Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 39

Anuvāka 12 Preisverse an Indra (Kayā naś citra …, Dadhyañc-Mythos, Ross-Kopf), dann Verse an Agni Jātavedas.

kayā naś citra ābhuvad ūtī sadāvṛdhas sakhā |

Auf welche Weise ist er, der Wunderbare, uns zur Hilfe geworden, der stets Mehrende, der Freund,

kayā śaciṣṭhayā vṛtā ‖

mit welcher kraftvollsten Tat?

kas tvā satyo madānāṃ mam̐hiṣṭho matsad andhasaḥ |

Welcher wahrhaftige, freigebigste der Rauschtränke soll dich berauschen vom Somatrank (andhas),

dṛḍhā cid āruje vasu ‖

um selbst Festes, das Gut, aufzubrechen?

abhī ṣu ṇas sakhīnām avitā jaritṝṇām |

Sei uns zugewandt als Beschützer der Freunde, der Sänger;

śataṃ bhavāsy ūtibhiḥ ‖

hundertfach sollst du sein mit deinen Hilfen.

indro dadhīco asthabhir vṛtrāṇy apratiṣkutaḥ |

Indra hat mit den Knochen des Dadhyañc, ohne Widerstand zu finden, die Vṛtras

jaghāna navatīr nava ‖

erschlagen, neunmal neunzig.

icchann aśvasya yac chiraḥ parvateṣv apaśritam |

Als er den Kopf des Rosses suchte, der in den Bergen verborgen lag,

avindac charyaṇāvati ‖

fand er ihn im Śaryaṇāvant (See/Gebiet).

atrāha gor amanvata nāma tvaṣṭur apīcyam |

Da gedachten sie hier des verborgenen Namens der Kuh, des Tvaṣṭṛ [?];

itthā candramaso gṛhe ‖

so im Haus des Mondes [?].

tam indraṃ vājayāmasi mahe vṛtrāya hantave |

Diesen Indra wollen wir zum Sieg treiben, zur großen Tötung des Vṛtra;

sa vṛṣā vṛṣabho bhuvat ‖

er soll als Stier, als Bulle, sein.

indras sa dāmane kṛta ojiṣṭhas sa bale vṛdhī |

Indra ist zum Geben gemacht, er, der Kraftvollste, wächst an Stärke,

dyumnī śuklī sa somyaḥ ‖

glanzvoll, leuchtend, er, der Soma-Würdige.

girā vajro na saṃbhṛtas sabalo anapacyutaḥ |

Durch das Lied gesammelt wie der Vajra, mit Kraft, unerschüttert,

vavakṣa ugro astṛtaḥ ‖

ist der Gewaltige, Unbesiegte, erstarkt.

indram id gāthino bṛhad indram arkebhir arkiṇaḥ |

Indra ja [preisen] die Gāthā-Sänger mit dem Bṛhat, Indra die Arka-Sänger mit Arka-Liedern;

indraṃ vāṇīr anūṣata ‖

Indra haben die Stimmen angejubelt.

indra id dharyos sacā saṃmiśla ā vacoyujā |

Indra ist der Gefährte seiner beiden Falben, vermischt [mit ihnen], auf Zuruf angeschirrt;

indro vajrī hiraṇyayaḥ ‖

Indra, der Vajra-Träger, der goldene.

indra vājeṣu no vaha sahasrapradhaneṣu ca |

Indra, führe uns in den Wettkämpfen und in den tausendfachen Beutekämpfen [?],

ugra ugrābhir ūtibhiḥ ‖

Gewaltiger, mit gewaltigen Hilfen.

abhi tvā śūra nonumo 'dugdhā iva dhenavaḥ |

Auf dich hin, Held, rufen wir laut, wie ungemolkene Kühe;

īśānam asya jagatas svardṛśam īśānam indra tasthuṣaḥ |

den Herrscher dieser beweglichen Welt, den Himmelsschauenden, den Herrscher, Indra, über das Stehende,

īśānam indra tasthuṣaḥ ‖

den Herrscher, Indra, über das Stehende.

na tvāvām̐ anyo divyo na pārthivo na jāto na janiṣyate |

Keiner wie du, weder ein anderer himmlischer, noch irdischer, ist geboren oder wird geboren werden.

aśvāyanto maghavann indra vājino gavyantas tvā havāmahe ‖

Nach Rossen begehrend, freigebiger Indra, siegreiche, nach Kühen begehrend, rufen wir dich an.

tvām id dhi havāmahe sātā vājasya kāravaḥ |

Dich ja rufen wir an, die Sänger, zum Gewinn der Beute;

tvāṃ vṛtreṣv indra satpatiṃ naras tvāṃ kāṣṭhāsv arvataḥ |

dich, Indra, den Herrn der Guten, in den Vṛtra-Kämpfen die Männer, dich in den Wettläufen der Renner;

tvāṃ kāṣṭhāsv arvataḥ ‖

dich in den Wettläufen der Renner.

sa tvaṃ naś citra vajrahasta dhṛṣṇuyā mahas stavāno adrivaḥ |

Du, Wunderbarer, Vajra-Händiger, kühn, der große, gepriesen, Steinträger,

mahas stavāno adrivas

der große, gepriesen, Steinträger:

gām aśvaṃ rathyam indra saṃkira satrā vājaṃ na jigyuṣe ‖

Kuh, Ross, Wagengespann, Indra, streue zusammen, immer wieder Beute, wie einem Sieger.

yajñāyajñā vo agnaye girāgirā ca cakṣase |

Bei jedem Opfer, bei jedem Lied für euren Agni, zum Schauen [?] –

prapra vayam amṛtaṃ jātavedasaṃ priyaṃ mitraṃ na śam̐siṣam |

immer wieder wollen wir den Unsterblichen, den Jātavedas, preisen, den lieben, wie einen Freund.

priyaṃ mitraṃ na śam̐siṣam ‖

Den lieben wie einen Freund wollen wir preisen.

ūrjo napātam̐ sa hināyam asmayur dāśema havyadātaye

Den Sohn der Kraft – er ist ja uns zugetan [?] – wollen wir bedienen zur Darbringung der Opfergabe,

dāśema havyadātaye |

wir wollen bedienen zur Darbringung der Opfergabe.

bhuvad vājeṣv avitā bhuvad vṛdha uta trātā tanūnām ‖

Er soll in den Wettkämpfen Beschützer sein, soll Mehrer sein und der Retter der Leiber.