Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 36

Anuvāka 11 Pitṛyajña am Ende der Sākamedhas: zwölf Spenden und das Jahr, sechs Jahreszeiten, Ahnenopfer mit Röstkorn, Brei und Rührtrank.

prajās sṛṣṭvām̐ho 'vejya vṛtram̐ hatvā te 'mṛtatvam akāmayanta

Nachdem sie die Geschöpfe geschaffen, die Bedrängnis abgesühnt und Vṛtra erschlagen hatten, wünschten sie sich Unsterblichkeit.

svargo vai loko 'mṛtatvam

Die Himmelswelt ist Unsterblichkeit.

dvādaśa māsās saṃvatsaras svargo lokas

Zwölf Monate bilden das Jahr; das Jahr ist die Himmelswelt.

yad dvādaśāhutayas

Dass es zwölf Spenden sind,

amṛtatvam eva tena spṛṇoti

dadurch erlangt er eben Unsterblichkeit.

saṃ vā etat saṃvatsaram akṛkṣat

Er hat das Jahr zusammengezogen [?].

āpad vā etat saṃvatsaram

(Oder:) Er hat das Jahr in Not (Gefahr) gebracht [?].

yat ṣaṭṣaṭ saṃpādayati

Dass er sechs und sechs vollmacht,

ṛtūn evaitat punar apipādayati

Die Jahreszeiten lässt er damit wieder zum Fortgang kommen.

tān apipadyamānān anvapipadyate

Er folgt ihnen, die vorangehen, nach.

ati vā etat saṃvatsaram agāt

Er ist über das Jahr hinausgegangen [?],

yad dvādaśāhutayas

(nämlich) mit zwölf Spenden.

saṃvatsaram evābhiparyāvartate

Er kehrt eben zum Jahr zurück.

āpad vā etat saṃvatsaram

Dies ist das Jahr der Gefahr [?].

pitara ṛtavas

Die Ahnen (pitṛ) sind die Jahreszeiten.

tam eva prajanayati

Ihn (den Opferherrn) lässt er neu zeugen.

taṃ prajāyamānam anuprajāyate

Ihm, dem Gezeugten, wird nachgezeugt.

etad vā asya saṃvatsaro 'bhīṣṭo 'bhūd abhīṣṭā ṛtavas

Damit wurde ihm das Jahr wohlgewollt (gewonnen), wohlgewollt die Jahreszeiten.

athāsya pitaro 'nabhīṣṭās

Dann waren ihm die Ahnen nicht gewonnen,

yad eṣa pitṛyajñas

nämlich durch dieses Ahnenopfer (pitṛyajña).

tenāsya pitaro 'bhīṣṭāḥ prītā bhavanti ‖

Dadurch werden ihm die Ahnen gewonnen und erfreut.

dakṣiṇato nirupyam

Es ist im Süden hinzustellen (darzubringen),

dakṣiṇā hi pitṝṇām

denn der Süden gehört den Ahnen.

ubhayato nirupyam

Nach beiden Seiten soll man es hinstellen,

ubhaye hījyante

denn beide (Götter und Ahnen) werden verehrt [?].

tat tan na sūrkṣyam

Das ist nicht zu beachten [?].

dakṣiṇata eva nirupyam

Nur im Süden ist es hinzustellen,

dakṣiṇā hi pitṝṇām

denn der Süden gehört den Ahnen.

ṣaṭkapālaḥ puroḍāśo bhavati

Es ist ein Opferkuchen (puroḍāśa) auf sechs Scherben,

ṣaḍ vā ṛtavas

denn es sind sechs Jahreszeiten;

ṛtava evāsya tenābhīṣṭāḥ prītā bhavanti

dadurch werden ihm die Jahreszeiten eben gewonnen und erfreut.

na vai dhānābhir na manthena yajñas

Weder mit Röstkorn noch mit Rührtrank allein (wird) das Opfer (vollzogen).

yad eṣa puroḍāśas tena yajñaḥ kriyate

Durch diesen Opferkuchen wird das Opfer vollzogen.

athaitā dhānās

Nun dieses Röstkorn (dhānā):

sudhā vā etā amuṣmiṃl loke 'parimitās samvatsarasya rātrayas

Dies sind im Jenseits die Labetränke (sudhā), die unermesslichen Nächte des Jahres [?].

tā evāsyaitābhir abhīṣṭāḥ prītā bhavanti

Diese werden ihm dadurch eben gewonnen und erfreut.

na vai dhānābhir na puroḍāśena pitṛyajñas

Weder mit Röstkorn noch mit Opferkuchen allein (wird) das Ahnenopfer (vollzogen).

yad eṣa manthas tena pitṛyajñas

Durch diesen Rührtrank (mantha) (wird) das Ahnenopfer (vollzogen).

abhivānyavatsāyā dugdhe bhavati

Er ist aus der Milch einer Kuh, deren Kalb einer anderen Kuh gehört (abhivānyā) [?].

nediṣṭham ekayopamanthati

Er rührt mit einem einzigen (Stab) ganz nahe [?].

ekalokā hi pitaras

Denn die Ahnen haben eine gemeinsame Welt.

dakṣiṇā hi pitṝṇām

Denn der Süden gehört den Ahnen.

anārabhyopamanthati

Ohne zu berühren [?] rührt er,

tad dhi pitṝn gacchati ‖

denn so geht es zu den Ahnen.