Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 8

Hymne 8.1 Gespräch zwischen Atharvan und Varuṇa

kathā dive asurāya bravāma / kathā pitre haraye tveṣanṛmṇaḥ | / pṛśniṃ varuṇa dakṣiṇāṃ dadāvān / punarmagha tvaṃ manasācikitsīḥ ||

Wie sollen wir zum Himmels-Asura sprechen, / wie zum Vater, dem Falben, dessen Mannhaftigkeit glüht? / Die gefleckte [Kuh] als Opferlohn, Varuṇa, hast du gegeben. / Du, der du erneut Gabenreiche, hast [es] im Sinn erwogen.

na kāmena punarmagho bhavāmi / saṃpṛcya kaṃ pṛśnim etām upāje | / kena mat tvam atharvan kāvyena / kena jātenāsi jātavedāḥ ||

Nicht aus Begehren werde ich [wieder] „erneut reich“; / wen habe ich [da], indem ich die gefleckte [Kuh] hier antreibe, [dazu] befragt [?]? / Mit welcher Dichtergabe, Atharvan, [stehst] du [über mir], / durch welche Geburt bist du Jātavedas?

satyam ahaṃ gabhīraḥ kāvyena / satyaṃ jātenāsmi jātavedāḥ | / na me dāso nāryo mahitvaṃ / vrataṃ mīmāya yad ahaṃ dhariṣye ||

Wahrlich bin ich tief durch [meine] Dichtergabe, / wahrlich bin ich Jātavedas durch [meine] Geburt. / Weder ein Dāsa noch ein Ārya reicht an meine Größe heran; / [nämlich] an das Gebot, das ich aufrechterhalten will; [er] hat es nicht gemessen [?].

na tvad anyaḥ kavitaro na vedhā / na dhīrataro varuṇa svadhāvaḥ | / tvam aṅga viśvā janimāni vettha / sa cin nu tvaj jano māyī bibhāya ||

Kein anderer ist weiser als du, keiner ein größerer Ordner, / keiner besonnener, Varuṇa, Herr der Eigenkraft. / Du, ja, kennst alle Geschlechter [der Wesen]; / selbst der Listige fürchtet sich alsbald vor dir.

tvaṃ hy aṅga varuṇa svadhāvo / viśvāni vettha janimā śardhanīte | / kim enā rajasaḥ paro 'sti / kim avareṇāvaram amura ||

Denn du, ja, Varuṇa, Herr der Eigenkraft, / kennst alle Geschlechter, du Kühner im Antrieb. / Was liegt jenseits dieses Raumes? / Was ist das Untere gegenüber dem Unteren, du Unsterblicher?

ekam enā rajasaḥ paro 'sti / para ekena durdāśaṃ cid anyat | / tat te vidvān varuṇa pra bravīmy / adhovacasaḥ paṇayo bhavantu / nīcair dāsā upa sarpantu riprāḥ ||

Eines liegt jenseits dieses Raumes, / jenseits ist mit einem [anderen] das andere, schwer zu Schenkende. / Das sage ich dir wissend, Varuṇa: / Die Knauser sollen untenhin reden, / niedrig sollen die Dāsas kriechen, die Bösen.

tvaṃ hy aṅga varuṇa pra bravīṣi / punarmagheṣv avadyāni bhūri | / mo ṣu paṇy abhy etāvatā bhūr / mā tvā vocann arādhasaṃ janāsaḥ ||

Denn du, ja, Varuṇa, sprichst vieles an Tadelhaftem / bei den „erneut Reichen“ aus. / Sei nicht, o Knauser, [nur] so weit zu diesem [Punkt] hin: / Möge dich, den Freigiebigkeitslosen, das Volk nicht nennen.

mā mā vocann arādhasaṃ janāsaḥ / punas te pṛśniṃ jaritar dadāmi | / stotraṃ me viśvam ā yāhi janeṣv / antar deveṣu mānuṣeṣu vipra ||

Nicht nenne mich das Volk freigiebigkeitslos; / dir, Sänger, gebe ich die gefleckte [Kuh] wieder. / Komm zu meinem ganzen Preislied heran, / unter den Menschen, [und] unter den Göttern und den Sterblichen, du Weiser.

ā te stotrāṇi vardhanāni yāmi / dehi tan mahyaṃ yad adattam asti | / yujyo naḥ saptapadaḥ sakhāsi / samā nau bandhur varuṇaḥ samā jā ||

Ich komme zu deinen fördernden Preisliedern; / gib mir, was ungegeben ist. / Du bist unser Gefährte im Gespann, der Siebenschritt-Gefährte; / gleich ist uns beiden der Verwandte, Varuṇa, gleich [die] Geburt.

veda vai tad yan nau samā jā / dadāmi tubhyaṃ yad adattam asti | / devo devāya gṛṇate vayodhā / vipro viprāya stuvate sumedhāḥ ||

Ich weiß es wohl, dass uns beiden die Geburt gleich ist. / Ich gebe dir, was ungegeben ist: / der Gott dem Gott, dem Preisenden, der Lebenskraft Spendende, / der Weise dem Weisen, dem Lobsingenden, der Kluge.

ajījano hi varuṇa svadhāvann / atharvāṇaṃ pitaraṃ viśvadevam | / tasmā urv āyuṣ kṛṇuhi praśastaṃ Bhatt. āyuḥ / sakhā no 'si paramaś ca bandhuḥ ||

Denn du, Varuṇa, Herr der Eigenkraft, hast erzeugt / Atharvan, den Vater, den Allgöttlichen. / Für ihn bereite weites, gepriesenes Leben; / du bist unser Freund und der höchste Verwandte.