prajāpatir vā oṣadhīḥ paruśśo veda
Prajāpati kannte die Pflanzen Glied für Glied [Anm.: paruśas, „gliedweise“; hier der Opferstreu (barhis) aus Gras].
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 31
prajāpatir vā oṣadhīḥ paruśśo veda
Prajāpati kannte die Pflanzen Glied für Glied [Anm.: paruśas, „gliedweise“; hier der Opferstreu (barhis) aus Gras].
prajāpatyo 'śvas
Das Roß gehört zu Prajāpati –
yad aśvaparśvā barhir dāti
wenn man mit dem „Roßrippen-Schnitt“ (aśvaparśu [?]) das Opferstreu schneidet,
oṣadhīnām ahim̐sāyai
(geschieht es) zur Unversehrtheit der Pflanzen.
devasya tvā savituḥ prasava iti
„Auf des Gottes Savitṛ Antrieb (schneide ich) dich“ – so (spricht er) –
savitṛprasūta evaināṃ devatābhir ādatte
von Savitṛ angetrieben nimmt er sie zusammen mit den Gottheiten an sich.
goṣad asīti
„Du bist im Rinderstall sitzend“ – so –
rayim eva yajamāne dadhāti
Reichtum legt er so in den Opferherrn.
pratyuṣṭaṃ rakṣa iti
„Verbrannt ist der Rakṣas-Dämon“ – so –
yajñamukhād eva rakṣām̐sy apahanti
vom Anfang (Mund) des Opfers schlägt er die Rakṣas weg.
preyam agād dhiṣaṇā barhir accheti
„Diese Dhiṣaṇā ist zum Opferstreu hin gegangen“ – so –
vidyā vai dhiṣaṇā
Dhiṣaṇā ist nämlich das (Opfer-)Wissen;
vidyayaivainad acchaiti
mit dem Wissen geht er hin zu ihm.
manunā kṛtā svadhayā vitaṣṭeti
„Von Manu gemacht, mit Svadhā zugehauen“ –
manunā hy eṣā kṛtā svadhayā vitaṣṭā
denn diese ist von Manu gemacht, mit Svadhā zugehauen.
urv antarikṣaṃ vīhīti
„Den weiten Luftraum durcheile“ – so –
samaṣṭyai
zur Vollständigkeit [?].
indrasya pariṣūtam asīti
„Du bist von Indra Ausgepreßtes/Umgürtetes“ [pariṣūta, Deutung unsicher] [?] – so –
yad vā idaṃ kiṃca tad indrasya pariṣūtam
denn alles, was es hier gibt, ist Indras pariṣūta [?].
yathā śreyase procya karma karoty evam evaitad indrāya procya barhir dāti
Wie einer, nachdem er es einem Höheren angekündigt hat, ein Werk tut, so schneidet er das Opferstreu, nachdem er es Indra angekündigt hat.
yāvat paridiśati yat tat sarvaṃ na dāti yajñasya tad atiricyate
So viel er abgrenzend bezeichnet – schneidet er das nicht alles, so bleibt das vom Opfer übrig.
yad vai yajñasyātiricyate bhrātṛvyaṃ tena vardhayati
Was aber vom Opfer übrigbleibt, damit läßt er den Nebenbuhler (Feind) wachsen.
ekam̐ stambaṃ paridiśet
Einen Büschel soll er (ungeschnitten) abgrenzen;
tam̐ sarvaṃ dāyāt
den soll er ganz (nicht?) schneiden [?] –
yajñasyānatirekāya
damit vom Opfer nichts übrigbleibt.
yat sarvaṃ dāyān na paśubhyo jīvanam ucchiṣet
Wenn er alles schnitte, bliebe den Tieren kein Lebensunterhalt übrig;
ekāṃ vā śnuṣṭiṃ dve vocchim̐ṣet
so soll er eine oder zwei Grasspitzen [?] (stehen) lassen.
na yajñasyātirecayati
So läßt er nichts vom Opfer übrigbleiben,
ut paśubhyo jīvanam̐ śim̐ṣati
(und) den Tieren läßt er den Lebensunterhalt übrig.
mādho mopari parus ta ṛdhyāsam iti
„Weder unten noch oben möge dein Glied mir mißlingen [?]; gedeihen möge ich“ – so –
ṛddhyai
zum Gedeihen.
ācchettā te mā riṣad iti
„Der Abschneider soll dir nicht schaden“ – so.
yāvadyāvad vā avidvān adhvaryur barhiṣo dāti tāvad asyātmano mīyate
Soviel nämlich ein nichtwissender Adhvaryu vom Opferstreu schneidet, soviel wird von seinem eigenen Selbst abgeschnitten [?].
nāsyātmano mīyate ya evaṃ veda
Von dessen Selbst wird nichts abgeschnitten, der so weiß.
deva barhiś śatavalśaṃ viroheti
„Gott Opferstreu, hundertsprossig wachse auf“ –
oṣadhiṣv eva bhūmānaṃ dadhāti
so legt er Fülle in die Pflanzen.
sahasravalśā vi vayaṃ ruhemeti
„Tausendsprossig mögen wir aufwachsen“ –
āśiṣam evāśāste
so erbittet er einen Segenswunsch.
adityā rāsnāsīti
„Du bist Aditis Gürtel“ –
iyam aditis
diese (Erde) ist Aditi;
asyā evainad rāsnāṃ karoti
ihr macht er ihn zum Gürtel.
indrāṇyās saṃnahanam iti
„(Du bist) Indrāṇīs Verschnürung“ –
indrāṇī vā agre devatānām̐ samanahyata
Indrāṇī nämlich gürtete sich im Anfang unter den Göttinnen [?/unter den Gottheiten].
sārdhnot
Da gedieh sie.
ṛddhyai
Zum Gedeihen.
barhis saṃnahyati
Er bindet das Opferstreu zusammen.
prajā vai barhiḥ
Das Opferstreu sind nämlich die Nachkommen (Geschöpfe);
prajānām aparāvāpāya
damit die Nachkommen nicht verloren gehen [?].
tasmāt snāvnā prajās saṃtatā ‖
Deshalb sind die Geschöpfe durch Sehnen [?] verbunden.
pūṣā te granthiṃ grathnātv iti
„Pūṣan knüpfe dir den Knoten“ – so –
puṣṭir vai pūṣā
Pūṣan ist nämlich das Gedeihen;
puṣṭim eva yajamāne dadhāti
Gedeihen legt er in den Opferherrn.
sa te māsthād iti
„Der soll dir nicht abgehen [?]“ – so –
ahim̐sāyai
zur Unversehrtheit.
indrasya tvā bāhubhyām udyaccha iti
„Mit Indras Armen erhebe ich dich“ – so –
indrasyaivainad bāhubhyām udyacchate
mit Indras Armen erhebt er es.
bṛhaspates tvā mūrdhnā harāmīti
„Mit Bṛhaspatis Haupt trage ich dich“ – so.
brahma vai bṛhaspatis
Bṛhaspati ist nämlich das heilige Wort (Brahman);
brahmaṇaivainad dharati
mit dem heiligen Wort trägt er es.
devaṃgamam asīti
„Du bist zu den Göttern gehend“ – so.
bahu vā etasya pūrvedyur āhriyamāṇasya skandati
Viel nämlich fällt von diesem, am Vortag herbeigeholt, herab;
askannam evainad devebhyas saṃprayacchati
unverschüttet übergibt er es den Göttern.
tad āharanti kavayaḥ purastād iti
„Das bringen die Seher von vorn herbei“ – so –
brāhmaṇā vai kavayas
die Brāhmaṇas sind nämlich die Seher;
brāhmaṇā hy etad āharanti
denn Brāhmaṇas holen dies herbei.
devebhyo juṣṭam iha barhir āsada iti
„Den Göttern genehm, hier setze sich das Opferstreu“ – so –
devebhya evainaj juṣṭaṃ karoti ‖
den Göttern macht er es genehm.