āmapeṣā bhavanti
Es sind Rohgemahlene (ungeröstete Mehlgaben) [?],
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 36
āmapeṣā bhavanti
Es sind Rohgemahlene (ungeröstete Mehlgaben) [?],
sarvasyām̐haso 'veṣṭyai
zur Abtrennung (Sühne) jeder Bedrängnis.
yad bhṛjjyeyur vittvakam am̐ho 'veṣṭam̐ syāt
Würde man sie rösten, so wäre die Bedrängnis erlangt, aber nicht abgesühnt [?].
pātrebhyo vai tāḥ prajā varuṇo 'gṛhṇāt
Wegen der Trinkgefäße (pātra) ergriff Varuṇa diese Geschöpfe [?].
yat pātrāṇi
Dass es Gefäße (sind),
pātrebhya evainā varuṇān muñcati
dadurch löst er sie eben von den Gefäßen her von Varuṇa.
pratipuruṣaṃ bhavanti
Für jeden Mann gibt es (eines).
pratipuruṣam evām̐ho 'vayajate
Für jeden Mann einzeln sühnt er die Bedrängnis ab.
ekam adhi bhavati
Eines kommt darüber hinzu,
garbhebhya eva tenām̐ho 'vayajate
damit sühnt er eben die Bedrängnis für die Leibesfrüchte ab.
annād vai tāḥ prajā varuṇo 'gṛhṇāt
Wegen der Speise ergriff Varuṇa diese Geschöpfe.
śūrpeṇānnaṃ bibhrati
Mit dem Worfelkorb (śūrpa) trägt man die Speise.
tasmāc chūrpeṇa hūyate
Darum wird mit dem Worfelkorb geopfert.
strīpum̐sau juhutas
Frau und Mann opfern.
mithunā eva prajā varuṇān muñcataḥ
Als Paare lösen sie die Geschöpfe eben von Varuṇa.
purastāt pratyañcau tiṣṭhantau juhutaḥ
Sie stehen im Osten (vorn), einander zugewandt, und opfern.
purastād evāgre 'm̐ho 'vayajatas
Vorn eben sühnen sie zuerst die Bedrängnis ab.
yat pātrāṇi
Dass es Gefäße (sind):
ya eva dvipādaḥ paśavo mithunās teṣāṃ tena purastād am̐ho 'vayajatas
die zweifüßigen Wesen, die als Paare (leben) – für sie sühnen sie damit vorn die Bedrängnis ab [?].
yan meṣaś ca meṣī ca
Dass es ein Widder und ein Schaf sind:
ya eva catuṣpādaḥ paśavo mithunās teṣāṃ tenopariṣṭād am̐ho 'vayajatas
die vierfüßigen Tiere, die als Paare (leben) – für sie sühnen sie damit hinten [?] die Bedrängnis ab.
ubhayata evām̐ho 'vayajataḥ purastāc copariṣṭāc ca ‖
Nach beiden Seiten sühnen sie die Bedrängnis ab, vorn und hinten.
pātrāṇi hutvāgnim̐ saṃmārṣṭi
Nachdem er die Gefäße geopfert hat, reinigt er das Feuer.
yatrām̐ho 'vāyākṣus tasminn utpūte devatā yajān iti
„Wo sie die Bedrängnis abgesühnt haben, in dem Gereinigten sollen sie den Gottheiten opfern“ – so.
yad vai prajā varuṇo gṛhṇāti śamīṃ ca yavaṃ ca na gṛhṇāti
Wenn Varuṇa die Geschöpfe ergreift, so ergreift er doch Śamī und Gerste nicht.
hemanto hi varuṇas
Denn Varuṇa ist der Winter;
tasmād etau heman na śuṣyatas
darum trocknen diese beiden im Winter nicht aus.
yā evāvaruṇagṛhītau tābhyām enā varuṇān muñcati
Durch diese beiden, die nicht von Varuṇa ergriffen sind, löst er sie von Varuṇa.
varuṇyo vai yavo varuṇadevatyas
Die Gerste gehört zwar zu Varuṇa, hat Varuṇa zur Gottheit [?].
svenaiva bhāgadheyena varuṇaṃ niravadayate
Mit Varuṇas eigenem Anteil (bhāgadheya) gliedert er Varuṇa eben aus.
athaitā anṛtapaśū
Nun diese beiden Tiere der Unwahrheit (anṛta),
anṛtād vai tāḥ prajā varuṇo 'gṛhṇāt
denn wegen der Unwahrheit ergriff Varuṇa diese Geschöpfe;
yad etā anṛtapaśū
dass es diese beiden Tiere der Unwahrheit sind:
anṛtād evainā varuṇān muñcati
von der Unwahrheit her löst er sie eben von Varuṇa.
strīpum̐sau bhavatas
Es sind ein Weibchen und ein Männchen;
mithunā eva prajā varuṇān muñcati
als Paare eben löst er die Geschöpfe von Varuṇa.
lomaśau bhavatas
Sie sind behaart (wollig),
medhyatvāya
zur Opferreinheit.
yāvanto hi paśavo loma jagṛhus te medhaṃ prāpus
Denn welche Tiere Haar (Wolle) nahmen, die erlangten Opferwürde.
śamīparṇāni bhavanti
Es sind Śamī-Blätter,
śantvāya
zur Beruhigung.
bhūrjo vai nāmaiṣa vṛkṣaḥ
Dieser Baum heißt nämlich Bhūrja [?].
kāryā vā etasya srucaḥ
Aus diesem sind Opferlöffel zu machen.
prajāpatir vā annādyaṃ nāvārunddha
Prajāpati gewann die Speisenahrung nicht,
tac chatedhmenāvārunddha
die gewann er mit hundert Brennhölzern.
paraśśatāni kāryāṇi
Über hundert sind zu machen,
annādyasyāvaruddhyai
zum Gewinn der Speisenahrung.
sahasredhmo ha tvā am̐haso 'veṣṭiṃ vivyāca
Mit tausend Brennhölzern aber umspannte (erfasste) er die Abtrennung der Bedrängnis [?].
parassahasrāṇi kāryāṇi
Über tausend sind zu machen,
am̐haso 'veṣṭyai ‖
zur Abtrennung der Bedrängnis.