Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 8

Hymne 8.15 Sühne für Vergehen am Brahmanen

yo jāmadagnya iha kauśiko ya / ātreya uta kāśyapo yaḥ | / bharadvājā gotamā ye vasiṣṭhās / tebhyaḥ pra brūma iha kilbiṣāṇi ||

Wer hier ein Jāmadagnya, ein Kauśika ist, [wer] ein Ātreya und ein Kāśyapa ist, / die Bharadvājas, Gotamas, Vasiṣṭhas – / zu diesen sprechen wir hier die Vergehen (kilbiṣa) aus.

agastyayaḥ kaṇvāḥ kutsāḥ prasravaṇā / virūpā gargā mudgalā yaskāḥ śūnakāḥ | / saṃkṛtayo brāhmaṇā ye na drugdhās / tebhyaḥ pra brūma iha kilbiṣāṇi ||

Die Agastyas, Kaṇvas, Kutsas, Prasravaṇas, Virūpas, Gargas, Mudgalas, Yaskas, Śūnakas, / die Saṃkṛtis – [alle] Brahmanen, die nicht geschädigt (angefeindet) sind – / zu diesen sprechen wir hier die Vergehen aus.

yo nottiṣṭhād brāhmaṇe nādhamāne / māndyena dṛpta uta dhairyeṇa | / viśve devā upadraṣṭāro 'sya / tasmin viṣaṃ saṃ nayān kilbiṣyam ||

Wer sich nicht vor dem bittflehenden Brahmanen erhebt, / stolz aus Trägheit oder aus [selbstgefälliger] Standhaftigkeit, / [dessen] Zeugen sind alle Götter; / in ihn sollen sie das Gift der Verfehlung (kilbiṣya) hineinbringen.

yā ropayaḥ kilbiṣe brāhmaṇasya / yāni caināṃsi bahudhā duṣkṛtāni | / anutiṣṭhan prokta ātmani taṃ ni dhatte / tathā tad devā uta veśayanti ||

Die [Wunden/Schäden] (ropaya) beim Vergehen am Brahmanen und die vielfach schlecht getanen Sünden: / [wer] [dem] nachkommend, ausdrücklich angesprochen, [es] auf sich selbst legt [?], / den [lassen] so die Götter es [in sich] eingehen lassen [?].

nāśnīyān na piben na śayīta / na niṃsīta jāyāṃ nota putram | / brahmakilbiṣe prokta / ud eva tiṣṭhet sa ṛtasya panthāḥ ||

Er soll nicht essen, nicht trinken, nicht schlafen, / weder Frau noch Sohn küssen [?] (niṃsīta unsicher); / wenn ein Vergehen am Brahmanen ausgesprochen ist, / soll er sich eben erheben: das ist der Pfad des Rechts (ṛta).

śatarcino mādhyamā ye maharṣayaḥ / kṣudrasūktānām uta yā prajeha | / ṛṣīṇāṃ yāni janimāni vidmas / tebhyaḥ pra brūma iha kilbiṣāṇi ||

Die Śatarcin-Dichter, die mittleren großen Seher, / und die Nachkommenschaft der Kṣudrasūkta-Dichter hier, / und was wir an Geschlechtern der Seher kennen – / zu diesen sprechen wir hier die Vergehen aus.

sodaryāṇāṃ pañcadaśānāṃ śatānāṃ / trayastriṃśad ud aśiṣyanta devāḥ | / ekasmin viddhe sarve 'rupyaṃ / tad brāhmaṇe kilbiṣam anv avindan ||

Von den fünfzehnhundert Geschwistern aus demselben Schoß / blieben dreiunddreißig Götter übrig. / Als einer verwundet war, [waren] alle [?] „arupya“ [?]: / das fanden sie als Vergehen am Brahmanen vor.

tasmai sa druhyād ya idaṃ nāyad / yo nottiṣṭhād yo na vadātā asmin | / brāhmaṇasya kilbiṣe nāthitasya / sodaryatām icchato brāhmaṇeṣu ||

Dem soll [er] schaden, der dies nicht [beachtet/herbeiführt] [?], / der sich nicht erhebt, der nicht mit ihm spricht, / bei einem Vergehen am Brahmanen, dem Bittenden, / der [doch] Bruderschaft (sodaryatā) unter den Brahmanen wünscht.

uttiṣṭhad brāhmaṇāḥ saṃ vadadhvaṃ / jītaṃ yācāma punar aitu sarvam | / indrāgnī viśve devās / te me jītaṃ punar ā vartayantu ||

Steht auf, ihr Brahmanen, sprecht miteinander! / Das Verlorene (Abgenommene) erbitten wir; alles soll wiederkehren. / Indra und Agni, alle Götter – / diese sollen mir das Verlorene wieder zurückbringen.

sa dīrgham āyuṣ kṛṇute / sa prajāyai cikitsati | / yo brāhmaṇasya brāhmaṇo / hūto anveti kilbiṣe ||

Der verschafft sich langes Leben, / der sorgt für [seine] Nachkommenschaft, / [nämlich] der Brahmane, der – gerufen – / dem Brahmanen im Vergehen beisteht (nachfolgt).

nāsya prajāṃ śarvo hanti / na rudro hanti nāśaniḥ | / yo brāhmaṇasya brāhmaṇaḥ / satye vadati kilbiṣe ||

Dessen Nachkommenschaft erschlägt Śarva nicht, / Rudra erschlägt sie nicht, [auch] nicht der Blitz, / [nämlich des] Brahmanen, der dem Brahmanen / bei einem Vergehen die Wahrheit sagt.

taṃ somapītho juṣate / nṛcakṣā grāvabhiḥ saha | / yo brāhmaṇasyāstāṃ hṛdaḥ / sūrya ivāpālupat tamaḥ ||

Ihn erfreut der Somatrinker [Indra], / der Männer-Schauende, zusammen mit den Presssteinen, / [den], der dem Brahmanen aus dem Herzen [?] / wie die Sonne die Finsternis vertrieb (apālupat).

ya utthāya kilbiṣe / brāhmaṇasyānnasīcchann avāyati | / ubhe enaṃ dyāvāpṛthivī saṃ tapatām / athaitv agatasya panthām ||

Wer sich beim Vergehen erhoben hat und / des Brahmanen Speise begehrend [?] herantritt: / ihn sollen beide, Himmel und Erde, erhitzen (quälen); / dann gehe er den Pfad des Nicht-Gegangenen (den Weg ohne Wiederkehr).