Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 39

Anuvāka 10 Rätselhafte Verse auf die Morgenröten (Uṣas) und die Ekāṣṭakā, die den Indra gebiert und die Unterwerfung der Dasyus bewirkt.

iyam eva sā yā prathamā vyaucchat sāvāsv antaś carati praviṣṭā |

Eben diese ist jene, die zuerst aufleuchtete; sie wandelt eingetreten in die Späteren hinein,

vadhūr mimāya navagaj janitrī traya enāṃ mahimānas sacante ‖

die Braut, die neunfach [?] gebärende, hat gebrüllt/ertönt; drei Machtgrößen begleiten sie [?].

chandasvatī uṣasau pepiśāne samānaṃ yonim anu saṃcarete |

Die beiden Morgenröten, versmaßreich, geschmückt, wandeln nacheinander im selben Schoß.

sūryapatnī vicarataḥ prajānatī ketumatī ajare bhūriretasā ‖

Sūryas Gattinnen gehen auseinander, wissend, mit Zeichen (Banner) versehen, alterslos, reich an Samen.

ṛtasya panthām anu tisra āgus trayo gharmāso anu retasāguḥ |

Auf dem Pfad der Ordnung sind drei [Frauen] gekommen; drei Gharma-Glutfeuer sind dem Samen nach gekommen.

prajām ekā rakṣaty ūrjam ekā kṣatram ekā rakṣati devayūnām ‖

Die eine schützt die Nachkommenschaft, die eine die Kraft, die eine die Herrschaft der Götterverehrer [?].

catuṣṭomam adadhād yā turīyā yajñasya pakṣā ṛṣayo bhavantī |

Die vierte hat den Catuṣṭoma (Vierfach-Stoma) gestiftet, die Flügel des Opfers, die zu Sehern wird;

gāyatrī triṣṭub jagatī virāḍ arkaṃ yuñjānās svar ābharann idam ‖

Gāyatrī, Triṣṭubh, Jagatī, Virāj, den Arka (Lobgesang) anschirrend, brachten dies, das Himmelslicht.

pañcabhir dhātā vidadhā idaṃ yat tāsām̐ svasṝr ajanan pañcapañca |

Weil der Ordner (Dhātṛ) mit fünf dies verfügte, brachten sie fünf mal fünf Schwestern von ihnen hervor;

tāsām u yanti prayaveṇa pañca nānā rūpāṇi kratavo vasānāḥ ‖

zu diesen gehen im Vorstoß fünf, die verschiedene Gestalten anlegen, die Tatkräfte (Opfer) [?].

pañca vyuṣṭīr anu pañca dohā gāṃ pañcanāmnīm ṛtavo 'nu pañca |

Fünf Morgenaufleuchten folgen, fünf Melkungen, die fünfnamige Kuh; fünf Jahreszeiten folgen;

pañca diśaḥ pañcadaśena kḷptās samānamūrdhnīr abhi lokam ekam ‖

fünf Himmelsrichtungen, vom Fünfzehnfachen (Stoma) geordnet, mit gemeinsamem Scheitel, zu der einen Welt hin.

jyotiṣmatī pratimuñcate nabha uṣā devī sūryasya vratena |

Lichtvoll legt die göttliche Uṣas den Himmelsdunst an, nach Sūryas Gebot;

vipaśyanti paśavo jāyamānā nānārūpā mātur asyā upasthe ‖

die Tiere blicken umher, wenn sie geboren werden, vielgestaltig, im Schoß dieser Mutter.

trim̐śat svasāra upayanti niṣkṛtam̐ samānaṃ ketuṃ pratimuñcamānāḥ |

Dreißig Schwestern gehen zum Ort der Zurichtung, das gemeinsame Zeichen (Banner) anlegend;

ṛtūm̐s tanvate kavayaḥ prajānatīr madhye chandasaḥ pariyanti bhāsvatīḥ ‖

die Weisen spinnen die Jahreszeiten, die Wissenden, sie umkreisen strahlend die Mitte des Versmaßes [?].

śukrarṣabhā nabhasā jyotiṣāgād viśvarūpā śavaly agniketuḥ |

Mit hellem Stier, mit Himmelsdunst und Licht kam die Allgestaltige, die Bunte, deren Zeichen Agni ist;

samānam artham̐ svapasyamānā bibhratī jarām ajara uṣa āgāḥ ‖

dasselbe Ziel gut wirkend, das Altern tragend, bist du, Alterslose, als Uṣas gekommen.

ṛtūnāṃ patnī prathameyam āgād ahnāṃ netrī janitrī prajānām |

Die Gattin der Jahreszeiten, sie kam als erste, die Führerin der Tage, die Gebärerin der Geschöpfe.

ekā satī bahudhoṣo vyucchājīrṇā tvaṃ jaraya sarvam anyat ‖

Eine seiend, leuchtetest du vielfach auf; du, unverbraucht, lässt alles andere altern.

ṛtasya dhāma prathamā vyūṣuṣy apām ekā mahimānaṃ bibharti |

Die erste, die aufleuchtete, ist der Sitz der Ordnung; die eine trägt die Größe der Wasser;

sūryasyaikā carati niṣkṛtāni gharmasyaikā savitaikāṃ niyacchate ‖

die eine wandelt in Sūryas Gefilden (Bereichen); die eine [gehört] dem Gharma; Savitṛ hält die eine fest.

ekāṣṭakā tapasā tapyamānā jajāna garbhaṃ mahimānam indram |

Die Ekāṣṭakā (Achte-Tag-Göttin) hat, durch Glut erhitzt, den Keim geboren, den großen Indra;

tena dasyūn vyasahanta devā hantāsurāṇām abhavac chacībhiḥ ‖

mit ihm überwältigten die Götter die Dasyus; er wurde der Töter der Asuras durch seine Kräfte.

anānujām anujāṃ mām akarta satyaṃ vadanty anuyaccha etat |

Mich, die ohne jüngere Schwester war, habt ihr zur Jüngeren gemacht; sie sagen die Wahrheit; halte dem nach [?].

bhūyāsam asya sumatau yathā yūyam anyā vo anyām ati mā prayukta ‖

Ich möchte in seiner Gunst sein, wie ihr; die eine von euch soll die andere nicht übergehen – schirrt nicht [euch] darüber hinaus an [?].

abhūn nu nas sumatau viśvavedā āṣṭa pratiṣṭhām avidan nu gādham |

Der Allwissende ist nun in unserer Gunst gewesen; sie haben Halt gesucht [?] und wahrlich festen Grund gefunden;

bhūyāsam asya sumatau yathā yūyam anyā vo anyām ati mā prayukta ‖

ich möchte in seiner Gunst sein, wie ihr; die eine von euch soll die andere nicht übergehen – schirrt nicht [euch] darüber hinaus an [?].

prathamā ha vyuvāsa sā dhenur abhavad yame |

Die erste leuchtete auf; sie wurde eine Milchkuh für Yama;

sā naḥ payasvatī duhām uttarāmuttarām̐ samām ‖

möge sie uns, milchreich, jedes folgende Jahr immer weiter melken.