agnāviṣṇū mahi tad vāṃ mahitvaṃ pātho ghṛtasya guhyāni nāma |
Agni und Viṣṇu, groß ist diese eure Größe; ihr trinkt vom Schmalz, (ihr kennt) die geheimen Namen.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 4
agnāviṣṇū mahi tad vāṃ mahitvaṃ pātho ghṛtasya guhyāni nāma |
Agni und Viṣṇu, groß ist diese eure Größe; ihr trinkt vom Schmalz, (ihr kennt) die geheimen Namen.
damedame sapta ratnā dadhānā prati vāṃ jihvā ghṛtam uccaraṇyat ‖
In jedem Haus sieben Schätze setzend – (dabei) schlürft euch die Zunge die Butter entgegen [?].
agnāviṣṇū mahi dhāma priyaṃ vāṃ vītho ghṛtasya guhyā juṣāṇā |
Agni und Viṣṇu, groß ist euer liebes Wesen; ihr genießt das Geheime der Butter, sie liebend.
damedame suṣṭutyā vāvṛdhānānu vāṃ jihvā ghṛtam ācaraṇyat ‖
In jedem Haus, durch gutes Lob erstarkend, (folgt) euch die Zunge, die Butter herbeischlürfend [?].
agnir mukhaṃ prathamo devatānām̐ saṃgatānām uttamo viṣṇur āsīt |
Agni ist der Mund, der erste der Gottheiten; von den Versammelten war Viṣṇu der höchste.
yajamānāya parigṛhya devān dīkṣayedam̐ havir āgacchataṃ naḥ ‖
Für den Opferherrn die Götter umfassend, weiht ihn zur Weihe (dīkṣā); kommt zu dieser unserer Opfergabe!
iyam adadād rabhasam ṛṇacyutaṃ divodāsaṃ vadhryaśvāya dāśuṣe |
Diese (Sarasvatī) gab dem Vadhryaśva, dem Spender, den Divodāsa, den ungestümen, der Schulden abträgt.
yā śaśvantam ācakhādāvasaṃ paṇiṃ tā te dātrāṇi taviṣā sarasvati ‖
Die den Śaśvant, den geizigen Paṇi, angriff, das sind deine Gaben, kraftvoll, Sarasvatī.
iyam̐ śuṣmebhir bisakhā ivārujat sānu girīṇāṃ taviṣebhir ūrmibhiḥ |
Diese brach mit ihren Kräften wie mit Lotoswurzel-Grabern den Rücken der Berge, mit ihren gewaltigen Wogen.
pārāvataghnīm avase suvṛktibhis sarasvatīm āvivāsema dhītibhiḥ ‖
Die Sarasvatī, die Ferne-Zerschmetternde [?], wollen wir zur Hilfe mit guten Preisungen, mit Andachtsliedern verehren.
janāya cid ya īvata u lokaṃ bṛhaspatir devahūtau cakāra |
Der auch für den Mann, der (dahin)geht, Raum schuf, Bṛhaspati, im Ruf der Götter,
ghnan vṛtrāṇi vi puro dardarīti jayañ chatrūm̐r amitrān pṛtsu sāhan ‖
die Widersacher erschlagend, zerbricht er die Burgen, die Feinde besiegend, die Gegner in den Schlachten überwältigend.
bṛhaspatis samajayad vasūni maho vrajān gomato deva eṣaḥ |
Bṛhaspati hat Güter gewonnen, die großen, rinderreichen Viehhürden, dieser Gott.
apaḥ siṣāsan svar apratīto bṛhaspatir hanty amitram arkaiḥ ‖
Die Wasser und das Licht zu gewinnen suchend, unaufhaltsam, erschlägt Bṛhaspati den Feind mit Strahlen [?].
pāvakā nas sarasvatī vājebhir vājinīvatī |
Läuternde Sarasvatī, mit Stärken, reich an Kräften,
yajñaṃ vaṣṭu dhiyāvasuḥ ‖
möge das Opfer wollen, sie, die durch Andacht Reichtum bringt.
imā juhvānā yuṣmad ā namobhiḥ prati stomam̐ sarasvati juṣasva |
Diese (Gaben) opfernd (bringen wir) zu euch mit Verehrungen; Sarasvatī, genieße das Loblied!
tava śarman priyatame dadhānā upa stheyāma śaraṇaṃ na vṛkṣam ‖
In deinem liebsten Schutz geborgen, wollen wir nahe stehen wie bei einem Baum als Zuflucht.
ā no divo bṛhataḥ parvatād ā sarasvatī yajatā gantu yajñam |
Zu uns komme vom hohen Himmel, vom Berg die opferwürdige Sarasvatī zum Opfer.
havaṃ devī jujuṣāṇā ghṛtācī śagmāṃ no vācam uśatī śṛṇotu ‖
Die Göttin, unseren Ruf genießend, die butterträufelnde, soll unsere hilfreiche Rede hören, sie, die begehrt.
vṛṣabhaṃ carṣaṇīnāṃ viśvarūpam adābhyam |
Den Stier der Menschen, den vielgestaltigen, unbetrügbaren,
bṛhaspatiṃ vareṇyam ‖
den Bṛhaspati, den Erwünschten, (rufen wir).
adevena manasā yo riṣaṇyati śāsām ugro manyamāno jighām̐sati |
Wer mit gottlosem Sinn schaden will, wer, sich für gewaltig haltend, den Lehrern/Lenkern nachstellt,
bṛhaspate mā praṇak tasya no vadho ni karma manyuṃ durevasya śardhataḥ ‖
Bṛhaspati, dessen Waffe soll uns nicht treffen; wir wollen den Zorn des übel Gesinnten, des Trotzenden, niederhalten.
bṛhaspate juṣasva no havyāni viśvadevya |
Bṛhaspati, genieße unsere Opfergaben, Allgöttlicher!
rāsva ratnāni dāśuṣe ‖
Gib dem Spender Schätze!
bṛhaspate ati yad aryo arhād dyumad vibhāti kratumaj janeṣu |
Bṛhaspati, was der Herr über das Maß Gebührende hinaus leuchtet, glänzend, kraftvoll unter den Menschen,
yad dīdayac chavasartaprajāta tad asmāsu draviṇaṃ dhehi citram ‖
was er leuchten ließ, du in der Ordnung Geborener, durch Kraft, dieses Gut setze in uns, das strahlende!
ā no mitrāvaruṇā ghṛtair gavyūtim ukṣatam |
Mitra und Varuṇa, benetzt uns unsere Weide mit Schmalz,
madhvā rajām̐si sukratū ‖
mit Honig die Räume, ihr Weisen!
pra bāhavā sisṛtaṃ jīvase na ā no gavyūtim ukṣataṃ ghṛtena |
Streckt die Arme aus zu unserem Leben; benetzt uns die Weide mit Schmalz!
ā no jane śravayataṃ yuvānā śrutaṃ me mitrāvaruṇā havemā ‖
Lasst uns unter den Leuten Ruhm hören, ihr Jugendlichen; hört diesen meinen Ruf, Mitra und Varuṇa!
hiraṇyagarbhaḥ ‖
Der Goldkeim [Anm.: Beginn eines bekannten Verses, hier nur Stichwort].
yaḥ prāṇato nimiṣataś ca rājā patir viśvasya jagato babhūva |
Der als König der Atmenden und der Blinzelnden, als Herr der ganzen Welt entstand,
ya īśe asya dvipadaś catuṣpadaḥ kasmai devāya haviṣā vidhema ‖
der über dies Zweifüßige und Vierfüßige gebietet – welchem Gott sollen wir mit der Opfergabe dienen?
agnīṣomā imam̐ su me śṛṇutaṃ vṛṣaṇā havam |
Agni und Soma, hört gut diesen meinen Ruf, ihr Stiere!
prati sūktāni haryataṃ bhavataṃ dāśuṣe mayaḥ ‖
Freut euch an den Lobsprüchen; seid dem Spender Wohlgefallen!
agnīṣomā savedasā sahūtī vanataṃ giraḥ |
Agni und Soma, einträchtig im Wissen, im gemeinsamen Ruf, nehmt die Lieder gnädig auf!
saṃ devatrā babhūbathuḥ ‖
Ihr seid unter den Göttern vereint.
yuvam etāni divi rocanāny agniś ca soma sakratū adhattam |
Ihr habt diese Lichter am Himmel gesetzt, Agni und du, Soma, ihr Einsichtsgleichen.
yuvam̐ sindhūm̐r abhiśaster avadyād agnīṣomā amuñcataṃ gṛbhītān ‖
Ihr habt die Ströme, die ergriffenen, von Verfluchung und Tadel befreit, Agni und Soma.
ānyaṃ divo mātariśvā jabhārāmathnād anyaṃ pari śyeno adreḥ |
Den einen hat Mātariśvan vom Himmel gebracht; den anderen hat der Falke vom Fels her herausgequirlt.
agnīṣomā brahmaṇā vāvṛdhānoruṃ yajñāya cakrathur u lokam ‖
Agni und Soma, durch das heilige Wort erstarkend, habt ihr dem Opfer weiten Raum geschaffen.
vaiśvānaro na ūtaya ā prayātu parāvataḥ |
Vaiśvānara soll uns zur Hilfe aus der Ferne herbeikommen,
agnir ukthena vāhasā ‖
Agni, durch Preislied, das (ihn) herbeifährt.
tvad vipro jāyate vājy agne tvad vīrāso abhimātiṣāhaḥ |
Von dir, Agni, wird der Weise, der Kraftreiche geboren, von dir die Helden, die Feinde überwältigend.
vaiśvānara tvam asmāsu dhehi vasūni rājan spṛhayāyyāṇi ‖
Vaiśvānara, König, setze in uns Güter, die begehrenswerten!
ṛtāvānaṃ vaiśvānaram ṛtasya jyotiṣas patim |
Den der Ordnung Folgenden, Vaiśvānara, den Herrn des Lichtes der Ordnung,
ajasraṃ gharmam īmahe ‖
den unaufhörlichen (Gharma-)Glutkessel erbitten wir.
vaiśvānarasya sumatu syāma rājā hi kaṃ bhuvanānām abhiśrīḥ |
In der Gunst des Vaiśvānara wollen wir sein; denn er ist König, für die Wesen Wohl, ihr Glanz.
ito jāto viśvam idaṃ vicaṣṭe vaiśvānaro yatate sūryeṇa ‖
Von hier geboren überschaut er dies alles; Vaiśvānara ringt mit Sūrya.
pṛṣṭo divi pṛṣṭo agniḥ pṛthivyāṃ pṛṣṭo viśvā oṣadhīr āviveśa |
Erfragt am Himmel, erfragt (ist) Agni auf der Erde; erfragt ist er in alle Pflanzen eingegangen.
vaiśvānaras sahasā pṛṣṭo agnis sa no divā sa riṣaḥ pātu naktam ‖
Vaiśvānara, durch Kraft erfragt, Agni: der soll uns bei Tag, der soll uns vor Schaden bei Nacht schützen.
asmākam agne maghavatsu dhārayānāmi kṣatram ajaram̐ suvīram ‖
Halte, Agni, bei unseren freigebigen (Gönnern) fest [?]; unbeugsame Herrschaft, alterslos, reich an Helden.
vayaṃ jayema śatinam̐ sahasriṇaṃ vaiśvānara vājam agne tavotibhiḥ ‖
Wir wollen die Beute gewinnen, hundertfache, tausendfache, Vaiśvānara, Agni, durch deine Hilfen.
imaṃ me varuṇa śrudhī havam adyā ca mṛḍaya |
Varuṇa, höre diesen meinen Ruf, und sei heute gnädig!
tvām avasyur ācake ‖
Dich habe ich, Hilfe suchend, angerufen.
tat tvā yāmi brahmaṇā vandamānas tad āśāste yajamāno havirbhiḥ ‖
Das erbitte ich von dir, mit heiligem Wort huldigend; das wünscht der Opferherr mit Opfergaben.
aheḍamāno varuṇeha bodhy uruśam̐sa mā na āyuḥ pramoṣīḥ ‖
Nicht zürnend, Varuṇa, sei hier aufmerksam, du Weitgepriesener; raube uns nicht die Lebensdauer!
śatena pāśair varuṇābhidhehi mā te mocy anṛtavāṅ nṛcakṣaḥ |
Fessle (ihn) mit hundert Schlingen, Varuṇa; der Unwahrhaftige, der Männerbeobachter, soll dir nicht entkommen.
āstāṃ jalma udaram̐ sram̐sayitvā kośa ivābandhraḥ parikṛtyamānaḥ ‖
Der Elende [?] soll (da) liegen, den Bauch erschlafft, wie ein Schlauch ohne Band, ringsum zerschnitten.
dhīrā tv asya mahinā janūm̐ṣi vi yas tastambha rodasī cid urvī |
Weise (bin ich), die Geburten dieses (Gottes) durch (seine) Größe (kennend), der die beiden weiten Welten auseinanderstemmte,
pra nākam ṛṣvaṃ nunude bṛhantaṃ dvitā nakṣatraṃ paprathac ca bhūma ‖
der das erhabene, große Firmament emporstieß, zweifach das Gestirn und die Erde ausbreitete.
iti śrīyajuṣi kāṭhake carakaśākhāyām iṭhimikāyāṃ grahasthānakaṃ nāma caturthaṃ sthānakaṃ saṃpūrṇam |
So (endet) im glückverheißenden Yajurveda, in der Kāṭhaka-Rezension, der Caraka-Schule, in der Iṭhimikā, das Grahasthānaka genannte vierte Sthānaka, vollständig.