Paṭala 8: Prathamaika-rātre Aṣṭamo 'dhyāyaḥ
Achter Adhyāya der ersten Nacht - Nāradas Lobgebet an Śiva und der gewährte Wunsch
Nārada tritt vor Śiva selbst, der in seinem Juwelenpalast auf Kailāsa thront, umgeben von Pārvatī, Skanda und Gaṇeśa, und trägt ihm ein Lobgebet vor. Śiva bietet ihm sämtliche denkbaren Güter und Vollkommenheiten an (Herrschaft über Indra, Yama oder Vāyu, die acht Siddhis, Erlösung, Wandergeschwindigkeit des Geistes usw.), doch Nārada bittet einzig um Hingabe zu Hari und Freude am Besingen seiner Eigenschaften. Śiva gewährt ihm diese Bitte lachend zusammen mit allem anderen und erklärt die außerordentliche Wirkkraft des von Nārada verfassten Lobgebets für jeden künftigen Rezitierenden.
Śrī Vyāsa sprach: Ins Innere gelangt, sah der frohgemute Nārada die überaus liebliche eigene Wohnstatt [Śivas]: einen Juwelenpalast mit einem an schäumende Milch erinnernden Lager, mit Säulen vom Glanz der Gorocanā geschmückt, mit Treppen aus dem Kern von Juwelenfürsten und mit Torflügeln versehen, mit Reihen von Perlen-, Rubin- und Diamantketten geschmückt, mit einem bergkristallhellen, mit Juwelen ausgelegten Vorhof, einer schönen Ansammlung von Palästen, leuchtend von echten Juwelenkrügen, mit Juwelenblatt-Bannern übersät, mit feuerläuterndem Gewebe, mit hundert mal hundert vollen Krügen voll Ambrosia und Honig, mit Scharen von Dienern und Dienerinnen, mit Juwelenschmuck geschmückt, Pārvatīs geliebten Gefährten, deren Sinnen von eigenem Tun erfüllt ist. Als er dies gesehen hatte, ging der beste der Weisen ins innerste Innere und sah dort Śaṅkara auf einem Juwelenthron thronend: in Tigerfellgewand, lächelnd, den Mond in der Locke tragend, mit heiterem, klarem Antlitz, friedvoll, glanzvoll, der Herr; am ganzen Leib mit heiliger Asche geschmückt, den Gaṅgā-Flechtenschopf tragend, den Ergebenen lieb, der Herr der Ergebenen, von brahmanischer Glut erstrahlend; dreiäugig, fünfgesichtig, vom Glanz von Millionen Monden, den höchsten Selbst, das ewige Brahma-Licht murmelnd, unbefleckt, wunschlos, den Geber aller Güter, aus eigenem Willen bestehend, den Allsamen, Śrī Kṛṣṇa selbst, jenseits der Urnatur; von den Fürsten der Vollkommenen, den Fürsten der Weisen und den Fürsten der Götter verehrt, von den erlesensten Gefolgsleuten mit weißen Wedeln bedient, dessen Lotosfuß von Durgā gedient und von Bhadrakālī gepriesen wird; und davor sitzend Skanda und Gaṇapati. Den [Śiva] verneigte er, den Kleidsaum um den Hals gebunden, den Nacken in Hingabe gesenkt, mit dem Haupt, seinen eigenen Guru, den Fürsten der Yogis, Śambhu; mit höchster Hingabe pries der göttliche Weise den Herrn der Welten, seinen eigenen Guru, den Herrn der Geschöpfe (Paśupati), mit einem im Veda gelehrten Lobgebet.
[Śrī-nārada uvāca] namas tubhyaṃ jagan-nātha mama nātha mama prabho / bhava-rūpa-taror bīja phala-rūpa phala-prada ... jagad-āde jayānanda sarvānanda namo 'stu te
[Śrī Nārada sprach:] 'Verehrung sei dir, Herr der Welt, mein Herr, mein Gebieter, Same des Baumes der Weltform, Frucht-Gestalt, Fruchtspender! Nicht-aus-Samen-Geborener, Erzeuger, Weisester, Allsame - Verehrung sei dir! Von wahrhaftem Wesen, höchstes Nicht-Werden, Erscheinung, Zuflucht der [rechten] Gesinnung! Herr des Werdens, Herr der Fesseln des Werdens, Steuermann über das Meer des Werdens! Stütze von allem, Ungestützter, mit Stütze Versehener, Erdhalter! Stütze der vedischen Wissenschaft, Gaṅgāträger - Verehrung sei dir! Herr des Sieges, Stütze des Sieges, Same des Sieges, Sieges-Wesen! Uranfang der Welt, Wonne des Sieges, Allwonne - Verehrung sei dir!'
So gesprochen habend, stand der göttliche Weise vor Śambhu; heiteren Antlitzes sprach der erhabene, glanzvolle Herr zu ihm. Śrī Mahādeva sprach: 'Wähle einen Wunsch, Hochbeglückter, was dir im Sinn liegt; ich werde ihn dir gewiss gewähren, Sohn, ich bin der Geber aller Güter. Glück, Erlösung, unerschütterliche, unvergängliche Hingabe zu Hari, Haris Fuß, den Dienst an ihm, die vierfache [Nähe: Sālokya usw.], Indra-Sein, Unsterblichkeit, Yama-Sein, Herrschaft über den Wind (Anileśvara), Herrschaft über die Geschöpfe (Prajāpati), Brahmā-Sein, Siddha-Sein, das Mittel zur Vollkommenheit, vollkommene Herrschaft, den Samen der Vollkommenheit, höchste Herrschaft über die vedische Wissenschaft, die Vollkommenheiten angefangen mit Aṇimā, die ersehnte Fähigkeit, sich mit Gedankengeschwindigkeit zu bewegen, das [leibhaftige] Gehen zu Haris Wohnstatt mit dem [eigenen] Körper spielend - unter diesen ersehnten Dingen, was ist dein Wunsch, Sohn? Sage mir das, bester der Weisen, alles zu geben bin ich imstande.' Als er Śaṅkaras Worte gehört hatte, sprach der große Weise zu ihm: Śrī Nārada sprach: 'Gib mir Hingabe zu Hari und Freude am Dienst an seinem Namen; unstillbaren Durst nach der Erzählung seiner Eigenschaften möge ich stets haben, Herr!' Als er Nāradas Worte gehört hatte, lachte Śaṅkara selbst, [und] Pārvatī, Bhadrakālī, Kārttikeya und Gaṇeśvara [mit ihm]. Alles gab der große Gott dem weisen Nārada; der Allgeber, Allherr, die Ursache aller Ursachen [gab ihm alles zugleich]. Wer stets rein dieses von Nārada verfasste Lobgebet rezitiert, dem wird Hingabe zu Hari zuteil, Freude an dessen Namen und Eigenschaften. Durch zehnmaliges Murmeln allein wird den Menschen die Vollkommenheit des Lobgebets zuteil; alle Vollkommenheit wird ihm zuteil, wenn das Lobgebet [derart] vollendet wird. Hier erlangt er unerschütterlichen, tausendfach [vermehrten] Reichtum, vollkommene Herrschaft; am Ende geht er zu Haris Wohnstatt ein. Er erlangt einen ausgezeichneten, Hari ergebenen, sinnenbeherrschten Sohn, eine leicht lenkbare, wohlerzogene, gelübdetreue, gattentreue [Gattin], Nachkommenschaft, Land, Ruhm, Berühmtheit, Gelehrsamkeit samt Dichtkunst; selbst eine große Unfruchtbare gebiert, wenn sie ein Jahr lang [das Lobgebet] hört; ein an schwärender Lepra schwer Erkrankter wird sogleich von der Krankheit befreit; ein Reicher, der in großer Armut gefallen ist, ein Geiziger wird wahrhaftig; wer von Feinden ergriffen, wer königlich gefangen ist, wird befreit, ohne Zweifel.'