Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 4

Anuvāka 16 Verse an Agni-Viṣṇu, Sarasvatī, Bṛhaspati, Mitra-Varuṇa, Agni-Soma, Vaiśvānara und Varuṇa; Schlussvermerk des vierten Sthānaka.

agnāviṣṇū mahi tad vāṃ mahitvaṃ pātho ghṛtasya guhyāni nāma |

Agni und Viṣṇu, groß ist diese eure Größe; ihr trinkt vom Schmalz, (ihr kennt) die geheimen Namen.

damedame sapta ratnā dadhānā prati vāṃ jihvā ghṛtam uccaraṇyat ‖

In jedem Haus sieben Schätze setzend – (dabei) schlürft euch die Zunge die Butter entgegen [?].

agnāviṣṇū mahi dhāma priyaṃ vāṃ vītho ghṛtasya guhyā juṣāṇā |

Agni und Viṣṇu, groß ist euer liebes Wesen; ihr genießt das Geheime der Butter, sie liebend.

damedame suṣṭutyā vāvṛdhānānu vāṃ jihvā ghṛtam ācaraṇyat ‖

In jedem Haus, durch gutes Lob erstarkend, (folgt) euch die Zunge, die Butter herbeischlürfend [?].

agnir mukhaṃ prathamo devatānām̐ saṃgatānām uttamo viṣṇur āsīt |

Agni ist der Mund, der erste der Gottheiten; von den Versammelten war Viṣṇu der höchste.

yajamānāya parigṛhya devān dīkṣayedam̐ havir āgacchataṃ naḥ ‖

Für den Opferherrn die Götter umfassend, weiht ihn zur Weihe (dīkṣā); kommt zu dieser unserer Opfergabe!

iyam adadād rabhasam ṛṇacyutaṃ divodāsaṃ vadhryaśvāya dāśuṣe |

Diese (Sarasvatī) gab dem Vadhryaśva, dem Spender, den Divodāsa, den ungestümen, der Schulden abträgt.

yā śaśvantam ācakhādāvasaṃ paṇiṃ tā te dātrāṇi taviṣā sarasvati ‖

Die den Śaśvant, den geizigen Paṇi, angriff, das sind deine Gaben, kraftvoll, Sarasvatī.

iyam̐ śuṣmebhir bisakhā ivārujat sānu girīṇāṃ taviṣebhir ūrmibhiḥ |

Diese brach mit ihren Kräften wie mit Lotoswurzel-Grabern den Rücken der Berge, mit ihren gewaltigen Wogen.

pārāvataghnīm avase suvṛktibhis sarasvatīm āvivāsema dhītibhiḥ ‖

Die Sarasvatī, die Ferne-Zerschmetternde [?], wollen wir zur Hilfe mit guten Preisungen, mit Andachtsliedern verehren.

janāya cid ya īvata u lokaṃ bṛhaspatir devahūtau cakāra |

Der auch für den Mann, der (dahin)geht, Raum schuf, Bṛhaspati, im Ruf der Götter,

ghnan vṛtrāṇi vi puro dardarīti jayañ chatrūm̐r amitrān pṛtsu sāhan ‖

die Widersacher erschlagend, zerbricht er die Burgen, die Feinde besiegend, die Gegner in den Schlachten überwältigend.

bṛhaspatis samajayad vasūni maho vrajān gomato deva eṣaḥ |

Bṛhaspati hat Güter gewonnen, die großen, rinderreichen Viehhürden, dieser Gott.

apaḥ siṣāsan svar apratīto bṛhaspatir hanty amitram arkaiḥ ‖

Die Wasser und das Licht zu gewinnen suchend, unaufhaltsam, erschlägt Bṛhaspati den Feind mit Strahlen [?].

pāvakā nas sarasvatī vājebhir vājinīvatī |

Läuternde Sarasvatī, mit Stärken, reich an Kräften,

yajñaṃ vaṣṭu dhiyāvasuḥ ‖

möge das Opfer wollen, sie, die durch Andacht Reichtum bringt.

imā juhvānā yuṣmad ā namobhiḥ prati stomam̐ sarasvati juṣasva |

Diese (Gaben) opfernd (bringen wir) zu euch mit Verehrungen; Sarasvatī, genieße das Loblied!

tava śarman priyatame dadhānā upa stheyāma śaraṇaṃ na vṛkṣam ‖

In deinem liebsten Schutz geborgen, wollen wir nahe stehen wie bei einem Baum als Zuflucht.

ā no divo bṛhataḥ parvatād ā sarasvatī yajatā gantu yajñam |

Zu uns komme vom hohen Himmel, vom Berg die opferwürdige Sarasvatī zum Opfer.

havaṃ devī jujuṣāṇā ghṛtācī śagmāṃ no vācam uśatī śṛṇotu ‖

Die Göttin, unseren Ruf genießend, die butterträufelnde, soll unsere hilfreiche Rede hören, sie, die begehrt.

vṛṣabhaṃ carṣaṇīnāṃ viśvarūpam adābhyam |

Den Stier der Menschen, den vielgestaltigen, unbetrügbaren,

bṛhaspatiṃ vareṇyam ‖

den Bṛhaspati, den Erwünschten, (rufen wir).

adevena manasā yo riṣaṇyati śāsām ugro manyamāno jighām̐sati |

Wer mit gottlosem Sinn schaden will, wer, sich für gewaltig haltend, den Lehrern/Lenkern nachstellt,

bṛhaspate mā praṇak tasya no vadho ni karma manyuṃ durevasya śardhataḥ ‖

Bṛhaspati, dessen Waffe soll uns nicht treffen; wir wollen den Zorn des übel Gesinnten, des Trotzenden, niederhalten.

bṛhaspate juṣasva no havyāni viśvadevya |

Bṛhaspati, genieße unsere Opfergaben, Allgöttlicher!

rāsva ratnāni dāśuṣe ‖

Gib dem Spender Schätze!

bṛhaspate ati yad aryo arhād dyumad vibhāti kratumaj janeṣu |

Bṛhaspati, was der Herr über das Maß Gebührende hinaus leuchtet, glänzend, kraftvoll unter den Menschen,

yad dīdayac chavasartaprajāta tad asmāsu draviṇaṃ dhehi citram ‖

was er leuchten ließ, du in der Ordnung Geborener, durch Kraft, dieses Gut setze in uns, das strahlende!

ā no mitrāvaruṇā ghṛtair gavyūtim ukṣatam |

Mitra und Varuṇa, benetzt uns unsere Weide mit Schmalz,

madhvā rajām̐si sukratū ‖

mit Honig die Räume, ihr Weisen!

pra bāhavā sisṛtaṃ jīvase na ā no gavyūtim ukṣataṃ ghṛtena |

Streckt die Arme aus zu unserem Leben; benetzt uns die Weide mit Schmalz!

ā no jane śravayataṃ yuvānā śrutaṃ me mitrāvaruṇā havemā ‖

Lasst uns unter den Leuten Ruhm hören, ihr Jugendlichen; hört diesen meinen Ruf, Mitra und Varuṇa!

hiraṇyagarbhaḥ ‖

Der Goldkeim [Anm.: Beginn eines bekannten Verses, hier nur Stichwort].

yaḥ prāṇato nimiṣataś ca rājā patir viśvasya jagato babhūva |

Der als König der Atmenden und der Blinzelnden, als Herr der ganzen Welt entstand,

ya īśe asya dvipadaś catuṣpadaḥ kasmai devāya haviṣā vidhema ‖

der über dies Zweifüßige und Vierfüßige gebietet – welchem Gott sollen wir mit der Opfergabe dienen?

agnīṣomā imam̐ su me śṛṇutaṃ vṛṣaṇā havam |

Agni und Soma, hört gut diesen meinen Ruf, ihr Stiere!

prati sūktāni haryataṃ bhavataṃ dāśuṣe mayaḥ ‖

Freut euch an den Lobsprüchen; seid dem Spender Wohlgefallen!

agnīṣomā savedasā sahūtī vanataṃ giraḥ |

Agni und Soma, einträchtig im Wissen, im gemeinsamen Ruf, nehmt die Lieder gnädig auf!

saṃ devatrā babhūbathuḥ ‖

Ihr seid unter den Göttern vereint.

yuvam etāni divi rocanāny agniś ca soma sakratū adhattam |

Ihr habt diese Lichter am Himmel gesetzt, Agni und du, Soma, ihr Einsichtsgleichen.

yuvam̐ sindhūm̐r abhiśaster avadyād agnīṣomā amuñcataṃ gṛbhītān ‖

Ihr habt die Ströme, die ergriffenen, von Verfluchung und Tadel befreit, Agni und Soma.

ānyaṃ divo mātariśvā jabhārāmathnād anyaṃ pari śyeno adreḥ |

Den einen hat Mātariśvan vom Himmel gebracht; den anderen hat der Falke vom Fels her herausgequirlt.

agnīṣomā brahmaṇā vāvṛdhānoruṃ yajñāya cakrathur u lokam ‖

Agni und Soma, durch das heilige Wort erstarkend, habt ihr dem Opfer weiten Raum geschaffen.

vaiśvānaro na ūtaya ā prayātu parāvataḥ |

Vaiśvānara soll uns zur Hilfe aus der Ferne herbeikommen,

agnir ukthena vāhasā ‖

Agni, durch Preislied, das (ihn) herbeifährt.

tvad vipro jāyate vājy agne tvad vīrāso abhimātiṣāhaḥ |

Von dir, Agni, wird der Weise, der Kraftreiche geboren, von dir die Helden, die Feinde überwältigend.

vaiśvānara tvam asmāsu dhehi vasūni rājan spṛhayāyyāṇi ‖

Vaiśvānara, König, setze in uns Güter, die begehrenswerten!

ṛtāvānaṃ vaiśvānaram ṛtasya jyotiṣas patim |

Den der Ordnung Folgenden, Vaiśvānara, den Herrn des Lichtes der Ordnung,

ajasraṃ gharmam īmahe ‖

den unaufhörlichen (Gharma-)Glutkessel erbitten wir.

vaiśvānarasya sumatu syāma rājā hi kaṃ bhuvanānām abhiśrīḥ |

In der Gunst des Vaiśvānara wollen wir sein; denn er ist König, für die Wesen Wohl, ihr Glanz.

ito jāto viśvam idaṃ vicaṣṭe vaiśvānaro yatate sūryeṇa ‖

Von hier geboren überschaut er dies alles; Vaiśvānara ringt mit Sūrya.

pṛṣṭo divi pṛṣṭo agniḥ pṛthivyāṃ pṛṣṭo viśvā oṣadhīr āviveśa |

Erfragt am Himmel, erfragt (ist) Agni auf der Erde; erfragt ist er in alle Pflanzen eingegangen.

vaiśvānaras sahasā pṛṣṭo agnis sa no divā sa riṣaḥ pātu naktam ‖

Vaiśvānara, durch Kraft erfragt, Agni: der soll uns bei Tag, der soll uns vor Schaden bei Nacht schützen.

asmākam agne maghavatsu dhārayānāmi kṣatram ajaram̐ suvīram ‖

Halte, Agni, bei unseren freigebigen (Gönnern) fest [?]; unbeugsame Herrschaft, alterslos, reich an Helden.

vayaṃ jayema śatinam̐ sahasriṇaṃ vaiśvānara vājam agne tavotibhiḥ ‖

Wir wollen die Beute gewinnen, hundertfache, tausendfache, Vaiśvānara, Agni, durch deine Hilfen.

imaṃ me varuṇa śrudhī havam adyā ca mṛḍaya |

Varuṇa, höre diesen meinen Ruf, und sei heute gnädig!

tvām avasyur ācake ‖

Dich habe ich, Hilfe suchend, angerufen.

tat tvā yāmi brahmaṇā vandamānas tad āśāste yajamāno havirbhiḥ ‖

Das erbitte ich von dir, mit heiligem Wort huldigend; das wünscht der Opferherr mit Opfergaben.

aheḍamāno varuṇeha bodhy uruśam̐sa mā na āyuḥ pramoṣīḥ ‖

Nicht zürnend, Varuṇa, sei hier aufmerksam, du Weitgepriesener; raube uns nicht die Lebensdauer!

śatena pāśair varuṇābhidhehi mā te mocy anṛtavāṅ nṛcakṣaḥ |

Fessle (ihn) mit hundert Schlingen, Varuṇa; der Unwahrhaftige, der Männerbeobachter, soll dir nicht entkommen.

āstāṃ jalma udaram̐ sram̐sayitvā kośa ivābandhraḥ parikṛtyamānaḥ ‖

Der Elende [?] soll (da) liegen, den Bauch erschlafft, wie ein Schlauch ohne Band, ringsum zerschnitten.

dhīrā tv asya mahinā janūm̐ṣi vi yas tastambha rodasī cid urvī |

Weise (bin ich), die Geburten dieses (Gottes) durch (seine) Größe (kennend), der die beiden weiten Welten auseinanderstemmte,

pra nākam ṛṣvaṃ nunude bṛhantaṃ dvitā nakṣatraṃ paprathac ca bhūma ‖

der das erhabene, große Firmament emporstieß, zweifach das Gestirn und die Erde ausbreitete.

iti śrīyajuṣi kāṭhake carakaśākhāyām iṭhimikāyāṃ grahasthānakaṃ nāma caturthaṃ sthānakaṃ saṃpūrṇam |

So (endet) im glückverheißenden Yajurveda, in der Kāṭhaka-Rezension, der Caraka-Schule, in der Iṭhimikā, das Grahasthānaka genannte vierte Sthānaka, vollständig.