Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 8

Hymne 8.14 Rätsel von Agni und Opferfeuer

dve virūpe carataḥ svarthe / anyānyā vatsam upa dhāpayete | / harir anyasyāṃ bhavati svadhāvāñ / chukro anyasyāṃ dadṛśe suvarcāḥ || Bhatt. śukro

Zwei verschiedengestaltige [Wesen] wandeln, jedes auf eigenem Ziel; / eines nach dem anderen lässt das Kalb saugen. / Bei der einen wird [er] falb, eigenkräftig, / bei der anderen wird [er] strahlend hell, glänzend gesehen.

daśemaṃ tvaṣṭur janayanta garbham / atandrāso yuvatayo vibhṛtram | / tigmānīkaṃ svayaśasaṃ janeṣu / virocamānaṃ pari ṣīṃ nayanti ||

Zehn unermüdliche Mädchen brachten ihn hervor, / den Keim des Tvaṣṭṛ, [bei] der Zange [?]. / Ihn, den Scharfschneidigen, von eigenem Ruhm unter den Menschen, / den Leuchtenden führen sie ringsum.

trīṇī jānāt prati bhūṣanty asya / samudra ekaṃ divy ekam apsu | / pūrvām anu pra diśaṃ pārthivānām / ṛtūn praśāsad vi dadhāv anuṣṭhu ||

Drei kennen [die Wesen] und schmücken sich ihm: / eines im Meer, eines im Himmel, eines in den Wassern. / Nach der früheren Richtung der Erdenbewohner / hat er, die Jahreszeiten regierend, gut geordnet.

ka imaṃ vo niṇyam ā ciketa / vatso mātṝr janayata svadhābhiḥ | / bahvīnāṃ garbho apasām upasthān / mahān kavir niś carati svadhāvān ||

Wer hat dieses eure Verborgene erkannt? / Das Kalb hat die Mütter mit Eigenkraft erzeugt. / Der Keim vieler Wasser, aus dem Schoße, / der große Dichter, Eigenkräftige, geht hervor.

āviṣṭyo vardhate cārur āsu / jihmānām ūrdhvaḥ svayasām upasthe | / ubhe tvaṣṭur bibhyatur jāyamānāt / pratīcī siṃhaṃ prati joṣayete ||

Sichtbar wächst der Liebliche unter ihnen, / aufrecht im Schoß der gebogenen, eigenkräftigen. / Beide fürchten sich vor dem Geborenwerdenden des Tvaṣṭṛ, / [und] wenden sich einander zu, dem Löwen zugewandt.

ubhe bhadre joṣayete na mene / gāvo na vāśrā upa tasthur evaiḥ | / sa dakṣāṇāṃ dakṣapatir babhūva- / -añjanti yaṃ dakṣiṇato havirbhiḥ ||

Beide, [die] Schönen, sind ihm zugetan, nicht wie Weiber [?]; / wie brüllende Kühe treten sie herzu mit Eifer. / Er ist der Herr der Gewandten unter den Gewandten geworden, / den man von Süden mit Opfergaben salbt.

ud yaṃyamīti saviteva bāhū / ubhe sicau yatate bhīma ṛñjan | / uc chukram atkam ajate simasmān / navā mātṛbhyo vasanā jahāti ||

Er streckt [sich] wie Savitṛ [Gott] die Arme aus, / die beiden Säume [Enden] strebend, furchtbar strahlend. / Er treibt das leuchtende Gewand ... hoch; / die neuen Kleider lässt er von den Müttern.

tveṣaṃ rūpaṃ kṛṇuta uttaraṃ yat / saṃpṛñcānaḥ sadanaṃ gobhir adbhiḥ | / kavir budhnaṃ pari marmṛjyate dhīḥ / sā devatātā samitir babhūva ||

Eine glänzende, höhere Gestalt macht er, / wenn er den Sitz mit Milch und Wasser mischt. / Der Dichter reibt den Grund ringsum sauber, der Sinn; / diese ist die Götterschaft, die Versammlung geworden.

uru te jrayaḥ pary eti budhnaṃ / virocamānaṃ mahiṣasya dhāma | / viśvebhir agne svayaśobhir iddho / 'dabdhebhiḥ pāyubhiḥ pāhy asmān ||

Weit geht dein Lauf ringsum den Grund, / den leuchtenden Wohnsitz des Büffels. / Von allen eigenen Ruhmestaten, Agni, entzündet, / schütze uns mit den unbetrügbaren Hütern.

dhanvaṃ srotaḥ kṛṇute gātum ūrmiṃ / śukrair ūrmibhir abhi nakṣati kṣām | / viśvā sanāni jaṭhareṣu dhatte / 'ntar navāsu carati prasūṣu ||

Trockenes macht der Strom [zum] Weg, [die] Woge; / mit hellen Wogen erreicht er die Erde. / Alles Uralte trägt er in den Bäuchen, / unter den neuen Gebärenden wandelt er.

evā no agne samidhā vṛdhāno / revat pāvaka śravasā vi bhāhi | / tan no mitro varuṇo māmahantām / aditiḥ sindhuḥ pṛthivī uta dyauḥ ||

So, Agni, durch Brennholz wachsend, / leuchte reich, Reiniger, mit Ruhm. / Das mögen uns Mitra, Varuṇa gewähren, / Aditi, der Strom, die Erde und der Himmel.