Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 36

Anuvāka 9 Der Reisbrei-Opfer (Odana) der Götter vor dem Sieg über Vṛtra; Gṛhamedhīya-Opfer für die Maruts, Hunger gegen die Asuras, Regeln des Pākayajña.

te śvo vṛtram̐ haniṣyanta upāvasan

Da sie am folgenden Tag den Vṛtra erschlagen wollten, blieben sie (die Nacht) bei (dem Feuer) [?].

te 'bruvan kasya vāhedam̐ śvo bhavitā kasya vā pacateti

Sie sprachen: „Wessen wird dies morgen sein? Oder für wen kocht ihr?“

ta etam odanam apacanta

Sie kochten diesen Reisbrei.

te paśūn acikayur yatarān vā ime śvaḥ kamitāras te jetāra iti

Sie prüften die Tiere: „Welche von diesen morgen (uns) lieb sein werden, die werden Sieger sein.“ [?]

tebhya etena prātiṣṭhan

Für diese zogen sie mit ihm (dem Reisbrei) aus.

tān etenāyacchan

Sie hielten sie mit ihm zurück (zügelten sie).

paśūnām evaiṣā yatis

Dies ist eben das Zügeln (yati) der Tiere [?].

te śvovijayino 'vasan

Sie blieben, die am nächsten Morgen zu Siegern Bestimmten.

te 'bruvan kasya vāhedam̐ śvo bhavitā kasya vā pacateti

Sie sprachen: „Wessen wird dies morgen sein? Oder für wen kocht ihr?“

ta etam odanam apacanta

Sie kochten diesen Reisbrei.

te 'bruvan māhutam aśiṣmeti

Sie sprachen: „Wir wollen nicht Ungeopfertes essen.“

te marudhbhyo gṛhamedhebhyo 'juhavuḥ

Sie opferten für die Maruts, die Hausopfer-Genossen (gṛhamedha).

paśavo vai maruto gṛhamedhās

Die Gṛhamedha-Maruts sind nämlich das Vieh.

tebhya eva tad ajuhavus

Ihnen eben opferten sie da.

te saṃyattā āsan

Sie standen einander kampfbereit gegenüber.

te 'surā devebhyaḥ kṣudhaṃ prāhiṇvan

Die Asuras schickten den Göttern den Hunger.

tāṃ devāḥ pratiśrutyaitam odanam apacanta

Die Götter, das vernommen, kochten diesen Reisbrei.

sā deveṣu lokam avittvā punar asurān prāviśat

Da (der Hunger) unter den Göttern keinen Raum fand, ging er wieder in die Asuras ein.

api prativeśa odanaṃ paceta

Auch der Nachbar soll Reisbrei kochen [?].

bhrātṛvyāyaiva kṣudhaṃ prahiṇoti

Er schickt eben dem Feind den Hunger.

yad vai cāturmāsyānāṃ pākayajñasyaiva tad eṣāṃ paśavyam

Was bei den Cāturmāsyas dem Pākayajña [Anm.: kleines Kochopfer, einfache Opferform] gehört, das ist deren Viehgemäßes [?].

gṛhamedhyo vai pākayajñas

Der Pākayajña gehört nämlich zum Hausopfer (gṛhamedhya).

na prayājā ijyante nānuyājās

Man opfert keine Vor-Opfer und keine Nach-Opfer;

na sāmidhenīr anvāha

man spricht die Sāmidhenī-Verse nicht her.

ājyabhāgau yajati

Er opfert die beiden Butteranteile.

tena yajñaḥ kriyate

Dadurch wird das Opfer vollzogen.

agnaye samavadyati

Für Agni schneidet er zusammen ab.

agnis samiṣṭis

Agni ist die Vollendung des Opfers,

samiṣṭhyā eva partiṣṭhityai

durch die Vollendung eben zum festen Stand.

paśavo vai gṛhamedhāḥ

Die Gṛhamedhas sind nämlich das Vieh.

paśava iḍā

Das Vieh ist die Iḍā (Opferspeise-Anteil).

tasmād iḍām upahvayante

Darum ruft man die Iḍā an.

niṣkāṣo nidhīyate

Der Rückstand (Niṣkāṣa) wird beiseitegelegt,

teṣāṃ vā ubhayeṣām indraḥ prāvasat

Beiden von ihnen (Göttern und Asuras) stand Indra bei [?].

te devā etam indrāya bhāgaṃ nyadadhur

Die Götter legten diesen Anteil für Indra nieder:

asmāñ chvo nihitabhāgo vṛṇātā iti

„Er möge uns morgen wählen, wenn sein Anteil niedergelegt ist.“

ruvatho vaṣaṭkāras

Das Brüllen ist der Vaṣaṭ-Ruf.

atho asurāṇām eva tad vṛṣabham atyāhvayan

Zudem riefen sie damit den Stier der Asuras selbst herüber [?].

asmān prajanayād iti

„Er möge uns Nachkommenschaft zeugen“ – so.

indram eva tan nihvayate

Den Indra eben ruft er damit herbei.

atho puṣṭim eva bhrātṛvyasya vṛṅkte ‖

Und er nimmt dem Feind das Gedeihen eben weg.