sapta te agne samidhas sapta jihvās saptarṣayas sapta dhāma priyāṇi
Sieben sind deine Scheite, Agni, sieben Zungen, sieben Seher, sieben liebe Stätten;
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 7
sapta te agne samidhas sapta jihvās saptarṣayas sapta dhāma priyāṇi
Sieben sind deine Scheite, Agni, sieben Zungen, sieben Seher, sieben liebe Stätten;
sapta hotrā anuvidvān sapta yonīm̐r āpṛṇasvā ghṛtena
sieben Hotṛ-Ämter kennend, fülle die sieben Schöße mit Schmalz.
yā te agne pavamānā tanūḥ pṛthivīm anvāviveśa yāgnau yā rathantare yā gāyatre chandasi yā trivṛti stome yānne tāṃ ta etad avarundhe
Deine läuternde Gestalt, Agni, die in die Erde eingegangen ist, die im Feuer, im Rathantara[-Sāman], im Gāyatra-Metrum, im dreifältigen Stoma [Anm.: trivṛt, 9-versiger Stoma], in der Speise – diese gewinne ich dir hiermit zurück.
tasyai svāhā
Ihr Heil (svāhā).
yā te agne pāvakā tanūr antarikṣam anvāviveśa yā vāte yā vāmadevye yā traiṣṭubhe chandasi yā pañcadaśe stome yā paśuṣu tāṃ ta etad avarundhe
Deine reinigende Gestalt, Agni, die in den Luftraum eingegangen ist, die im Wind, im Vāmadevya[-Sāman], im Triṣṭubh-Metrum, im fünfzehnfältigen Stoma, im Vieh – diese gewinne ich dir hiermit zurück.
tasyai svāhā
Ihr Heil.
yā te agne śucis tanūr divam anvāviveśa yā sūrye yā bṛhati yā jāgate chandasi yā saptadaśe stome yāpsu tāṃ ta etad avarundhe
Deine lautere Gestalt, Agni, die in den Himmel eingegangen ist, die in der Sonne, im Bṛhat[-Sāman], im Jagatī-Metrum, im siebzehnfältigen Stoma, in den Wassern – diese gewinne ich dir hiermit zurück.
tasyai svāhā ‖
Ihr Heil.
vātaḥ prāṇas
Der Wind ist der Lebensatem;
tad ayam ātmā
das ist dieses Selbst.
purīṣam asi
Du bist die Fülle (Erdmasse) [?].
saṃpriyaḥ paśubhis
Mit dem Vieh einander lieb;
yacchā tokāya tanayāya śaṃ yoḥ
gewähre für Kind und Nachkommen Heil und Segen.
prajāṃ me yaccha
Gib mir Nachkommenschaft.
gharmaś śiras
Die Glut (Gharma) ist das Haupt;
tad ayam agniḥ
das ist dieser Agni.
purīṣam asi
Du bist die Fülle.
saṃpriyaḥ paśubhis
Mit dem Vieh einander lieb;
svaditaṃ naḥ pituṃ paca
koche uns gut gewürzte Speise [?].
paśūn me yaccha
Gib mir Vieh.
arkaś cakṣus
Der Glanz (Arka) ist das Auge;
tad asau sūryaḥ
das ist jene Sonne.
purīṣam asi
Du bist die Fülle.
saṃpriyaḥ paśubhis
Mit dem Vieh einander lieb;
yat te śukra śukraṃ dhāma śukrā tanūś śukraṃ jyotir ajasraṃ yat te 'nādhṛṣṭaṃ nāmānādhṛṣyaṃ tena tvādadhe
Deine helle Stätte, du Heller, deine helle Gestalt, das helle, unversiegliche Licht, dein unangreifbarer, unantastbarer Name – damit setze ich dich ein.
varco me yaccha
Gib mir Glanz.
ye 'gnayo divo ye 'ntarikṣād ye pṛthivyās samājagmur iṣam ūrjaṃ vasānās
Die Feuer, die vom Himmel, vom Luftraum, von der Erde zusammengekommen sind, Labung und Nahrungskraft anlegend,
te 'smā agnaye draviṇāni dattvā tṛptāḥ prītāḥ punar astaṃ pareta ‖
sollen, diesem Agni Güter gegeben habend, gesättigt und erfreut wieder heimwärts gehen.
kalpetāṃ dyāvāpṛthivī kalpantām āpa oṣadhayaḥ |
Es sollen sich fügen Himmel und Erde, die Wasser und Kräuter [sich fügen];
kalpantām agnayaḥ pṛthaṅ mama jyaiṣṭhyāya savratāḥ ‖
die Feuer sollen sich einzeln fügen, einmütig, zu meinem Vorrang.
ye 'gnayas samanasas sacetasa oṣadhīṣv apsu praviṣṭāḥ |
Die Feuer, gleichgesinnt, eines Bewusstseins, die in die Kräuter, in die Wasser eingegangen sind,
te samrājam abhisaṃyantu sarva ūrjaṃ no dhatta dvipade catuṣpade ‖
sie alle sollen zum Allherrscher zusammenkommen; legt Kraft in uns, in Zweifüßler und Vierfüßler.
ayam agniś śreṣṭhatamo 'yam astu yaśastamaḥ |
Dieser Agni sei der Beste, dieser der Ruhmvollste;
ayam̐ sahasrasātamas sukṛtaṃ yonim āsadat
dieser [sei] der, der tausendfach Gewinn bringt; er hat sich auf den wohlbereiteten Schoß gesetzt;
tato varān vṛṇīmahe ‖
von dort erbitten wir Wunschgaben.
niṣasāda dhṛtavrato varuṇaḥ pastyāsv ā |
Es hat sich niedergesetzt, der die Gebote hält, Varuṇa, in den Wohnstätten,
sāmrājyāya sukratuḥ ‖
zur Alleinherrschaft, der Einsichtsvolle.
pra nūnaṃ brahmaṇaspatir mantraṃ vadaty ukthyam |
Nun spricht Brahmaṇaspati den lobenswerten Spruch,
yasminn indro varuṇo mitro aryamā devā okām̐si cakrire ‖
in dem Indra, Varuṇa, Mitra, Aryaman und die Götter ihre Wohnstätten genommen haben.