Adhyāya 19
Schluss des Sattra-Abschnitts: Atirātra, Jyotis-Gau-Āyus, Abhiplava-Ṣaḍahas und die Deutung des Śatarātra
Die erste Kaṇḍikā zählt die Bausteine eines Sattra-Ablaufs auf (Atirātra, Jyotis-Gau-Āyus-Tryaha, Abhiplava-Ṣaḍahas, Daśāhas des Dvādaśāha, Mahāvrata, Atirātra). Es folgen eine Deutung des Śatarātra (Hundertnachtfeier) als Unsterblichkeitsgabe und eine kurze Begründung des Auspressens (abhiṣu-) des Soma. Der Text ist knapp; die Zählung der Tage ist nicht ausgeschrieben.
atirātro jyotir gaur āyus tryahaś caturdaśābhiplavāḥ ṣaḍahā dvādaśāhasya daśāhāni mahāvrataṃ cātirātraś ca
Der Atirātra, das Jyotis, das Gau, das Āyus, ein Tryaha (Dreitage-Gruppe), vierzehn Abhiplava-Ṣaḍahas (Sechstage-Gruppen), die Daśāhas des Dvādaśāha, das Mahāvrata und der Atirātra.
devā vai mṛtyor abibhayus te prajāpatim upādhāvaṃs tebhya etena śatarātreṇāmṛtatvaṃ prāyacchad etad vāva manuṣyasyāmṛtatvaṃ yat sarvam āyur eti vasīyān bhavati sarvam āyur yanti vasīyāṃso bhavanti ya etad upayanti
Die Götter fürchteten sich vor dem Tod; sie wandten sich an Prajāpati. Ihnen verlieh er durch diesen Śatarātra (Hundertnachtfeier) die Unsterblichkeit. Dies ist wahrlich die Unsterblichkeit des Menschen: dass er das ganze Leben erreicht und besser wird. Die das ganze Leben erreichen, werden besser, die sich dieser [Feier] unterziehen.
Beim Anlauf (abhiprayāya) pressen sie [Soma] nach vorn hin aus, damit man vorwärtsschreite (abhikrānti); am gleichen Ort pressen sie aus, damit man festen Stand habe.