Quellen der Menschheit

Jñānāmṛtasāra-Saṃhitā

Paṭala 4: Prathamaika-rātre Caturtho 'dhyāyaḥ Vierter Adhyāya der ersten Nacht - Die Frage nach dem Schutzpanzer (Kavaca-Praśna)

Der Weise Nārāyaṇarṣi erscheint dem Brahmanenknaben (nun mit Namen Subhadra angesprochen) und gewährt ihm auf dessen Bitte hin allein Hingabe zu Kṛṣṇa, den Kṛṣṇa-Mantra und eine Dhyāna-Meditation, verweigert ihm jedoch, auf dessen Drängen, den eigentlichen Schutz-Kavaca (Amulett) vom eigenen Hals, den er stattdessen selbst um Subhadras Hals legt, während er ihm als Buße für die unrechte Bitte 30.000 Jahre irdischer Königsherrschaft und Reichtum in Aussicht stellt, bevor er schließlich nach Goloka gelangen und in einer späteren Geburt als der Weise Mārkaṇḍeya wiedergeboren werden wird. Es folgt die Erzählung von der Wiedervereinigung mit den Eltern, der Heirat mit einer Prinzessin, der langen Regierungszeit, dem Tod und der letztlich durch das Essen von Kṛṣṇas Speiseopfer-Resten erlangten Befreiung des ganzen Hauses (samt dem ihn fressenden Tiger). Den Abschluss bildet Nāradas Frage nach dem geheimnisvollen Kavaca selbst, das Brahmā jedoch aus Geheimhaltungsgründen nicht preisgeben kann und an Śiva verweist.

brāhmaṇasya stavaṃ śrutvā parituṣṭo janārdanaḥ / kṛpāṃ cakāra bhagavān bhakteśo bhakta-vatsalaḥ ... tam uvāca muni-śreṣṭhaḥ kṛpayā dīna-vatsalaḥ / hitaṃ tathyaṃ nīti-sāraṃ pariṇāma-sukhāvaham

Als er das Lobgebet des Brahmanen[knaben] gehört hatte, war Janārdana, der erhabene Herr der Ergebenen, der die Ergebenen liebt, hocherfreut und erwies [ihm] Gnade. Zu dieser Zeit kam der erhabene Sohn Nandas, der Weise Nārāyaṇa, aus Mitgefühl zu dem See. Er sah den Brahmanenknaben, den Ersten der Weisen selbst, durch seinen wonnevoll anzuschauenden Glanz schön und bezaubernd, in gelbes Gewand gehüllt, vom Glanz einer frischen Regenwolke, am ganzen Leib mit Sandelpaste gesalbt, mit einem Waldblumenkranz geschmückt, mit heiterem, reinem Antlitz, lächelnd, von allen verehrt, leuchtend und murmelnd mit einer reinen Bergkristall-Gebetskette. Als er ihn sah, verneigte sich der Brahmanenerste sogleich mit dem Haupt; [Nārāyaṇa] gab ihm den Segenswunsch, die Hand auf sein Haupt legend. Der Erste der Weisen sprach zu ihm, aus Mitgefühl, den Elenden liebend, Heilsames, Wahres, die Essenz der rechten Lebensführung, in seiner Wirkung Glück bringend.

[Śrī-nārāyaṇarṣir uvāca] aye vipra mahā-bhāga saphalaṃ jīvanaṃ tava / yasmin kule ca jāto 'si tad-dhanyaṃ supraśaṃsitam ... varaṃ vṛṇuṣva bhadraṃ te subhadra dvija-puṅgava / sarvaṃ dātum ahaṃ śakto yat te manasi vāñcchitam

[Śrī-Nārāyaṇarṣi sprach:] 'Ei, hochbeglückter Brahmane, fruchtbar ist dein Leben; gesegnet und hochgepriesen ist die Familie, in der du geboren bist. Verehre du das höchste Glück, den Wonnevollen, den Sohn Nandas; gewiss wirst du zu Goloka gelangen, dem ersehnten höchsten Glücksort. Rein und glückverheißend ist jene Familie, ruhmvoll und frei von Not, in der du selbst geboren bist, verdienstvoll, Kṛṣṇa ergeben. [Selbst] das auf dem Weg gefallene, verwelkte, von wilden Tieren angefressene Speiseopfer genossen zu haben - das hat in dir diese Gesinnung, diese Kṛṣṇa-Hingabe, entstehen lassen. Die Größe von Kṛṣṇas Speiseopfer, Kind, wer wäre imstande, sie zu verkünden - was selbst die vier Veden nicht auszusprechen vermögen! Wähle einen Wunsch, Segen sei mit dir, Subhadra, du Bester der Zweifachgeborenen; alles zu geben bin ich imstande, was immer dir im Sinn steht.'

[Anm.: Hier wird der Brahmanenknabe erstmals namentlich als 'Subhadra' angesprochen.]

nārāyaṇa-vacaḥ śrutvā tam uvāca śiṣuḥ svayam / punaḥ kampita-sarvāṅgaḥ sāśru-netraḥ puṭāñjaliḥ ... lakṣmīr māyā-kāma-bījaṃ ṅe 'ntaṃ kṛṣṇa-padaṃ tathā / vahni-jāyānta-mantraṃ ca mantra-rājaṃ manoharam

Als er Nārāyaṇas Worte gehört hatte, sprach der Knabe selbst zu ihm, am ganzen Leibe zitternd, mit tränenden Augen, mit gefalteten, hohlen Händen: Subhadra sprach: 'Gib mir feste, überaus schwer erlangbare Hingabe zu Kṛṣṇas Lotosfuß, den Dienst an jenem, das Wohnen an jenem Ort, der Alter und Tod aufhebt. Einen anderen Wunsch nehme ich nicht an, ich habe kein anderes Verlangen; ich bin nicht auf einen Wunsch aus wie ein Begehrender oder wie ein Lohnempfänger.' Nārāyaṇarṣi sprach: 'Wessen Hingabe Śrī Kṛṣṇa gilt, was wäre diesem hier schwer erreichbar? Die zweiunddreißig Siddhis, angefangen mit der Fähigkeit, sich winzig klein zu machen (aṇimā), liegen ihm auf der Handfläche bereit. Der Freie-von-Zweifeln (Kṛṣṇa) gibt ihm dies, doch der Vaiṣṇava nimmt es nicht an; die Ergebenen wünschen sich stets die uneigennützige Hingabe zu Hari. Empfange den Mantra Kṛṣṇas, den höchsten, ausgezeichneten Wunschbaum, der Hingabe schenkt, Dienerschaft schenkt, rein ist, die Wurzel des Karma abschneidet - Lakṣmī, die Bīja-Silbe der Māyā und des Begehrens, endend auf "ṅe", ebenso Kṛṣṇas Fuß[-Silbe], den auf "Feuer und Gattin" endenden Mantra - den anmutigen Fürsten der Mantras.'

[Anm.: Die Beschreibung des Mantra in Vers 20 erfolgt in der für tantrische Texte typischen verschlüsselten Bīja-Code-Sprache (Lakṣmī-Bīja = śrīṃ, Māyā-Bīja = hrīṃ, Kāma-Bīja = klīṃ, 'endend auf ṅe' und 'Feuer-und-Gattin-endender Mantra' als kryptische Umschreibungen weiterer Silben), die den eigentlichen Mantra-Wortlaut absichtlich verschleiert und nicht direkt ausspricht; diese Verschlüsselung wird hier wörtlich, ohne Auflösung des tatsächlichen Mantra, wiedergegeben, wie es der Geheimhaltungskonvention des Textes selbst entspricht.]

ity evam uktvā tat-karṇe kathayām āsa dakṣiṇe / vāra-trayaṃ muni-śreṣṭhaḥ śuddha-bhāvena putraka ... subhadra uvāca: satyaṃ kuru mahā-bhāga varaṃ me yadi dāsyasi / varaṃ vṛṇomi tat paścāt yan me manasi vāñcchitam

So gesprochen habend, sprach ihm der Erste der Weisen den [Mantra] ins rechte Ohr, dreimal, mit reiner Gesinnung, Kind. Mit welchem Lobgebet Subhadra den höchsten Herrn erfreute, dessen Rezitation befahl ihm jener Weise freudig. Er gab ihm auch einen Schutz-Kavaca, der die ganze Welt glückverheißend segnet, die im Sāma-Veda gelehrte Meditation (dhyāna) und den vollständigen Ritus der Verehrung; den Dienst an Hari, die Hingabe zu ihm, das ersehnte Wohnen in Goloka - [dies alles] nach Ablauf zweier weiterer Geburten, wenn das Genießen des [restlichen] Karma erschöpft ist. Subhadra sprach: 'Halte Wort, Hochbeglückter, wenn du mir einen Wunsch gewähren wirst; einen [weiteren] Wunsch wähle ich danach, was mir im Sinn liegt.'

[Anm.: Bemerkenswert ist, dass hier (4.23) bereits erwähnt wird, Nārāyaṇarṣi habe Subhadra einen Kavaca 'gegeben' - was im Widerspruch zur folgenden Erzählung steht, in der er ihm den (körperlich um seinen Hals getragenen) Kavaca gerade verweigert; vermutlich ist hier bereits die - noch ungenannte - Dhyāna-Kavaca-Formel gemeint, die in Kapitel 5 im Wortlaut mitgeteilt wird, während der im Folgenden verweigerte Gegenstand das physische Amulett (Guṭikā) ist, das Nārāyaṇarṣi selbst am Hals trägt.]

[Nārāyaṇarṣir uvāca] kaṇṭhe te kiṃ ca kavacaṃ kasya vā sarva-pūjitam / amūlya-ratna-guṭikā-yuktaṃ ca sumanoharam ... mad-iṣṭa-deva-kavacaṃ gṛhītaṃ yena hetunā / sapta-kalpānta-jīvasya paratra ca bhaviṣyati

Subhadra sprach: 'Was ist das für ein Kavaca an deinem Hals, wessen [Kavaca ist es], allseits verehrt, mit unschätzbaren Juwelenperlen versehen und überaus bezaubernd? Gib mir das Kavaca, Gott, bewahre deine eigene Wahrhaftigkeit!' Als er die Worte des Brahmanen gehört hatte, mit trockener Kehle, Lippen und Gaumen, unfähig, jenes Wort auszusprechen, sann der Muni über Kṛṣṇas Lotosfuß nach; er gab ihm [nur] die [einzelne] Juwelenperle (guṭikā), sprach aber nicht den [ganzen] Kavaca [aus]. Der große Weise sprach zu ihm, zufrieden und dennoch bekümmert: 'Kind, der Zorn des Gottes ist [hierbei] gleich [groß wie] der gewährte Wunsch [d.h. ebenso stark, wie der ursprüngliche Wunsch berechtigt war].' Nārāyaṇarṣi sprach: 'Dreißigtausend Jahre lang genieße eine schwer erreichbare Königsherrschaft, erlange schwer erreichbaren Reichtum, sei von Māyā verblendet! Weil du das Kavaca meiner Wunschgottheit aus [diesem] Grund [an dich] genommen hast, wirst du [zwar] bis zum Ende von sieben Weltzeitaltern (kalpa) leben und danach [Erlösung erlangen].

sucireṇaiva kālena golokaṃ ca prāyasyasi / pare mṛkaṇḍu-putras tvaṃ mārkaṇḍeyo bhaviṣyasi ... yayuḥ sarve sva-deśaṃ ca paramāhlāda-mānasāḥ / candra-bhāgāṃ samuttīrya viveśa nagaraṃ param

Nach überaus langer Zeit wirst du nach Goloka gelangen; danach wirst du als Sohn des Mṛkaṇḍu, als Mārkaṇḍeya, [wiedergeboren] werden. Das von mir gegebene Kavaca wird dich beschützen, Kind, an deinem Hals befindlich, Geburt für Geburt.' Nachdem er wieder die [einzelne] Juwelenperle in ein [neues] Kavaca gefasst hatte, trug es der Weise selbst an seinem Hals, [nun] ergeben. Nach der Gewährung des Wunsches ging jener Weise, bekümmert, nach Hause, nachdem er dem Brahmanen[knaben] das Kavaca gegeben hatte - wie eine Kuh, die ihr Kalb verloren hat. Von seinem Bruder Nara, seinem Vater Dharma und dem großherzigen [Nara-Nārāyaṇa-Paar(?)], von seiner Mutter Mūrti und seiner Gattin Śānti wurde der Weise getadelt. Der Brahmane [Subhadra] erhielt das Kavaca, den Mantra, den höchsten Wunschbaum, erhob sich vom See, von brahmanischer Glut erstrahlend. Einen Augenblick verweilte er am Seeufer, unter der Wurzel eines bezaubernden Banyan-Baumes, murmelte den höchsten Mantra, nachdem er den Herrn der Welt verehrt hatte. Da suchte jener Brahmanenvater seinen Sohn lange, ging nach Hause und weinte, von Kummer und Leid gequält. Seine Mutter war bereit, den Leib aufzugeben, aus Kummer um den Sohn; [doch] der Brahmane gab seinen Leib nicht auf, nachdem er einen guten Traum gesehen hatte. Der Brahmane und die Brahmanin verließen ihr Haus, um den Sohn zu suchen, und gingen in den schrecklichen Wald, mit all ihren Verwandten. Nachdem sie den ganzen Wald durchsucht hatten, gingen sie zum See; dort sahen sie den Knaben, sonnengleich, unter dem Banyan-Baum. Der Brahmane küsste die Wange des Sohnes, und die Brahmanin [ebenso], mit Tränen; nacheinander umarmten Mutter und Vater ihn immer wieder. Der Sohn erzählte ehrfürchtig das ganze Geschehen; als der Brahmane, die Brahmanin und die Verwandten die Worte des Sohnes gehört hatten, gingen sie alle, mit höchster Freude im Herzen, in ihre eigene Heimat, überquerten die Candrabhāgā und betraten die große Stadt.

nagara-stho nṛpendraś ca dṛṣṭvā tejasvinaṃ śiśum / dadau tasmai sva-kanyāṃ ca ratnālaṅkāra-bhūṣitam ... jagāma vismayaṃ rājā dṛṣṭvā nagaram uttamam / pitrā mātrā saha śiśur vismayaṃ ca yayau mudā

Der in der Stadt weilende Fürst der Könige, als er den glanzvollen Knaben sah, gab ihm seine eigene, mit Juwelenschmuck geschmückte Tochter, eine junge, schöne, dunkle, wie erhitztes Gold [glänzende], treue, hochbeglückte, schöne, mit Lotoszügen [geschmückte Braut]. Tausend Elefantenfürsten gab er freudig als Mitgift, zehn Lakh Pferde und tausend Juwelen, tausend halskettengeschmückte, schöne Dienerinnen, tausend Gewänder und Juwelen von hohem, kaum erschwinglichem Wert, tausend Diener und dreihunderttausend Fußsoldaten, zehntausend[?] Gold[stücke] und eine kaum erschwingliche Juwelenkette. Nachdem er ihm die Tochter gegeben hatte, weinte er samt seiner Gattin; der König zog mit der Tochter zum Haus des Brahmanen. Nachdem er ein Stück Weges gegangen war, sah der König eine Stadt, überaus schön und lieblich, die selbst Amarāvatī (Indras Stadt) übertraf, dem Anschein nach aus reinem Bergkristall, aus dem Kern von Juwelen erbaut, mit dreißig Millionen Söllern und neunzig Millionen prächtigen Häusern, mit sieben Wallmauern und dreifachem Wallgraben versehen, unüberwindlich und selbst für Feinde überaus schwer zugänglich, Kind. Den lieblichen Wohnsitz des Knaben selbst, aus echtem Juwelenkern erbaut, mit funkelnden Diamant-Torflügeln und Juwelenfürsten-Gefäßen versehen, mit echten Juwelenspiegeln erleuchtet, mit Juwelenkrügen geschmückt, den Vorhof reich an Juwelenkern, mit Juwelenstufen geschmückt, mit einem anmutigen Königsweg, mit Zinnoberrot und anderem verziert, mit einer juwelengeschmückten Mauer, hoch bis zum Himmel reichend - der König sah die höchste Stadt und geriet in Erstaunen; zusammen mit Vater und Mutter geriet auch der Knabe freudig in Erstaunen. Dreihunderttausend Elefantenfürsten und zehn Millionen Hunde, viermal so viele Fußsoldaten begleiteten sie im Gefolge.

[Anm.: Die genauen Zahlenangaben in dieser Passage (v.a. 4.51 'daśa-lakṣaṃ suvarṇaṃ' - möglicherweise verderbt oder hyperbolisch gemeint) folgen der in solchen purāṇisch-erzählenden Passagen üblichen Übertreibungsrhetorik königlicher Pracht und werden wörtlich wiedergegeben.]

vāraṇendraṃ puras kṛtya veśyāṃ ca nartakaṃ tathā / dvijāṃś ca pūrṇa-kumbhāṃś ca pati-putravatīṃ satīṃ ... babhūva sāṃprataṃ vipraḥ kṛṣṇa-naivedya-bhakṣaṇāt / śva-bhakṣitaṃ ca naivedyaṃ bhuktvā ced īdṛśī gatiḥ

Mit einem Elefantenfürsten voran, mit Kurtisanen und Tänzern, mit Brahmanen und gefüllten [Wasser-]Krügen, mit einer glückverheißenden, Gatte-und-Söhne-habenden treuen Frau [an der Spitze des Zuges] - als der oberste Würdenträger den Knaben auf dem Elefantenfürsten thronend sah, verneigte er sich eilends mit dem Haupt und stieg selbst vom Elefanten herab. Er ließ den Knaben in den aus Juwelen erbauten Palast eintreten, gab ihm ehrfürchtig und freudig einen Juwelenthron. Dem Vater und der Mutter der Braut ehrfürchtig und freudig gab er ebenfalls einen anmutigen Juwelenthron, dem Würdenträger [selbst zukommend]. Der Würdenträger diente dem Knaben selbst mit weißen Wedeln (cāmara) und trug einen mit Diamantengehänge gezierten Juwelenschirm. Er wohnte mit seiner Gattin in Wohlstand wie Indra selbst; der Schwiegervater [des Knaben, d.h. der König] ging, vom Knaben geehrt, nach Hause. Dreißigtausend Jahre lang übte der König [d.h. nun der Knabe als König] die Königsherrschaft aus; nach einiger Zeit wurde sein [leiblicher] Vater im Wald von einem Tiger gefressen. Seine treue, hochbeglückte Mutter starb mit [ihm]; mit prächtigem Juwelenfahrzeug [zog er], samt Gattin, ehrfürchtig zu Kṛṣṇas Tempel, wegen [seiner früheren] Genuss von Kṛṣṇas Speiseopfer-Resten. Nachdem der Tiger dessen Gebeine gefressen hatte, wurde auch er sogleich rein und ging zusammen mit den beiden [Eltern] nach Goloka, dem überaus lieblichen. Der Knabe [selbst, nun als alter König], nachdem er seinen Körper aufgegeben hatte am Himālaya, am Ufer des Himmelsflusses, [und] seinem [eigenen] Sohn die Königsherrschaft übergeben hatte, [ein Reich] noch schwerer erreichbar als der Himmel, erlangte durch sein eigenes Karma [neue] Geburt im Schoß von Mṛkaṇḍus Gattin. Er wurde in der nächsten Geburt der beste der Weisen, Mārkaṇḍeya, [und wurde] durch Nārāyaṇas Gunsterweis einer, der bis zum Ende von sieben Weltzeitaltern lebt. So wurde er nun [wieder als] Brahmane, durch das Genießen von Kṛṣṇas Speiseopfer; wenn schon das Essen des von einem Hund gefressenen Speiseopfer-Restes ein solches Ergebnis hat -

akāmataś cāpy ajñāto jīrṇa-mārga-sthitaṃ suta / yo bhakṣet kāmato jñāto nityaṃ naivedyam īpsitam ... sa pitā sa guruḥ svacchaḥ karoti bhrama-bhañjanam / śīghraṃ brūhi mahā-bhāga nāradaṃ māṃ suta-priya

- [wenn schon] unabsichtlich und unwissentlich, ein auf dem verfallenen Weg liegendes [Speiseopfer, Sohn, solches bewirkt] - wer [erst] absichtlich, wissentlich, stets das ersehnte Speiseopfer genießt, dessen Geschick kennen nicht einmal die vier Veden. So habe ich dir, Brahmane, diese alte Geschichte erzählt, wunderbar, süß, lieblich - was möchtest du noch weiter hören?' Śrī Nārada sprach: 'Ich habe die Größe des Speiseopfers vernommen, überaus lieblich, o Vater, [sogar] des Herrn Kṛṣṇa, des höchsten Selbst. Nun möchte ich hören, was meinen eigenen Zweifel zerstreut: sage mir jenes Kavaca an Nārāyaṇarṣis Hals.' Es folgt die Frage nach dem Kavaca. Sanatkumāra sprach: 'Auch mir besteht ein Zweifel bezüglich [dieser] Aussage, Urgroßvater; wessen Kavaca das ist, Brahmane, das mögest du zu sagen geruhen. Er, der Vater, er, der lautere Guru, zerstreut die Verwirrung; sage es rasch, Hochbeglückter, mir, dem Nārada, dem sohngleich Lieben.'

putrayoś ca vacaḥ śrutvā śuṣka-kaṇṭhauṣṭhatālukaḥ / uvāca vacanaṃ brahmā smaran kṛṣṇa-padāmbujam ... brahmovāca: subhadra-prāptaṃ kavacaṃ paścāt śroṣyasi putraka / śaṅkarasya mukhād vipra sva-guror jñāninas tathā

Als er die Worte der beiden Söhne [Nārada und Sanatkumāra] gehört hatte, mit trockener Kehle, Lippen und Gaumen, sprach Brahmā, sich an Kṛṣṇas Lotosfuß erinnernd, [folgendes] Wort: Brahmā sprach: 'Durch den Weisen Nārāyaṇa wurde das die ganze Welt glückverheißend segnende [Kavaca] dem Brahmanen[knaben] gegeben, [samt] der Meditation über den höchsten Herrn. Das sage ich dir, Hochbeglückter, [aber] nur dir, Nārada; das an [meinem eigenen] Hals befindliche Kavaca [selbst] auszusprechen vermag ich jetzt nicht. Das an meinem Hals [befindliche] Kavaca ist geheim zu halten, äußerst schwer erlangbar für wen auch immer; an Nārāyaṇarṣis Hals ist ebendieses höchst wunderbar. Ebendieses [Kavaca ist] auch am Hals Dharmas und des großherzigen Nara, am Hals des Agastya und des großen Weisen Lomaśa, auch der Tulasī unter dem Namen Saṃjñā, auch der Sāvitrī, Kind, und anderer Glücklicher, überaus selten in Bhārata.' Nārada sprach: 'Danach werde ich das die ganze Welt glückverheißend segnende Kavaca hören, [samt] der Meditation, dem Verehrungsritus des höchsten Herrn Kṛṣṇa. Zuerst erzähle, Segen sei mit dir, das höchste, überaus Glückverheißende: das von Subhadra erlangte Kavaca, dessen Größe schwer erreichbar ist.' Brahmā sprach: 'Das von Subhadra erlangte Kavaca wirst du später hören, Kind, aus dem Mund Śaṅkaras, Brahmane, deines eigenen weisen Guru.'

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