

urv antarikṣaṃ vīhīti brūyād vyāyuko 'dhvaryus syāt

Sagte er „Den weiten Luftraum durcheile“, würde der Adhvaryu an Lebenskraft verlieren [?].

urv antarikṣaṃ prehīti

„Den weiten Luftraum geh hin“ – so (soll er sagen);

avyāyuko 'dhvaryur bhavati ya evaṃ veda

nicht an Lebenskraft verliert der Adhvaryu, der so weiß.

agne havyaṃ rakṣasvety upasādayati

„Agni, schütze die Opfergabe“ – so stellt er sie hin.

agnir eva havyaṃ rakṣate ‖

Agni selbst schützt die Opfergabe.