Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 39

Anuvāka 3 Sitz- und Setzformeln für die Erdschicht, Honigverse und Verse an Agni Vaiśvānara bei der Aufschichtung.

prajāpatis tvā sādayatu pṛthivyāḥ pṛṣṭhe jyotiṣmatīṃ vyacasvatīṃ prathasvatīm

Prajāpati soll dich hinsetzen auf den Rücken der Erde, die lichtvolle, geräumige, ausgedehnte.

aditir asi viśvadhāyā viśvasya bhuvanasya dhartrī

du bist Aditi, allernährend, Trägerin der ganzen Welt.

viśvasmai prāṇāya vyānāyāpānāyodānāya pratiṣṭhāyai caritrāya

Für den ganzen Einatem, Zwischenatem, Ausatem, Aufatem, für festen Stand, für das Wandeln –

agniṣ ṭvābhipātu mahyā svastyā chardiṣā śaṃtamena

Agni soll dich behüten, mit großem Heil, mit heilbringendstem Schirm.

tayā devatayāṅgirasvad dhruvā sīda ‖

Mit dieser Gottheit setze dich fest wie Aṅgiras.

citiṃ juhomi manasā yathā devā ihāgaman |

Die Schichtung opfere ich mit dem Geist, damit die Götter hierher kommen,

vītihotrā ṛtāvṛdhaḥ ‖

die am Opfermahl Gefallen finden und die Ordnung mehren.

samudrasya vayunasya patmañ juhomi viśvakarmaṇe |

Im Flug des Meeres, der Bahn [?], opfere ich für Viśvakarman,

viśvāhādābhyam̐ haviḥ ‖

das Opfergut, das allezeit unbetrügbar ist.

udapurā nāmāsy annena viṣṭā

Du heißt „Wasserfülle“, von Speise durchdrungen;

agnir adhi viyatto asyām

Agni ist auf ihr ausgedehnt.

tāṃ tvā prapadye

Zu dir, eben dieser, nehme ich Zuflucht;

sā me śarma ca varma ca bhava

sei du mir Schutz und Panzer;

tayā devatayāṅgirasvad dhruvā sīda

mit dieser Gottheit setze dich fest wie Aṅgiras.

pṛthivyā mā pāhi

schütze mich von der Erde her.

tayā devatayāṅgirasvad dhruvā sīda

Mit dieser Gottheit setze dich fest wie Aṅgiras.

bhūr asi bhuvanasya retas

Du bist Sein, der Same der Welt;

manasā tvānvārohāmi

mit dem Geist steige ich dir nach.

sūr asi svar asīṣṭakā svarge loke

Du bist die Sonne, du bist das Himmelslicht, Ziegel in der Himmelswelt;

vācā tvānvārohāmi

mit der Rede steige ich dir nach.

yās te agna ārdrā yonayo yāḥ kulāyinīr ye te agna indavo yā u nābhayas

Deine feuchten Schöße, Agni, die Nestartigen [?], deine Tropfen, Agni, und die Nabelstellen [?],

yās te agne tanva ūrjo nāma tābhis tvam ubhayībhis saṃvidānās

deine Körper, Agni, „Kraft“ mit Namen – mit diesen beiden Arten einig,

svayaṃ cinvānās tanvo niṣīda ‖

dich selbst aufschichtend, setze dich nieder in den Körpern [?].

madhu vātā ṛtāyate madhu kṣaranti sindhavaḥ |

Honig wehen die Winde dem, der nach der Ordnung strebt, Honig strömen die Ströme;

mādhvīr nas santv oṣadhīḥ ‖

honigsüß sollen uns die Pflanzen sein.

madhu naktam utoṣasā madhumat pārthivaṃ rajaḥ |

Honig die Nacht und die Morgenröte, honigreich der irdische Raum;

madhu dyaur astu naḥ pitā ‖

Honig sei uns der Himmel, der Vater.

madhumān no vanaspatir madhumām̐ astu sūryaḥ |

Honigreich sei uns der Waldbaum, honigreich die Sonne;

mādhvīr gāvo bhavantu naḥ ‖

honigsüß sollen uns die Kühe sein.

sam̐sarpan trīn samudrān svargān apāṃ patir vṛṣabha iṣṭakānām |

Durch die drei Meere, die Himmel kriechend, der Herr der Wasser, der Stier der Ziegel –

tatra gaccha yatra pūrve paretāḥ purīṣaṃ vasānas sukṛtasya lokam ‖

dorthin geh, wohin die Früheren hingegangen sind, die Erdschüttung als Gewand tragend, in die Welt des Wohlgetanen.

mā tvā sūryaḥ paritāpsīn māgnir vaiśvānaraḥ |

dich soll die Sonne nicht versengen, nicht Agni Vaiśvānara;

anu tvā divyā vṛṣṭis sacatām

dir soll der himmlische Regen folgen;

akhidrāḥ prajā abhivipaśya ‖

blicke auf die unversehrten Geschöpfe herab.

mahī dyauḥ pṛthivī ca na imaṃ yajñaṃ mimikṣatām |

Die große Himmel und Erde sollen uns dieses Opfer netzen [mit Nass];

pipṛtāṃ no bharīmabhiḥ ‖

sie sollen uns mit ihren Gaben erfüllen.

syūtā devebhir amṛtenāgād ukhā svasāram adhi vedim asthāt |

Von den Göttern zusammengenäht, mit Unsterblichkeit [verbunden] kam der Topf; er trat zu seiner Schwester, auf die Vedi.

satyaṃ pūrvebhir ṛṣibhiś cākḷpāno 'gniḥ pravidvām̐ iha tad dadhātu ‖

Agni, der von den früheren Sehern als wahr hergerichtet ward, der wissende, soll dies hier festsetzen.

pṛthivi pṛthivyām̐ sīda mātā mātari mātā syonā syonāyām ‖

Erde, setze dich auf die Erde, Mutter auf die Mutter, die wohltuende auf die wohltuende.

kratuṃ devānām amṛtatvam īmahe 'gnim̐ sadhasthe sadaneṣv acyutam |

Die Tatkraft der Götter, die Unsterblichkeit erbitten wir; Agni am gemeinsamen Sitz, in den Sitzen unerschütterlich,

vaiśvānaraṃ brahmaṇā viśvavyacasam̐ stomasya dhāman nidadhe purīṣyam ‖

Vaiśvānara, mit dem heiligen Wort, den allraumgreifenden, in die Stätte des Lobgesangs setze ich den erdschüttbegabten.

nyadhur mātrayā kavayo vayodhasam agnim̐ sadhasthe sadaneṣu sukratum |

Die Seher haben nach Maß den Lebenskraft-Spender hingesetzt, Agni am gemeinsamen Sitz, in den Sitzen, den Klugwirkenden,

vaiśvānaraṃ brahmaṇā viśvavyacasam̐ stomasya dhāman nyadhāṃ purīṣyam ‖

Vaiśvānara, mit dem heiligen Wort, den allraumgreifenden; in die Stätte des Lobgesangs habe ich den erdschüttbegabten gesetzt.

samidhyamānam̐ samidhā samindhate 'gnim̐ sadhasthe sadaneṣv adbhutam |

Den Entflammenden entzünden sie mit dem Brennholz, Agni am gemeinsamen Sitz, in den Sitzen, den wunderbaren,

vaiśvānaraṃ brahmaṇā viśvavyacasam̐ stomasya dhāman pavamānam ābhṛtam ‖

Vaiśvānara, mit dem heiligen Wort, den allraumgreifenden, in der Stätte des Lobgesangs, den sich Läuternden, herbeigebrachten.

samās tvāgne ‖

Jahre [?] dich, Agni [Anfangswörter einer Formel, gekürzt; Sinn unsicher] [?].