Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 7

Anuvāka 14 Mantras: sieben Scheite und Zungen Agnis, Svāhā-Formeln für seine drei Leiber (Erde, Luftraum, Himmel) und Formeln für Lebensatem, Vieh und Glanz sowie Schlussverse.

sapta te agne samidhas sapta jihvās saptarṣayas sapta dhāma priyāṇi

Sieben sind deine Scheite, Agni, sieben Zungen, sieben Seher, sieben liebe Stätten;

sapta hotrā anuvidvān sapta yonīm̐r āpṛṇasvā ghṛtena

sieben Hotṛ-Ämter kennend, fülle die sieben Schöße mit Schmalz.

yā te agne pavamānā tanūḥ pṛthivīm anvāviveśa yāgnau yā rathantare yā gāyatre chandasi yā trivṛti stome yānne tāṃ ta etad avarundhe

Deine läuternde Gestalt, Agni, die in die Erde eingegangen ist, die im Feuer, im Rathantara[-Sāman], im Gāyatra-Metrum, im dreifältigen Stoma [Anm.: trivṛt, 9-versiger Stoma], in der Speise – diese gewinne ich dir hiermit zurück.

yā te agne pāvakā tanūr antarikṣam anvāviveśa yā vāte yā vāmadevye yā traiṣṭubhe chandasi yā pañcadaśe stome yā paśuṣu tāṃ ta etad avarundhe

Deine reinigende Gestalt, Agni, die in den Luftraum eingegangen ist, die im Wind, im Vāmadevya[-Sāman], im Triṣṭubh-Metrum, im fünfzehnfältigen Stoma, im Vieh – diese gewinne ich dir hiermit zurück.

yā te agne śucis tanūr divam anvāviveśa yā sūrye yā bṛhati yā jāgate chandasi yā saptadaśe stome yāpsu tāṃ ta etad avarundhe

Deine lautere Gestalt, Agni, die in den Himmel eingegangen ist, die in der Sonne, im Bṛhat[-Sāman], im Jagatī-Metrum, im siebzehnfältigen Stoma, in den Wassern – diese gewinne ich dir hiermit zurück.

purīṣam asi

Du bist die Fülle (Erdmasse) [?].

saṃpriyaḥ paśubhis

Mit dem Vieh einander lieb;

yacchā tokāya tanayāya śaṃ yoḥ

gewähre für Kind und Nachkommen Heil und Segen.

saṃpriyaḥ paśubhis

Mit dem Vieh einander lieb;

svaditaṃ naḥ pituṃ paca

koche uns gut gewürzte Speise [?].

saṃpriyaḥ paśubhis

Mit dem Vieh einander lieb;

yat te śukra śukraṃ dhāma śukrā tanūś śukraṃ jyotir ajasraṃ yat te 'nādhṛṣṭaṃ nāmānādhṛṣyaṃ tena tvādadhe

Deine helle Stätte, du Heller, deine helle Gestalt, das helle, unversiegliche Licht, dein unangreifbarer, unantastbarer Name – damit setze ich dich ein.

ye 'gnayo divo ye 'ntarikṣād ye pṛthivyās samājagmur iṣam ūrjaṃ vasānās

Die Feuer, die vom Himmel, vom Luftraum, von der Erde zusammengekommen sind, Labung und Nahrungskraft anlegend,

te 'smā agnaye draviṇāni dattvā tṛptāḥ prītāḥ punar astaṃ pareta ‖

sollen, diesem Agni Güter gegeben habend, gesättigt und erfreut wieder heimwärts gehen.

kalpetāṃ dyāvāpṛthivī kalpantām āpa oṣadhayaḥ |

Es sollen sich fügen Himmel und Erde, die Wasser und Kräuter [sich fügen];

kalpantām agnayaḥ pṛthaṅ mama jyaiṣṭhyāya savratāḥ ‖

die Feuer sollen sich einzeln fügen, einmütig, zu meinem Vorrang.

ye 'gnayas samanasas sacetasa oṣadhīṣv apsu praviṣṭāḥ |

Die Feuer, gleichgesinnt, eines Bewusstseins, die in die Kräuter, in die Wasser eingegangen sind,

te samrājam abhisaṃyantu sarva ūrjaṃ no dhatta dvipade catuṣpade ‖

sie alle sollen zum Allherrscher zusammenkommen; legt Kraft in uns, in Zweifüßler und Vierfüßler.

ayam agniś śreṣṭhatamo 'yam astu yaśastamaḥ |

Dieser Agni sei der Beste, dieser der Ruhmvollste;

ayam̐ sahasrasātamas sukṛtaṃ yonim āsadat

dieser [sei] der, der tausendfach Gewinn bringt; er hat sich auf den wohlbereiteten Schoß gesetzt;

tato varān vṛṇīmahe ‖

von dort erbitten wir Wunschgaben.

niṣasāda dhṛtavrato varuṇaḥ pastyāsv ā |

Es hat sich niedergesetzt, der die Gebote hält, Varuṇa, in den Wohnstätten,

sāmrājyāya sukratuḥ ‖

zur Alleinherrschaft, der Einsichtsvolle.

pra nūnaṃ brahmaṇaspatir mantraṃ vadaty ukthyam |

Nun spricht Brahmaṇaspati den lobenswerten Spruch,

yasminn indro varuṇo mitro aryamā devā okām̐si cakrire ‖

in dem Indra, Varuṇa, Mitra, Aryaman und die Götter ihre Wohnstätten genommen haben.