somam agre yajati
Zuerst opfert er dem Soma.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 36
somam agre yajati
Zuerst opfert er dem Soma.
somo vai pitṝṇāṃ devatā
Soma ist die Gottheit der Ahnen,
pitṛdevatyo hi somas
denn Soma hat die Ahnen zur Gottheit [?].
yat somaṃ pitṛmantaṃ yajati
Dass er Soma, den mit den Ahnen Verbundenen, verehrt:
somapām̐s tat pitṝn yajati
damit verehrt er die Somatrinker unter den Ahnen.
yad barhiṣado yajvanas tat
Dass (er) die Barhiṣad-Ahnen (verehrt), das sind die Opfernden;
yad agniṣvāttān gṛhamedhinas tat
dass (er) die Agniṣvātta-Ahnen (verehrt), das sind die Hausherren;
yad agniṃ kavyavāhanam
dass (er) Agni, den Träger der Ahnenspeise (kavyavāhana), (verehrt):
dve vā agnes tanvau
Agni hat zwei Körper:
havyavāhanyā devebhyo havyaṃ vahati kavyavāhanyā pitṛbhyas
mit dem Havyavāhana-Körper trägt er den Göttern die Opfergabe, mit dem Kavyavāhana-Körper den Ahnen.
agnis samiṣṭir agniḥ pratiṣṭhitis
Agni ist die Vollendung des Opfers, Agni ist der feste Stand;
samiṣṭyā eva pratiṣṭhityai
durch die Vollendung eben zum festen Stand.
pañcapañca kṛtvo 'vadyati
Er schneidet je fünfmal ab [?],
pañca hy ṛtavas
denn fünf sind die Jahreszeiten (der Ahnen).
svadhā nama iti vaṣaṭkaroti
Mit „Svadhā, Verehrung“ spricht er den Vaṣaṭ-Ruf.
svadhā hi pitṝṇāṃ namaskāro devānām
Denn Svadhā gehört den Ahnen, die Verehrung den Göttern.
dve vai devānāṃ yājyānuvākye
Zwei sind es bei den Göttern: Anuvākyā und Yājyā (Einladungs- und Opferverse).
prānyayā yacchati gamayaty anyayā
Mit der einen reicht er dar, mit der anderen lässt er (es) gelangen [?].
athātra tisraḥ kāryās
Hier aber sind drei zu verwenden,
vyāvṛttyai
zur Unterscheidung.
dve anuvākye ekā yājyā
Zwei Anuvākyā-Verse, ein Yājyā-Vers.
pare vai devebhyaḥ pitaras
Die Ahnen stehen nämlich jenseits der Götter.
yaiṣā tṛtīyābhy evaitayā prayacchati ‖
Mit diesem dritten (Vers) reicht er es eben hin.
devān vai pitṝn manuṣyāḥ pitaro 'nuprapipate
Zu den Göttern, den Ahnen, streben die menschlichen Ahnen nach.
devān evaitat pitṝn ayāṭ
Damit hat er die Götter, die Ahnen, verehrt.
yat sraktiṣu nidadhāti
Dass er (Kuchenreste) an den Ecken (Spitzen) niederlegt,
tena manuṣyān pitṝn yajati
damit verehrt er die menschlichen Ahnen.
trir nidadhāti
Dreimal legt er nieder,
trīn hīdaṃ puruṣān abhismas
denn dies bezieht sich auf drei Männer [?] (Vater, Großvater, Urgroßvater).
trīn parān anvācaṣṭe
Er nennt drei weitere (Vorfahren) der Reihe nach.
trayo vai pitā putraḥ pautras
Drei sind es: Vater, Sohn, Enkel.
anusaṃtatyai
Zur fortlaufenden Verbindung.
sarvāsu sraktiṣu nidadhāti
An allen Ecken legt er nieder.
sarvā eva diśo gamayati
Alle Himmelsrichtungen eben lässt er (es) erreichen,
sarvāsu hi dikṣu pitaras
denn in allen Himmelsrichtungen sind die Ahnen.
nāsyāṃ nidadhyāt
Nicht auf diese (eine) soll er niederlegen;
yad asyāṃ nidadhyān mṛtyunainān parigṛhṇīyāt
legte er auf diese nieder, so würde er sie vom Tod umfassen lassen.
tām evānūdyanti
Diese eben (Ecke) meiden sie [?].
yat tasyāṃ nimārṣṭi
Dass er an ihr (die Hand) abwischt,
tenaiva tān prīṇāti
damit erfreut er sie eben.
atra pitaro mādayadhvam iti niṣkrāmanti
„Hier, ihr Ahnen, berauscht euch“ – so gehen sie hinaus.
ta āhavanīyam upāyanti
Sie gehen zum Āhavanīya-Feuer.
susaṃdṛśaṃ tvā vayam iti
„Dich, den Wohlanschaubaren, (wollen wir)“ – so [?].
ta ā tamitos tiṣṭhanti
Sie stehen (dabei) bis zum Erschöpfen (Atemhalten) [?].
antaṃ vā ete prāṇasya gacchanti ye pitṛyajñam upayanti
Diese, die zum Ahnenopfer gehen, gelangen ans Ende des Lebensatems.
agnim evopadraṣṭāraṃ kṛtvāntaṃ prāṇasya gacchanti
Indem sie Agni zum Zeugen (Aufseher) machen, gelangen sie ans Ende des Lebensatems.
pareta pitaras somyāsa iti punar āyanti
„Geht fort, ihr Ahnen, ihr Somaberechtigten“ [Anm.: RV-artig, [?]] – so kommen sie wieder zurück.
anuṣaktā vā etān pitaras
Die Ahnen haften diesen an.
vyāvṛttyai
Zur Abtrennung.
amīmadanta pitara iti prapadyante
„Die Ahnen haben sich berauscht“ – so gehen sie (zum Haus) weiter.
ta ūrṇāṃ vā daśāṃ vā nyasyanti
Sie legen Wolle oder Fransen (eines Gewandes) nieder.
yad eva tatra nigacchanti tasya niravattyai
Zur Aussonderung dessen, wohin sie dort hingeraten sind [?].
apaḥ pariṣiñcati
Er besprengt (mit) Wasser ringsum.
mārjayaty eva
Er reinigt eben.
punar apariṣiñcan paryeti
Ohne wieder zu besprengen, geht er herum [?].
amuṃ vā ete lokaṃ nigacchanti ye pitṛyajñam upayanti
Diese, die zum Ahnenopfer gehen, gelangen in jene Welt.
prajāpatis tvā enān ata unnetum arhati
Prajāpati kann sie von dort heraufführen.
yad etām aniruktāṃ prājāpatyām anvāha ayā viṣṭhā janayan kurvarāṇi iti
Dass er diesen unbestimmten, prajāpati-gehörigen (Vers) nachspricht: „Mit dieser Fülle (?) zeugend möge ich tun“ [Anm.: Wortlaut unsicher, [?]].
prajāpatir evainām̐s tata unnayati
Prajāpati eben führt sie von dort herauf.
pitṝn vā etad yajño 'gan
Das Opfer ging zu den Ahnen.
paṅktyā punar āyanti
Mit einem Paṅkti-Vers kommen sie zurück.
pāṅkto yajñas
Das Opfer ist fünffältig (paṅkta).
sahaiva yajñenāyanti
Zusammen mit dem Opfer kommen sie zurück.
pitṝn vā etasya mano gacchati
Zu den Ahnen geht dessen (des Opferherrn) Geist.
mano nv āhuvāmaha iti
„Den Geist rufen wir nun herbei“ – so.
tad eva punar upahvayate ‖
Diesen eben ruft er wieder herbei.