Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 7

Anuvāka 10 Brāhmaṇa: Mythos von Yamī, Tag und Nacht, wie die Götter die Nacht schufen und die Tiere durch die Metren wiederfanden; Agni-Lob durch Indra als Überwinder der Rakṣas; Tvaṣṭṛ und Prajāpati als Schöpfer durch das Wort.

ahar vāvāsīn na rātrī

Es war nur Tag, keine Nacht.

sā yamī bhrātaraṃ mṛtaṃ nāmṛṣyata

Yamī ertrug ihren gestorbenen Bruder nicht [Anm.: Yamī, Schwester des Yama].

tāṃ yad apṛcchan yami karhi te bhrātāmṛteti

Als man sie fragte: „Yamī, wann ist dein Bruder gestorben?“,

te devā abruvann antardadhāmedaṃ rātrīṃ karavāmeti

Da sagten die Götter: „Wir wollen dies [Gedenken] wegstellen (entrücken); wir wollen eine Nacht machen.“

te rātryāṃ bhūtāyāṃ paśūn nāpaśyan

Als die Nacht entstanden war, sahen sie die Tiere nicht.

na vai paśyantīti

„Sie sehen nämlich nicht.“

sā na vyaucchat

Sie erhellte sich nicht (wurde nicht Morgen).

arekṇasyat paśuṣu

Sie ließ bei den Tieren keine Rest [?] (Spur? Rest-Wert?) [?].

tān devā icchantaḥ palyāyanta

Die Götter, sie suchend, irrten umher [?].

tām̐ś chandobhir anvapaśyan

Sie sahen sie mit den Metren nach.

tasmāc chandobhir naktam agnir upastheyaḥ

Deshalb ist nachts Agni mit Metren zu begrüßen,

paśūnām anukśātyai

um das Vieh herbeizurufen [?].

nāsmād paśavas tirobhavanti ya evaṃ veda

Vor dem, der dies weiß, verschwinden die Tiere nicht.

anu vā akhyann iti

„Sie haben [mich] nachgesehen [?].“

te devā abruvann amā vai no vasv abhūd iti

Die Götter sagten: „Bei uns (zu Hause) ist Gut geworden.“

sāmāvasyā

Das ist der Neumond (Amāvāsyā) [Anm.: amā „zusammen, im Hause“ + vasu „Gut“].

amā ha vā asya vasu bhavati

Im Hause wird ihm Gut;

vindate 'nyasya vasu nāsyānyo vasu vindate ya evaṃ vidvān agnim upatiṣṭhate ‖

er findet den Besitz eines anderen, den seinen findet kein anderer, wer dies wissend das Feuer begrüßt.

devā vā ahno rakṣām̐si niraghnan

Die Götter vertrieben die Rakṣas vom Tage.

tāni rātrīṃ prāviśan

Diese gingen in die Nacht ein.

tāṃ devā na vyetum adhṛṣṇuvan

Die Götter wagten es nicht, sie zu durchdringen (hindurchzugehen).

tvaṃ vai na ojiṣṭho 'si tvam imāṃ vīhīti

„Du bist der Kraftvollste von uns; geh du in diese hinein.“

nāstuto vīryaṃ kartum arhāmīti

„Ungelobt vermag ich keine Heldentat zu vollbringen.“

te 'bruvann eṣa te 'gnir nediṣṭham̐ sa tvā stautv iti

Sie sagten: „Dies ist dein Agni, der Nächste; der soll dich loben.“

sa stutas sarvā mṛdhas sarvā nāṣṭrās sarvāṇi rakṣām̐sy atarat

Gelobt überwand er alle Feindseligkeiten, alle Drangsale [?], alle Rakṣas.

yad agnim upatiṣṭhate

Dass er das Feuer begrüßt,

sarvā eva mṛdhas sarvā nāṣṭrās sarvāṇi rakṣām̐si tarati

überwindet er alle Feindseligkeiten, alle Drangsale, alle Rakṣas.

nāsya naktaṃ rakṣām̐sīśate ya evaṃ veda

Die Rakṣas haben nachts keine Macht über den, der dies weiß.

tvaṣṭā vai bhūtvā prajāpatiḥ prajā asṛjata

Prajāpati, zu Tvaṣṭṛ geworden, schuf die Geschöpfe.

tvaṣṭā yajamānas

Tvaṣṭṛ ist der Opferherr.

sa yad vācāvadat tad abhavat

Was er mit dem Wort aussprach, das wurde.

yad vai vācā vadati tad bhavati

Was man mit dem Wort ausspricht, das wird.

yadyad eva vācā vadati tattad bhavati tattat sṛjate ‖

Was immer er mit dem Wort ausspricht, das wird, das schafft er.