Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 7

Anuvāka 12 Mantras beim Feuer-Aufstellen: Verse an Agni, Bindung der Herzen und Leiber, Ergreifen des Feuers aus Aśvattha und Śamī sowie Verse zur Niederlegung des Feuers.

pra vedhase kavaye vedyāya vaco vandāru vṛṣabhāya vṛṣṇe |

Dem Ordner, dem Seher, dem Wissenswerten, dem Bullen, dem Männlichen [sei] preisendes Wort dargebracht [?],

yato bhayam abhayaṃ tan no astv ava devānāṃ yaje hīḍyāni ‖

woher Furcht droht, dort sei uns Furchtlosigkeit; ich will die zu preisenden [Opfer] der Götter darbringen [?].

samidhāgniṃ duvasyata ghṛtair bodhayatātithim |

Mit dem Brennscheit verehrt Agni, mit Schmalz weckt den Gast;

āsmin havyā juhotana ‖

in ihn opfert die Opfergaben.

ud agne tava tad ghṛtād arcī rocata āhutam |

Empor, Agni, leuchtet deine Flamme von dem Schmalz, die Opfergabe;

nim̐sānaṃ juhvo mukhe ‖

sie küsst [?] sich im Mund des Opferlöffels.

upa tvā juhvo mama ghṛtācīr yantu haryata |

Zu dir sollen meine schmalztriefenden Löffel kommen, du Begehrenswerter;

agne havyā uṣasva naḥ ‖

Agni, sei unseren Opfergaben zugetan (verzehre sie) [?].

prajā agne saṃvāsayāśāś ca paśubhis saha |

Agni, lass [uns] die Nachkommenschaft beisammen wohnen, dazu die Weltgegenden mit dem Vieh [?];

rāṣṭrāṇy asmā ādhehi yāny āsan savitus save ‖

Herrschaften lege ihm bei, die unter Savitṛs Antrieb waren.

sam̐ vas sṛjāmi hṛdayam̐ sam̐sṛṣṭaṃ mano astu vaḥ |

Ich verbinde euer Herz; verbunden sei euer Sinn;

sam̐sṛṣṭās tanvas santu vas sam̐sṛṣṭaḥ prāṇo astu vaḥ ‖

verbunden seien eure Leiber; verbunden sei euer Lebensatem.

saṃ yā vaḥ priyās tanvas saṃpriyā hṛdayāni vaḥ |

Eure lieben Leiber seien [einander] vereint lieb, eure Herzen einander lieb;

ātmā vo astu saṃpriyas saṃpriyās tanvo mama ‖

euer Selbst sei einander lieb; einander lieb seien meine Leiber.

yo aśvatthaś śamīgarbha āruroha tvayy api |

Der Aśvattha, der die Śamī zum Schoß hat, ist auch auf dich hinaufgestiegen;

taṃ te gṛhṇāmi yajñiyaiḥ ketubhis saha ‖

den ergreife ich für dich samt den opfertauglichen Zeichen [?].

mayi gṛhṇāmy aham agre agniṃ rāyaspoṣeṇa saha varcaseha devāḥ |

In mir ergreife ich zuerst Agni mit Gedeihen des Reichtums und Glanz hier, ihr Götter;

mayi prajāṃ mayi puṣṭiṃ dadhāmi madema śatahimās suvīrāḥ ‖

in mir setze ich Nachkommenschaft, in mir Gedeihen; wir wollen uns hundert Winter freuen, reich an Helden.

yo no agniḥ pitaro hṛtsv antar amartyo martyām̐ āviveśa |

Der Agni, ihr Väter, der unsterblich in unseren Herzen drinnen in Sterbliche eingegangen ist,

tam ātmani parigṛhṇīmahe vayaṃ maiṣo asmān avahāya parāgāt

den nehmen wir in uns auf; er soll uns nicht verlassend fortgehen.

mā vayam etam avahāya parāgāma ‖

Wir wollen nicht diesen verlassend fortgehen.

mahī viśpatnī sadanī ṛtasyārvācī etaṃ dharuṇe rayīṇām |

Ihr beiden großen Herrinnen der Menschen, Sitze der Ordnung, [tragt] diesen [Agni] hierher gewandt, ihr Stützen der Güter;

antarvatī janyaṃ jātavedasam adhvarāṇāṃ janayataṃ purogām ‖

schwanger, erzeugt den Jātavedas, den Vorangeher der Opfer.

ut samudrān madhumām̐ ūrmir āgāt sāmrājyāya prataraṃ dadhānaḥ |

Aus den Meeren ist die honigreiche Welle emporgekommen, zur Alleinherrschaft weiter tragend;

amī ca ye maghavāno vayaṃ ceṣam ūrjaṃ madhumat saṃbharema ‖

jene Freigebigen und wir wollen Labung und Nahrungskraft, honigsüß, zusammentragen.

ado devi prathamānā pṛthag yat |

göttliche, jenes [Gebiet] als du dich einzeln ausbreitetest;

devair nuttā vyasarpo mahitvā adṛm̐hathāś śarkarābhis triviṣṭapi |

von den Göttern angestoßen, glittest du auseinander durch Größe; mit Kieseln hast du [dich] gefestigt, dreifach Erhabene [?];

ajayo lokān pradiśaś catasraḥ ‖

du gewannst die Welten und die vier Hauptrichtungen.

udehy agne adhi mātuḥ pṛthivyā viśa āviśa mahatas sadhasthāt |

Steige auf, Agni, von der Mutter Erde; gehe ein in die Stämme aus dem großen Zusammensitz [?];

āśuṃ tvājau dadhire devayanto havyavāhaṃ bhuvanasya gopām ‖

dich, den Raschen, setzten die Götterverehrer in den Wettlauf ein, den Opfergabenträger, den Hüter des Wesens [der Welt].

yadīdaṃ divo yadi vā pṛthivyās saṃbabhūva sukṛto rarāṇayoḥ |

Ob dies vom Himmel oder von der Erde her entstanden ist, von den beiden [Welten], die Gutes tun [?] und schenken,

tayoḥ pṛṣṭhe sīdatu jātavedāḥ prajām asmabhyaṃ janayan rayiṃ ca ‖

auf deren Rücken soll Jātavedas sich niedersetzen, uns Nachkommenschaft und Reichtum erzeugend.

candram agniṃ candraratham̐ harivrataṃ vaiśvānaram apsuṣadam̐ svarvidam |

Den Leuchtenden, Agni, den mit leuchtendem Wagen, den Falbenlenker [?], Vaiśvānara, im Wasser Sitzenden, den Lichtfinder,

vigāhaṃ tūrṇiṃ taviṣībhir āvṛtaṃ bhūrṇiṃ devāsa iha suśriyaṃ dadhuḥ ‖

den Durchdringenden, Eilenden, von Kräften Umgebenen, Regen, hier setzten die Götter den Schönen ein.

yat pṛthivyā anāmṛtam̐ saṃbabhūva tve sacā |

Was von der Erde Unversehrtes (Unangetastetes) entstanden ist, mit dir zusammen [?],

tad agnir agnaye dadat tasminn ādhīyatām ayam ‖

das gebe Agni dem Agni; in diesen werde dieser hineingelegt.

yad antarikṣasya yad divo anāmṛtam̐ saṃbabhūva tve sacā |

Was vom Luftraum, was vom Himmel Unversehrtes entstanden ist, mit dir zusammen,

tad agnir agnaye dadat tasminn ādhīyatām ayam ‖

das gebe Agni dem Agni; in diesen werde dieser hineingelegt.