Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 36

Anuvāka 13 Pitṛyajña: Soma, Barhiṣad-Ahnen, Agniṣvātta, Kavyavāhana, Svadhā-Ruf, Ahnenreihe Vater-Sohn-Enkel, Rückkehr und Entlassung der Ahnen.

somo vai pitṝṇāṃ devatā

Soma ist die Gottheit der Ahnen,

pitṛdevatyo hi somas

denn Soma hat die Ahnen zur Gottheit [?].

yat somaṃ pitṛmantaṃ yajati

Dass er Soma, den mit den Ahnen Verbundenen, verehrt:

somapām̐s tat pitṝn yajati

damit verehrt er die Somatrinker unter den Ahnen.

yad barhiṣado yajvanas tat

Dass (er) die Barhiṣad-Ahnen (verehrt), das sind die Opfernden;

yad agniṣvāttān gṛhamedhinas tat

dass (er) die Agniṣvātta-Ahnen (verehrt), das sind die Hausherren;

yad agniṃ kavyavāhanam

dass (er) Agni, den Träger der Ahnenspeise (kavyavāhana), (verehrt):

havyavāhanyā devebhyo havyaṃ vahati kavyavāhanyā pitṛbhyas

mit dem Havyavāhana-Körper trägt er den Göttern die Opfergabe, mit dem Kavyavāhana-Körper den Ahnen.

agnis samiṣṭir agniḥ pratiṣṭhitis

Agni ist die Vollendung des Opfers, Agni ist der feste Stand;

samiṣṭyā eva pratiṣṭhityai

durch die Vollendung eben zum festen Stand.

pañcapañca kṛtvo 'vadyati

Er schneidet je fünfmal ab [?],

pañca hy ṛtavas

denn fünf sind die Jahreszeiten (der Ahnen).

svadhā nama iti vaṣaṭkaroti

Mit „Svadhā, Verehrung“ spricht er den Vaṣaṭ-Ruf.

svadhā hi pitṝṇāṃ namaskāro devānām

Denn Svadhā gehört den Ahnen, die Verehrung den Göttern.

dve vai devānāṃ yājyānuvākye

Zwei sind es bei den Göttern: Anuvākyā und Yājyā (Einladungs- und Opferverse).

prānyayā yacchati gamayaty anyayā

Mit der einen reicht er dar, mit der anderen lässt er (es) gelangen [?].

athātra tisraḥ kāryās

Hier aber sind drei zu verwenden,

dve anuvākye ekā yājyā

Zwei Anuvākyā-Verse, ein Yājyā-Vers.

pare vai devebhyaḥ pitaras

Die Ahnen stehen nämlich jenseits der Götter.

yaiṣā tṛtīyābhy evaitayā prayacchati ‖

Mit diesem dritten (Vers) reicht er es eben hin.

devān vai pitṝn manuṣyāḥ pitaro 'nuprapipate

Zu den Göttern, den Ahnen, streben die menschlichen Ahnen nach.

devān evaitat pitṝn ayāṭ

Damit hat er die Götter, die Ahnen, verehrt.

yat sraktiṣu nidadhāti

Dass er (Kuchenreste) an den Ecken (Spitzen) niederlegt,

tena manuṣyān pitṝn yajati

damit verehrt er die menschlichen Ahnen.

trīn hīdaṃ puruṣān abhismas

denn dies bezieht sich auf drei Männer [?] (Vater, Großvater, Urgroßvater).

trīn parān anvācaṣṭe

Er nennt drei weitere (Vorfahren) der Reihe nach.

trayo vai pitā putraḥ pautras

Drei sind es: Vater, Sohn, Enkel.

sarvāsu sraktiṣu nidadhāti

An allen Ecken legt er nieder.

sarvā eva diśo gamayati

Alle Himmelsrichtungen eben lässt er (es) erreichen,

sarvāsu hi dikṣu pitaras

denn in allen Himmelsrichtungen sind die Ahnen.

nāsyāṃ nidadhyāt

Nicht auf diese (eine) soll er niederlegen;

yad asyāṃ nidadhyān mṛtyunainān parigṛhṇīyāt

legte er auf diese nieder, so würde er sie vom Tod umfassen lassen.

tām evānūdyanti

Diese eben (Ecke) meiden sie [?].

yat tasyāṃ nimārṣṭi

Dass er an ihr (die Hand) abwischt,

tenaiva tān prīṇāti

damit erfreut er sie eben.

atra pitaro mādayadhvam iti niṣkrāmanti

„Hier, ihr Ahnen, berauscht euch“ – so gehen sie hinaus.

ta āhavanīyam upāyanti

Sie gehen zum Āhavanīya-Feuer.

susaṃdṛśaṃ tvā vayam iti

„Dich, den Wohlanschaubaren, (wollen wir)“ – so [?].

ta ā tamitos tiṣṭhanti

Sie stehen (dabei) bis zum Erschöpfen (Atemhalten) [?].

antaṃ vā ete prāṇasya gacchanti ye pitṛyajñam upayanti

Diese, die zum Ahnenopfer gehen, gelangen ans Ende des Lebensatems.

agnim evopadraṣṭāraṃ kṛtvāntaṃ prāṇasya gacchanti

Indem sie Agni zum Zeugen (Aufseher) machen, gelangen sie ans Ende des Lebensatems.

pareta pitaras somyāsa iti punar āyanti

„Geht fort, ihr Ahnen, ihr Somaberechtigten“ [Anm.: RV-artig, [?]] – so kommen sie wieder zurück.

anuṣaktā vā etān pitaras

Die Ahnen haften diesen an.

amīmadanta pitara iti prapadyante

„Die Ahnen haben sich berauscht“ – so gehen sie (zum Haus) weiter.

ta ūrṇāṃ vā daśāṃ vā nyasyanti

Sie legen Wolle oder Fransen (eines Gewandes) nieder.

yad eva tatra nigacchanti tasya niravattyai

Zur Aussonderung dessen, wohin sie dort hingeraten sind [?].

apaḥ pariṣiñcati

Er besprengt (mit) Wasser ringsum.

punar apariṣiñcan paryeti

Ohne wieder zu besprengen, geht er herum [?].

amuṃ vā ete lokaṃ nigacchanti ye pitṛyajñam upayanti

Diese, die zum Ahnenopfer gehen, gelangen in jene Welt.

prajāpatis tvā enān ata unnetum arhati

Prajāpati kann sie von dort heraufführen.

yad etām aniruktāṃ prājāpatyām anvāha ayā viṣṭhā janayan kurvarāṇi iti

Dass er diesen unbestimmten, prajāpati-gehörigen (Vers) nachspricht: „Mit dieser Fülle (?) zeugend möge ich tun“ [Anm.: Wortlaut unsicher, [?]].

prajāpatir evainām̐s tata unnayati

Prajāpati eben führt sie von dort herauf.

pitṝn vā etad yajño 'gan

Das Opfer ging zu den Ahnen.

paṅktyā punar āyanti

Mit einem Paṅkti-Vers kommen sie zurück.

pāṅkto yajñas

Das Opfer ist fünffältig (paṅkta).

sahaiva yajñenāyanti

Zusammen mit dem Opfer kommen sie zurück.

pitṝn vā etasya mano gacchati

Zu den Ahnen geht dessen (des Opferherrn) Geist.

mano nv āhuvāmaha iti

„Den Geist rufen wir nun herbei“ – so.

tad eva punar upahvayate ‖

Diesen eben ruft er wieder herbei.