Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 36

Anuvāka 12 Ritual des Pitṛyajña: Altarform, Barhis, Feuer, Anuṣṭubh-Vers, Vor-Opfer, Verse für die Ahnen und Götter, Nachlass auf die Spitzen (Barhis).

na prācy uddhatyā

Nicht nach Osten ist (das Feuer) herauszunehmen [?],

ubhe diśā antaroddhanti

Sie nehmen (es) zwischen beiden Himmelsrichtungen heraus.

ubhaye hījyante

Denn beide (Götter und Ahnen) werden verehrt.

ubhayān eva vyaśnoti devām̐ś ca pitṝm̐ś ca

Beide erreicht er eben, Götter und Ahnen.

catussraktir vedir bhavati

Die Altarfläche (Vedi) ist vierseitig (vierecksbegrenzt).

sarvāsu hi dikṣu pitaraḥ

Denn in allen Himmelsrichtungen sind die Ahnen.

pariśrite yājayanti

Sie lassen in einer umschlossenen (Stätte) opfern,

antarhitā hy amuṣmād ādiyāt pitaras

denn die Ahnen sind verborgen; sie mögen (das Opfer) von jenem (Orte) nehmen [?].

atho antarhitā hi devebhyaś ca manuṣyebhyaś ca pitaras

Und die Ahnen sind ja verborgen vor den Göttern und den Menschen [?].

upamūlaṃ barhir dāti

Er schneidet das Barhis nahe der Wurzel ab.

yad ṛtemūlam

Was ohne Wurzel (abgeschnitten wird),

samantaṃ barhis stṛṇan paryeti

Das Barhis ringsum streuend geht er herum.

samantam̐ hīma ṛtavaḥ pariviṣṭās

Denn diese Jahreszeiten sind ringsum umgeben (bedient).

eti vā eṣo 'smāl lokād yaḥ pitṛyajñaṃ paryeti

Wer das Ahnenopfer umschreitet, der geht aus dieser Welt fort.

yad astṛṇan punaḥ paryeti

Dass er, ohne zu streuen, wieder umschreitet,

imam eva lokam upāvartate

damit kehrt er eben zu dieser Welt zurück.

amuṣmin vai pūrvasmin devatā yajanti

In jenem früheren (Ritual) opfert man den Gottheiten.

yat tatra yajed āhutīs sam̐sṛjet

Würde er dort opfern, so würde er die Spenden vermengen.

samadaṃ kuryāt

Er würde ein Durcheinander schaffen [?].

gārhapatye śṛtaṃ kurvanti

Sie lassen (den Brei) im Gārhapatya-Feuer gar werden.

tena yajñaḥ kriyate

Dadurch wird das Opfer vollzogen.

odanapacanād agnim āharanti

Aus dem Herd des Reisbreikochens holen sie das Feuer.

tad u svin nānyata āhriyate

Nun wird es doch nicht von anderswoher geholt [?].

uśantas tvā havāmaha ity anvāha

Er spricht nach: „Verlangend rufen wir dich“ [Anm.: Vers, wohl nach RV 10,16 oder ähnlich, [?]].

uśanto hi pitaras

Denn die Ahnen sind verlangend.

anuṣṭubham anvāha

Er spricht einen Anuṣṭubh-Vers nach.

anto vā anuṣṭub

Die Anuṣṭubh ist das Ende;

atho anuṣṭub bhi sarvāṇi cchandām̐si

Und in der Anuṣṭubh sind alle Versmaße.

ekalokā hi pitaras

denn die Ahnen haben eine gemeinsame Welt.

tṛtīye hi loke pitaras

denn die Ahnen sind in der dritten Welt.

nārṣeyaṃ vṛṇīte na hotāram

Er wählt (dabei) keine Ṛṣi-Abstammungsformel (ārṣeya) und keinen Hotṛ.

mṛtyor evainā utsṛjati

Er entlässt diese eben vom Tod.

apabarhiṣaḥ prayājān yajati

Er opfert die Vor-Opfer ohne Barhis.

prajā vai barhiḥ

Die Geschöpfe sind das Barhis;

prajā eva mṛtyor utsṛjati

die Geschöpfe eben entlässt er vom Tod.

saṃvyayate vai manuṣyebhyaḥ kariṣyan

Wer für Menschen etwas tun will, legt (das Obergewand) um.

dakṣiṇato devebhya upavyayate

Für die Götter legt er es rechts (über die Schulter) um [?].

athātra prācīnāvītena bhavyam

Hier nun ist mit der Opferschnur über der rechten Schulter (prācīnāvīta) zu verfahren,

dakṣiṇato 'vadāyodaṅṅ atikramya dakṣiṇāvṛtya juhoti

Nachdem er im Süden (die Anteile) abgeschnitten, nach Norden hinübergegangen ist und sich nach rechts gewendet hat, opfert er.

dakṣiṇā hi pitṝṇām ‖

Denn der Süden gehört den Ahnen.