samṛtayajño vā eṣa yad darṣapūrṇamāsau
Ein zusammengefügtes Opfer ist nämlich dieses: Darśapūrṇamāsa (Neu- und Vollmondopfer).
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 31
samṛtayajño vā eṣa yad darṣapūrṇamāsau
Ein zusammengefügtes Opfer ist nämlich dieses: Darśapūrṇamāsa (Neu- und Vollmondopfer).
kasya vāha devatā yajñam āgacchanti kasya vā na bahūnām̐ samānam ahar yajamānānām
Zu wessen Opfer kommen die Gottheiten, zu wessen nicht, wenn für viele Opferherrn derselbe Tag ist?
yo vai devatāḥ pūrvedyur gṛhṇāti tasya śvo bhūte yajñam āgacchanti
Wer die Gottheiten am Vortag ergreift, zu dessen Opfer kommen sie am folgenden Tag.
mamāgne varco vihaveṣv astv iti pūrvam agniṃ gṛhṇāti
„Mein, Agni, sei Glanz in den Anrufungen“ – so ergreift er zuerst Agni.
agnis sarvā devatās
Agni ist alle Gottheiten;
devatā eva pūrvedyur gṛhṇāti
die Gottheiten ergreift er am Vortag;
tāś śvo bhūte 'bhiyajate
sie verehrt er am folgenden Tag mit Opfer.
barhiṣā vai pūrṇamāse vratam upayanti vatsair amāvasyāyām
Mit dem Opferstreu nämlich nehmen sie beim Vollmond das Gelübde auf, mit den Kälbern beim Neumond.
purā vatsānām apākartor dampatī aśnītas
Bevor die Kälber abgesondert werden, sollen Mann und Frau (Opferherr und Gattin) essen [?].
hastā avanijya dakṣiṇato 'gnes tiṣṭhan brūyād agne vratapate vratam ālabha iti
Nachdem er die Hände gewaschen, soll er südlich vom Feuer stehend sprechen: „Agni, Herr der Gelübde, ich nehme das Gelübde auf.“
agnir vai vratapatir brāhmaṇo vratabhṛt
Agni ist nämlich der Herr der Gelübde, der Brāhmaṇa der Gelübdeträger.
vratapataya eva procya vratam ālabhate
Nachdem er es dem Herrn der Gelübde angekündigt hat, nimmt er das Gelübde auf;
sam asmai vratam ṛdhyate
ihm gelingt das Gelübde.
yadi nimrukte sūrye vratam ālabhetāgnim upasthāyaitad yajur vadet
Wenn er nach Sonnenuntergang das Gelübde aufnähme, soll er Agni verehrend diesen Opferspruch sprechen;
agnim̐ hi sa tarhi praviṣṭas
denn dann ist die (Sonne) in Agni eingegangen.
agnir hotopa tam̐ huva iti pātram abhimṛśati yena havir nirvapsyan bhavati
„Agni, den Hotṛ, rufe ich herbei“ – so berührt er das Gefäß, mit dem er die Opfergabe hinschütten will.
durgrahā vai devatā durgraho yajñas
Schwer zu ergreifen sind nämlich die Gottheiten, schwer zu ergreifen das Opfer;
devatāś caivaitad yajñaṃ ca gṛhṇāti
die Gottheiten und das Opfer ergreift er damit.
ā devā yantu sumanasyamānā iti
„Es sollen die Götter kommen, wohlgesinnt“ – so;
etā vai devānāṃ devahūtayas
das sind nämlich der Götter Götteranrufungen;
yanty asya devā devahūtim
zu seiner Götteranrufung kommen die Götter;
na yajñāc chidyate ya evaṃ veda
vom Opfer wird nicht abgeschnitten, wer so weiß.
vyantu devā haviṣo me asyeti
„Die Götter sollen von dieser meiner Opfergabe genießen“ – so;
āśiṣam evāśāste ‖
einen Segenswunsch erbittet er.
yunajmi tvā brahmaṇā daivyeneti paridhiṣu paridhīyamāneṣu vadati
„Ich schirre dich an mit göttlichem heiligem Wort“ – so spricht er, während die Paridhi-Hölzer umgelegt werden.
agner vā eṣa yogas
Das ist nämlich Agnis Anschirrung;
brahmaṇaivāgniṃ yunakti
mit dem heiligen Wort schirrt er Agni an;
yukto 'sya havyaṃ devebhyo vahati
angeschirrt trägt er seine Opfergabe zu den Göttern.
aṅgiraso māsya yajñasya prathamānuvākair avantv iti
„Die Aṅgiras sollen mich bei diesem Opfer mit den ersten Anuvākas fördern“ – so;
sāmidhenīnām evaiṣa yogas
das ist die Anschirrung der Sāmidhenī-Verse (Anzündungsverse).
tāsāṃ yuktānāṃ yāṃ kāmayata āśiṣaṃ tām avarunddhe
Von diesen angeschirrten: welchen Segenswunsch er begehrt, den gewinnt er.
samiddho agnir āhuta iti
„Entzündet ist Agni, angerufen“ – so;
samiddhir evaiṣā
das ist eben die Entzündung.
mano 'si prājāpatyaṃ manasā mā bhūtenāviśeti
„Sinn (manas) bist du, dem Prajāpati gehörig; komm mit dem Sinn, mit dem Gewordenen in mich“ [?] – so;
mana iva vai prajāpatiḥ
Prajāpati ist nämlich gleichsam der Sinn;
prājāpatyo yajñas
das Opfer gehört Prajāpati;
yajñam eva saṃtanoti
das Opfer verknüpft er.
vāg asy aindrī sapatnakṣayaṇī vācā mendriyeṇāviśeti
„Rede bist du, zu Indra gehörig, Gegner-Vernichterin; komm mit der Rede, mit Sinneskraft in mich“ – so;
indriyaṃ vai vāg
die Rede ist nämlich Sinneskraft (indriya);
indriyam evāvarunddhe ‖
Sinneskraft gewinnt er.
na vai tad vidur yadi brāhmaṇā vasantā yajanti brāhmaṇā vā yadi tasya varṣer anyasya vā yasya bruvate yasyaivarṣer bruvāṇo yajate taṃ tad iṣṭaṃ gacchati netaram upanamati
Man weiß nämlich nicht, ob die Brāhmaṇas, die dort wohnen, (für sich) opfern, oder ob für den Seher (ṛṣi) jenes oder eines anderen, dessen (Namen) sie nennen; wessen Sehers (Namen) er nennend opfert, zu dem geht jenes Geopferte, nicht wendet es sich einem anderen zu [?].
tat pravaraṃ pravṛṇāne brūyād devāḥ pitaraḥ pitaro devā yo 'smi sa san yaja iti
Wenn er die Pravara-Wahl (Ahnenreihe) trifft, soll er sprechen: „Götter, Väter, Väter, Götter – der ich bin, der (sei) seiend, opfere.“ [?]
ya eva kaśca san yajate taṃ tad iṣṭam āgacchati netaram upanamati
Wer immer als der, der er ist, opfert, zu dem kommt jenes Geopferte, nicht wendet es sich einem anderen zu.
devebhya eva pitṛbhyo yajñaṃ paridadāti
Den Göttern und Vätern vertraut er das Opfer an;
tam asya te gopayanti
sie hüten es ihm.
sam iṣṭāpūrtena gacchati
Er gelangt zum Verdienst aus Opfer und frommem Werk (iṣṭāpūrta);
svarge loke tad asyākṣayyam aparimitaṃ bhavati
in der Himmelswelt wird ihm das unvergänglich, unermeßlich.
vasantam ṛtūnāṃ prīṇāmīti
„Den Frühling unter den Jahreszeiten erfreue ich“ – so;
pañca vā ṛtavas
fünf sind nämlich die Jahreszeiten;
ṛtūn eva prīṇāti
die Jahreszeiten erfreut er.
te 'smai prītāḥ kalpante 'smā ṛtavo ya evaṃ veda ‖
Erfreut fügen sie sich für ihn zurecht; es fügen sich ihm die Jahreszeiten zurecht, der so weiß.
iti śrīmadyajurvedakāṭhake carakaśākhāyāṃ puroḍāśabrāhmaṇaṃ nāmaikatriṃśaṃ sthānakaṃ saṃpūrṇam ‖
So ist im ehrwürdigen Kāṭhaka des Yajurveda, in der Caraka-Schule, das einunddreißigste Sthānaka, mit Namen Puroḍāśa-Brāhmaṇa, vollendet.