tredhāsaṃnaddhas barhir bhavati
Das Barhis ist dreifach gebunden,
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 36
tredhāsaṃnaddhas barhir bhavati
Das Barhis ist dreifach gebunden,
tredhāsaṃnaddha idhmas
das Brennholz ist dreifach gebunden,
tredhāvihitāni hi saṃvatsareṇa cāturmāsyāni
denn die Cāturmāsya-Opfer sind durch das Jahr dreifach verteilt [Anm.: Cāturmāsya = Viermonatsopfer, drei Jahreszeiten-Opfer].
vasantā yajeta
Im Frühling soll er opfern
prajananāya
zur Fortpflanzung.
pravaṇe yajeta
An einer Abschüssigkeit (einem Gefälle) soll er opfern
prajananāya
zur Fortpflanzung.
prasvo bhavanti
Sie (die Tiere) werden fruchtbar [?].
pra mā janayānīti
„Möge ich hervorbringen“ – so.
nottaravedim upavapanti
Man streut keine obere Altarfläche (Uttaravedi) auf,
prajananāya
zur Fortpflanzung.
agniṃ manthati
Er reibt das Feuer heraus.
agniṃ vai paśavo 'nuprajāyante
Dem Feuer nämlich pflanzt sich das Vieh nach.
prajananāya
Zur Fortpflanzung.
atho vṛṣāṇam evaitaṃ yajamānāya janayati
Zudem erzeugt er damit dem Opferherrn eben den Bullen [Anm.: den Zeugungskräftigen].
paśavo vai pṛṣadājyam
Das Vieh ist die gesprenkelte Opferbutter (pṛṣadājya).
nānārūpāḥ paśavas
Verschiedengestaltig ist das Vieh.
tasmān nānārūpam āgneyaṃ ghṛtam aindraṃ dadhy aindrāgnaṃ pṛṣadājyaṃ devatayā
Darum ist verschiedengestaltig: das Ghee gehört dem Agni, die Sauermilch dem Indra, die gesprenkelte Butter dem Indra-Agni, nach der Gottheit.
prāṇāpānau vā indrāgnī
Indra und Agni sind nämlich Ein- und Ausatem.
mithunaṃ prāṇāpānau
Ein- und Ausatem sind ein Paar.
mithunayonayaḥ prajās
Die Geschöpfe haben das Paar zum Schoß.
tasmād eva mithunāt prajāyate ‖
Darum wird eben aus dem Paar gezeugt.
yadi vasantā yajeta dvir upastṛṇīyāt sakṛd abhighārayet
Wenn er im Frühling opfert, soll er zweimal unterstreuen (das Ghee unterlegen) und einmal übergießen.
oṣadhīr eva pratiṣṭhāpayati
So lässt er eben die Kräuter festen Stand gewinnen.
yadi prāvṛṣi yajeta sakṛd upastṛṇīyād dvir abhighārayet
Wenn er in der Regenzeit opfert, soll er einmal unterstreuen und zweimal übergießen.
vṛṣṭyaiva paśūn abhijigharti
So besprengt er durch den Regen eben das Vieh.
prāṇebhyo vai prajāḥ prajāyante
Aus den Lebensatemen werden die Geschöpfe gezeugt.
prāṇā etāni nava havīm̐ṣi
Diese neun Opfergaben sind die Lebensatem;
nava prāṇās
neun sind die Lebensatem;
ātmā devatā
das Selbst ist die Gottheit.
tata eva prajāyate
Daraus eben wird gezeugt.
nava prayājās
Neun Vor-Opfer (prayāja),
navānuyājās
neun Nach-Opfer (anuyāja),
dvā ājyabhāgau
zwei Butteranteile,
aṣṭau havīm̐ṣi
acht Opfergaben [?].
agnaye samavadyati
Für Agni schneidet er zusammen ab [?].
vājino yajati
Er opfert den Vājins [Anm.: Kraftspendenden, eine Gruppe von Gottheiten].
tat trim̐śat
Das sind dreißig.
trim̐śadakṣarā virāḍ
Die Virāj (Versmaß) hat dreißig Silben.
annaṃ virāḍ
Die Virāj ist die Speise.
virājy evānnādye pratitiṣṭhati
In der Virāj, eben in der Speisenahrung, gewinnt er Stand.
trim̐śadakṣarā vai virāḍ
Die Virāj hat nämlich dreißig Silben.
virājo yoneḥ prajāḥ prajāyante
Aus dem Schoß der Virāj werden die Geschöpfe gezeugt.
virāja evainā yoneḥ prajanayati ‖
Aus dem Schoß der Virāj eben lässt er sie zeugen.
trim̐śattrim̐śad vai rātrayo māsas
Dreißig und dreißig Nächte hat der Monat [Anm.: wörtlich „dreißig, dreißig“; die Zählung ist unklar, [?]].
yo vai māsas sa saṃvatsaras
Was der Monat ist, das ist das Jahr.
saṃvatsaraḥ prajāpatis
Das Jahr ist Prajāpati.
tad etat prajāpateś caiva virājaś cādhi mithunāt prajāyate
Dies wird eben aus dem Paar von Prajāpati und Virāj gezeugt.
ekaikayā vā āhutyā dvādaśadvādaśa rātrīr ayuvanta
Mit jeder einzelnen Darbringung trennten sie je zwölf Nächte ab.
tā yāvatīs saṃvatsarasya rātrayas tāvatīs saṃkhyāne
So viele Nächte, wie das Jahr hat, so viele sind es in der Zählung.
saṃvatsaram eva bhrātṛvyād yuvate
Das Jahr trennen sie eben vom Feind (bhrātṛvya) ab.
vaiśvadevena vai te caturo māso 'yuvanta
Mit dem Vaiśvadeva trennten sie vier Monate ab,
varuṇapraghāsaiḥ parām̐ś caturas
mit den Varuṇapraghāsas die weiteren vier,
sākamedhaiḥ parām̐ś caturas
mit den Sākamedhas die weiteren vier.
tān eva bhrātṛvyād yuvate
Diese trennen sie eben vom Feind ab.
yac caturaścaturo māso 'yuvanta tac cāturmāsyānāṃ cāturmāsyatvam ‖
Weil sie je vier Monate abtrennten, darin liegt das Cāturmāsya-Wesen der Cāturmāsya-Opfer.