Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 4

Anuvāka 15 Verse an Indra-Agni, Pūṣan und den Herrn des Feldes (Kṣetrapati).

indrāgnī rocanā divaḥ pari vājeṣu bhūṣathaḥ |

Indra und Agni, ihr umgebt die Lichträume des Himmels; ihr seid da in den Wettkämpfen.

tad vāṃ ceti pra vīryam ‖

Diese eure Heldentat ist wohl erkennbar.

śnathad vṛtram uta sanoti vājam indrā yo agnī sahurī saparyāt |

Wer euch, Indra und Agni, ihr Überwältigenden, verehrt, der erschlägt den Vṛtra und gewinnt die Beute.

irajyantā vasavyasya bhūres sahastamā sahasā vājayantā ‖

Ihr Herrscher über viele Güter, Stärkste, mit Kraft Preise gewinnend.

yā vām̐ santi puruspṛho niyuto dāśuṣe narā |

Eure Gespanne, die vielbegehrten, die dem Spender (bereit sind), ihr Männer,

indrāgnī tābhir āgatam ‖

Indra und Agni, mit ihnen kommt herbei!

tā yodhiṣṭam abhi gā indra nūnam apas svar uṣaso agna ūḍhāḥ |

Kämpft nun hin zu den Kühen, Indra, zu den Wassern, dem Licht, den Morgenröten, Agni, den heimgeführten [?].

diśas svar uṣasa indra citrā apo gā agne yuvase niyutvān ‖

Die Himmelsrichtungen, das Licht, die Morgenröten, die schimmernden, Indra, die Wasser, die Kühe, Agni, ziehst du herbei, mit Gespannen versehen [?].

tā vām eṣe rathānām indrāgnī havāmahe |

Euch beide rufen wir, Indra und Agni, zum Fahren der Wagen.

patī turasya rādhaso vidvām̐sā girvaṇastamā |

Ihr Herren der raschen Gabe, Kundige, liedliebendste.

aśravam̐ hi bhūridāvattarā vāṃ vijāmātur uta vā ghā syālāt |

Denn ich habe gehört, dass ihr freigebiger seid als der Schwager oder als der Schwager der Schwester [?].

adhā somasya prayatī yuvābhyām indrāgnī stomaṃ janayāmi navyam ‖

Nun, beim Darreichen des Soma, erzeuge ich für euch beide, Indra und Agni, ein neues Loblied.

indrāgnī navatiṃ puro dāsapatnīr adhūnutam |

Indra und Agni, neunzig Burgen, die von den Dāsas bewohnten, habt ihr erschüttert,

sākam ekena karmaṇā ‖

zusammen, in einem einzigen Werk.

ā vṛtrahaṇā vṛtrahabhiś śuṣmair indra yātaṃ namobhir agne arvāk |

Kommt her, ihr beiden Vṛtra-Töter, mit vṛtra-tötenden Kräften, Indra, mit Verehrungen, Agni, hierher gewandt!

yuvaṃ rādhobhir akavebhir indrāgne asme bhavatam uttamebhiḥ ‖

Ihr, Indra und Agni, seid uns mit nicht kargen, höchsten Gaben (nah)!

ugrā vighaninā mṛdha indrāgnī havāmahe |

Die beiden Gewaltigen, die Feinde Zerschmetternden, Indra und Agni, rufen wir.

tā no mṛḍāta īdṛśe ‖

Sie sollen uns in solcher (Lage) gnädig sein.

pra carṣaṇibhyaḥ pṛtanāhaveṣu pra pṛthivyā riricāthe divaś ca |

Ihr überragt die Menschen in den Schlachtrufen, ihr überragt die Erde und den Himmel;

pra sindhubhyaḥ pra giribhiyo mahitvā prendrāgnī viśvā bhuvanāty anyā ‖

ihr überragt an Größe die Ströme, die Berge; ihr, Indra und Agni, überragt alle anderen Wesen.

gomad dhiraṇyavad vasu yad vām aśvāvad īmahe |

Das Gut, reich an Rindern, an Gold, an Rossen, das wir von euch erbitten,

indrāgnī tad vanemahi ‖

Indra und Agni, das wollen wir gewinnen.

gīrbhir vipraḥ pramatim icchamāna īṭṭe rayiṃ yaśasaṃ pūrvabhājam |

Der Weise, mit Liedern Gunst begehrend, erbittet Reichtum, ruhmvoll, den vorn Teilhabenden [?].

indrāgnī vṛtrahaṇā suvajrā pra no navyebhis tirataṃ deṣṇaiḥ ‖

Indra und Agni, Vṛtra-Töter, mit gutem Keil, fördert uns mit neuen Gaben!

pūṣā gā anvetu naḥ pūṣā rakṣatv arvataḥ |

Pūṣan soll unseren Kühen nachgehen; Pūṣan soll die Rosse behüten.

pūṣā vājam̐ sanotu naḥ ‖

Pūṣan soll uns Beute gewinnen.

śukraṃ te anyad yajataṃ te anyad viṣurūpe ahanī dyaur ivāsi |

Hell ist dein eines, opferwürdig dein anderes (Gewand): zwei Tage verschiedener Gestalt; du bist wie der Himmel.

viśvā hi māyā avasi svadhāvo bhadrā te pūṣann iha rātir astu ‖

Denn alle Zauberkräfte schützt du, Eigenmächtiger; hier sei deine gütige Gabe, Pūṣan!

kṣetrasya patinā vayam̐ hiteneva jayāmasi |

Mit dem Herrn des Feldes wollen wir wie mit einem Wohlgesinnten gewinnen.

gām aśvaṃ poṣayitnv ā sa no mṛḍātīdṛśe ‖

Er, der Rind und Ross zur Mehrung bringt, soll uns in solchem (Fall) gnädig sein.

kṣetrasya pate madhumantam ūrmiṃ dhenur iva payo asmāsu dhukṣva |

Herr des Feldes, melke uns die honigreiche Woge, wie eine Milchkuh die Milch!

madhuścyutaṃ ghṛtam iva supūtam ṛtasya naḥ patayo mṛḍayantu ‖

Wie honigtriefende, gut geläuterte Butter (melke sie); die Herren der Ordnung sollen uns gnädig sein.