Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 36

Anuvāka 3 Wer das Vaiśvadeva allein opfern darf; das dreizehnte Monat; Deutung der Vor- und Nachopfer (Barhis, Türen, Nacht und Morgen, Hotṛ-Paare, Göttinnen, Narāśaṃsa, Tvaṣṭṛ, Vanaspati) auf Pflanzen, Frucht, Geschöpfe.

vaiśvadevena yajate prajākāmo vā paśukāmo vā na varuṇapraghāsair na sākamedhais

Mit dem Vaiśvadeva opfert, wer Nachkommenschaft oder Vieh wünscht, nicht mit den Varuṇapraghāsas und nicht mit den Sākamedhas.

sarvo vai puruṣas sāhasro jāyate

Jeder Mensch wird nämlich mit tausendfacher (Bestimmung) geboren [?].

yāvattarasaṃ tvai gacchati

Er geht aber nur so weit, wie seine Kraft reicht.

prajananam etad dhavir yad vaiśvadevam

Diese Opfergabe, das Vaiśvadeva, dient der Fortpflanzung.

prajananam eva yajate svāṃ mātrāṃ gacchānīti

Zur Fortpflanzung eben opfert er, (denkend:) „Möge ich mein eigenes Maß erreichen.“

yadā sahasraṃ paśūn gacched atha varuṇapraghāsair yajeta

Wenn er tausend Stück Vieh erreicht hat, dann soll er mit den Varuṇapraghāsas opfern.

yad eva tat sahasram agam̐s tasyām̐ho 'vayajate

Für das Tausend, das er erreicht hat, sühnt er eben die Bedrängnis ab.

ṛtuyājī vā anyaś cāturmāsyayājy anyas

Ein anderer ist nämlich der Jahreszeiten-Opferer (ṛtuyājin), ein anderer der Cāturmāsya-Opferer.

yo vasanto 'bhūt prāvṛd abhūc charad abhūd iti yajate sa ṛtuyājī

Wer opfert, indem er denkt: „Es ist Frühling geworden, die Regenzeit ist gekommen, der Herbst ist gekommen“, der ist ein Jahreszeiten-Opferer.

yas trayodaśaṃ māsaṃ saṃpādayati sa trayodaśaṃ māsam abhiyajate sa cāturmāsyayājī

Wer den dreizehnten Monat vollmacht, der opfert auf den dreizehnten Monat hin; der ist ein Cāturmāsya-Opferer.

trīn ṛjūn iṣṭvā caturtham utsṛjet

Wenn er drei gerade (Jahre) geopfert hat, soll er das vierte auslassen.

dvau parā ṛjū iṣṭvā tṛtīyam utsṛjet

Wenn er zwei weitere gerade (Jahre) geopfert hat, soll er das dritte auslassen [?].

ye vai trayas saṃvatsarās teṣām̐ ṣaṭtrim̐śat pūrṇamāsās

Die drei Jahre haben nämlich sechsunddreißig Vollmonde.

yau dvau tayoś caturvim̐śatis

Die zwei (Jahre) haben davon vierundzwanzig.

ye ṣaṭ trim̐śaty adhi te caturvim̐śatim upayanti

Die sechs über den sechsunddreißig kommen zu den vierundzwanzig hinzu [?].

eṣa vāva sa trayodaśo māsas tam evaitat saṃpādayati

Dies eben ist jener dreizehnte Monat; den macht er damit voll.

yad barhiḥ prayājeṣu yajati

Dass er in den Vor-Opfern das Barhis verehrt,

oṣadhīs tad yajati

damit verehrt er die Kräuter;

yad barhir anuyājeṣu

dass er in den Nach-Opfern das Barhis (verehrt),

phalaṃ tad yajati

damit verehrt er die Frucht;

yad barhir vāritīnām

dass (er) das Barhis der Vāritī-Verse (verehrt) [?],

yad eva phalād adhi prajāyate tat tad yajati

damit verehrt er, was aus der Frucht erzeugt wird.

upasthaṃ tad yajati

damit verehrt er den Schoß.

yad uṣāsānaktās

Dass (er) Morgenröte und Nacht (verehrt),

vyuṣṭiṃ caiva nimruktiṃ ca tad yajati

damit verehrt er das Aufleuchten und das Untergehen.

yaj joṣṭrī

Dass (er) die beiden Wohlgefälligen (Joṣṭrī) (verehrt),

yad eva jātaṃ yaj janiṣyamāṇaṃ tad yajati

damit verehrt er, was geboren ist und was geboren werden wird.

yad ūrjāhutī

Dass (er) die beiden Saftspenden (Ūrjāhutī) (verehrt),

yad evātti ca pibati ca tat tad yajati

damit verehrt er, was man isst und was man trinkt.

yad daivyā hotārā

Dass (er) die beiden göttlichen Hotṛ-Priester (verehrt):

ime vai daivyā hotārā

diese beiden (Welten) sind die göttlichen Hotṛ-Priester;

ime eva tad yajati

diese beiden verehrt er damit.

yat tisro devīs

Dass (er) die drei Göttinnen (verehrt):

vāg vai tisro devīs

die Rede ist die drei Göttinnen;

vācam eva tad yajati

die Rede eben verehrt er damit.

cchandām̐si vai vāk

Die Versmaße sind die Rede;

chandām̐sy eva tad yajati

die Versmaße eben verehrt er damit.

narāśam̐saṃ yajati

Er verehrt Narāśaṃsa.

tanūnapād vai yajñaḥ prasṛtas

Tanūnapāt ist das Opfer, wenn es ausgebreitet ist;

narāśam̐so 'prasṛtaḥ

Narāśaṃsa, wenn es nicht ausgebreitet ist.

prasṛto vā etarhi yajñas

Ausgebreitet aber ist das Opfer jetzt;

tasmān narāśam̐sam anuyājeṣu yajati

darum verehrt er Narāśaṃsa in den Nach-Opfern.

sa hi rūpāṇi vikaroti

Denn er bildet die Gestalten um.

vanaspatiṃ yajati

Er verehrt den Vanaspati (Herrn des Waldes).

ūrg vai somo vanaspatis

Kraft ist der Soma, der Vanaspati.

saumīr imāḥ prajāḥ

Diese Geschöpfe gehören dem Soma.

prajāsv evorjaṃ dadhāti ‖

In den Geschöpfen eben legt er Kraft nieder.