ahar vāvāsīn na rātrī
Es war nur Tag, keine Nacht.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 7
ahar vāvāsīn na rātrī
Es war nur Tag, keine Nacht.
sā yamī bhrātaraṃ mṛtaṃ nāmṛṣyata
Yamī ertrug ihren gestorbenen Bruder nicht [Anm.: Yamī, Schwester des Yama].
tāṃ yad apṛcchan yami karhi te bhrātāmṛteti
Als man sie fragte: „Yamī, wann ist dein Bruder gestorben?“,
adyety evābravīt
sagte sie nur: „Heute.“
te devā abruvann antardadhāmedaṃ rātrīṃ karavāmeti
Da sagten die Götter: „Wir wollen dies [Gedenken] wegstellen (entrücken); wir wollen eine Nacht machen.“
te rātrīm akurvan
Sie machten die Nacht.
te rātryāṃ bhūtāyāṃ paśūn nāpaśyan
Als die Nacht entstanden war, sahen sie die Tiere nicht.
sāvet
Sie [die Nacht] sagte [?]:
na vai paśyantīti
„Sie sehen nämlich nicht.“
sā na vyaucchat
Sie erhellte sich nicht (wurde nicht Morgen).
arekṇasyat paśuṣu
Sie ließ bei den Tieren keine Rest [?] (Spur? Rest-Wert?) [?].
tān devā icchantaḥ palyāyanta
Die Götter, sie suchend, irrten umher [?].
tām̐ś chandobhir anvapaśyan
Sie sahen sie mit den Metren nach.
tasmāc chandobhir naktam agnir upastheyaḥ
Deshalb ist nachts Agni mit Metren zu begrüßen,
paśūnām anukśātyai
um das Vieh herbeizurufen [?].
nāsmād paśavas tirobhavanti ya evaṃ veda
Vor dem, der dies weiß, verschwinden die Tiere nicht.
sāvet
Sie [die Nacht] sagte:
anu vā akhyann iti
„Sie haben [mich] nachgesehen [?].“
sā vyaucchat
Da wurde es Morgen.
te devā abruvann amā vai no vasv abhūd iti
Die Götter sagten: „Bei uns (zu Hause) ist Gut geworden.“
sāmāvasyā
Das ist der Neumond (Amāvāsyā) [Anm.: amā „zusammen, im Hause“ + vasu „Gut“].
amā ha vā asya vasu bhavati
Im Hause wird ihm Gut;
vindate 'nyasya vasu nāsyānyo vasu vindate ya evaṃ vidvān agnim upatiṣṭhate ‖
er findet den Besitz eines anderen, den seinen findet kein anderer, wer dies wissend das Feuer begrüßt.
devā vā ahno rakṣām̐si niraghnan
Die Götter vertrieben die Rakṣas vom Tage.
tāni rātrīṃ prāviśan
Diese gingen in die Nacht ein.
tāṃ devā na vyetum adhṛṣṇuvan
Die Götter wagten es nicht, sie zu durchdringen (hindurchzugehen).
ta indram abruvan
Sie sagten zu Indra:
tvaṃ vai na ojiṣṭho 'si tvam imāṃ vīhīti
„Du bist der Kraftvollste von uns; geh du in diese hinein.“
stuta mety abravīt
Er sagte: „Lobt mich.“
nāstuto vīryaṃ kartum arhāmīti
„Ungelobt vermag ich keine Heldentat zu vollbringen.“
te 'bruvann eṣa te 'gnir nediṣṭham̐ sa tvā stautv iti
Sie sagten: „Dies ist dein Agni, der Nächste; der soll dich loben.“
tam agnir astaut
Agni lobte ihn.
sa stutas sarvā mṛdhas sarvā nāṣṭrās sarvāṇi rakṣām̐sy atarat
Gelobt überwand er alle Feindseligkeiten, alle Drangsale [?], alle Rakṣas.
indro yajamānas
Indra ist der Opferherr.
yad agnim upatiṣṭhate
Dass er das Feuer begrüßt,
sarvā eva mṛdhas sarvā nāṣṭrās sarvāṇi rakṣām̐si tarati
überwindet er alle Feindseligkeiten, alle Drangsale, alle Rakṣas.
nāsya naktaṃ rakṣām̐sīśate ya evaṃ veda
Die Rakṣas haben nachts keine Macht über den, der dies weiß.
tvaṣṭā vai bhūtvā prajāpatiḥ prajā asṛjata
Prajāpati, zu Tvaṣṭṛ geworden, schuf die Geschöpfe.
tvaṣṭā yajamānas
Tvaṣṭṛ ist der Opferherr.
sa yad vācāvadat tad abhavat
Was er mit dem Wort aussprach, das wurde.
yad vai vācā vadati tad bhavati
Was man mit dem Wort ausspricht, das wird.
yadyad eva vācā vadati tattad bhavati tattat sṛjate ‖
Was immer er mit dem Wort ausspricht, das wird, das schafft er.