Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 36

Anuvāka 10 Die Gattin beim Sākamedha-Opfer, Nirṛti und der Löffel, die spielenden Maruts, Sieg über Vṛtra, die fünf Gaben.

savatsā gāvo vasanti

Kühe mit Kälbern bleiben (dabei),

yat patnī nāśnīyād asākamedhās syur

Äße die Gattin nicht, so wären sie (die Opfer) keine Sākamedhas.

nirṛtir vā etad yajñasya gṛhṇāti yat stry aśnāti

Nirṛti [Anm.: Göttin des Verderbens] ergreift dies vom Opfer, wenn eine Frau isst.

nirṛtir vai strī

Nirṛti ist nämlich die Frau.

striyā eṣa hasto yad darvis

Der Schöpflöffel (darvi) ist die Hand der Frau.

yad darvyā juhoti

Dass er mit dem Löffel opfert,

nirṛtyaiva nirṛtiṃ niravadayate

dadurch sondert er Nirṛti eben durch Nirṛti aus.

yad vai yajñasya svagākṛtiṃ na prāpnoti nirṛtis tad gṛhṇāti

Was am Opfer die (rechte) Vollendung nicht erreicht, das ergreift Nirṛti [?].

nirṛtigṛhītā vai darvis

Der Löffel ist von Nirṛti ergriffen (gehört ihr),

taptam̐ hy eṣāvacarati

denn er geht in das Heiße hinein.

yad darvyā juhoti

Dass er mit dem Löffel opfert,

nirṛtigṛhītayaiva nirṛtiṃ niravadayate

damit sondert er Nirṛti eben durch das von Nirṛti Ergriffene aus.

sa śvo vṛtram̐ hantum upaplāyata

Er (Indra) rückte am folgenden Tag heran, den Vṛtra zu erschlagen.

taṃ marutaḥ parikrīḍanta āyan

Die Maruts kamen spielend um ihn herum.

te 'syāpvāṃ vyanayan

Sie führten dessen Angst (Verwirrung, apvā) fort [?].

ta enam abhyadharṣayan

Sie machten ihn kühn (stärkten ihn zum Angriff) [?].

tasmāt krīḍayas

Darum die Krīḍins (Spielenden) [Anm.: Name der Marut-Opfer, Krīḍin-Maruts].

te saṃyattā āsan

Sie standen einander kampfbereit gegenüber.

te devā asurāṇāṃ param antaṃ na parāpaśyan

Die Götter sahen der Asuras äußerstes Ende nicht.

te marutaḥ krīḍīn krīḍato 'paśyan

Sie sahen die Maruts spielen, die Spielenden.

te 'vidur jitamanaso vā ima iti

Sie erkannten: „Diese haben wahrlich einen siegreichen Sinn.“

tebhya etaṃ bhāgaṃ niravapan

Für sie stellten sie diesen Anteil hin.

asau vā āditya indras

Jener Āditya (Sonne) ist Indra.

raśmayaḥ krīḍayas

Die Strahlen sind die Krīḍins.

sākaṃ raśmibhiḥ pracaranti

Mit den Strahlen zusammen ziehen sie einher,

devā vai vṛtram̐ hataṃ na vyajānan

Die Götter erkannten nicht, dass Vṛtra erschlagen war.

taṃ maruto 'dhyakrīḍan

Die Maruts spielten über ihn hin (tanzten auf ihm).

athaitāni pañca havīm̐ṣi

Nun diese fünf Opfergaben,

indrāgnī vai taṃ vajreṇābhyauhatām

Indra und Agni schleuderten (trafen) ihn mit dem Donnerkeil.

atho āhur indrāgnī asmai vajram anubibhṛtām iti

Man sagt auch: „Indra und Agni trugen ihm den Donnerkeil nach.“

etena vā indro vṛtram ahan

Mit dieser erschlug Indra den Vṛtra.

sa etam uddhāram udaharata

Er nahm diesen Vorabanteil (uddhāra) heraus.

uddhāra evāsya

Der Uddhāra (Herausgehobene) ist eben dessen (Anteil),

atha vaiśvakarmaṇas

Dann die Gabe für Viśvakarman:

viśvā me karma kṛtānīti

„Alle Werke sind von mir getan“ – so.

viśvakarmā hy abhavad vṛtram̐ hatvā

Denn er wurde Viśvakarman („Allwirker“), nachdem er Vṛtra erschlagen hatte.

agne ver hotraṃ ver dūtyam ity āghāram āghārayati

Mit „Agni, du (bist) Hotṛ-Werk, du Botschaft“ [Anm.: Formel unklar, [?]] gießt er die Āghāra-Butter.

āhutīnām̐ saṃpattyai trim̐śattvāya ‖

Zur Vollzähligkeit der Spenden, zur Dreißigzahl.