Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 36

Anuvāka 4 Vājin-Opfer: die Vājins als Vieh, Regeln des Nachopfers und der Barhis-Spende, gemeinsamer Verzehr.

paśavo vai vājinas

Die Vājins sind nämlich das Vieh.

na vā eṣa suyajña iva

Dieses (Opfer) ist gleichsam kein wohlgelungenes Opfer [?],

sam̐sthite hi yajñe prahṛteṣu paridhiṣu juhoti

denn er opfert, wenn das Opfer beendet ist und die Umfassungshölzer schon geworfen sind.

yad anavānam̐ hotā yajati

Weil der Hotṛ es ohne Atem(pause) [?] opfert,

tena yajñaḥ kriyate

dadurch wird das Opfer (weiter)gemacht.

agnis samiṣṭir agniḥ pratiṣṭhitis

Agni ist die Vollendung des Opfers, Agni ist der feste Stand;

samiṣṭyā eva pratiṣṭhityai

durch die Vollendung eben zum festen Stand.

paśavo vai vājinas

Die Vājins sind nämlich das Vieh.

yat sam̐sthāpayet tān sam̐sthāpayet

Würde er (das Opfer) beenden, so würde er sie (die Tiere) beenden (zum Ende bringen).

asam̐sthitā hy ete sadadi prajāyante

Denn unbeendet werden diese immerfort gezeugt [?].

barhir anuniṣiñcan gṛhṇāti

Er nimmt, das Barhis nachträglich besprengend, (den Becher).

ṛṣabheṣv eva reto dadhāti

Bei den Stieren eben legt er den Samen nieder.

prajā vai barhī reto vājinam

Die Geschöpfe sind das Barhis, der Same das Vājina (Molke).

prajāsv eva reto dadhāti

In den Geschöpfen eben legt er den Samen nieder.

ūrdhvajñur āsīno yajati

Mit aufgerichteten Knien sitzend opfert er.

ūrdhvajñur hi paśuḥ

Denn das Tier steht (kommt) mit aufgerichteten Knien.

paśau reto dadhāti

Im Tier legt er den Samen nieder.

samupahūya bhakṣayanti

Nach gegenseitigem Herbeirufen (Einladen) verzehren sie es.

somapītha iva hy eṣa

Denn dies ist gleichsam ein Somatrunk.

sarva ṛtvijaḥ prāśnanti

Alle Priester essen davon.

vājino me yajñaṃ vahān iti

„Die Vājins mögen mir das Opfer tragen“ – so (sagt er);

ātmanā prāśnīyāt

er soll selbst davon essen.

ātmann eva vājaṃ dhatte ‖

Im eigenen Selbst eben legt er die Kraft nieder.