Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 7

Anuvāka 4 Brāhmaṇa: Wie beim Agnihotra ein Stoma zu verwenden ist und wie die Verse den Feuer-Zutritt (upasthāna) bei Agnyādheya, Voll- und Neumond samt Anspannung des Agni deuten.

agnihotre stomo yoktavyas

Beim Agnihotra ist ein Stoma (Lobverbund) einzuspannen [Anm.: stoma = liturgische Verbindung von Versen; hier als Formel-Verbund vor dem Feuerbegrüßen].

yasya vā agnihotre stomo yujyate vasīyān bhavati

Wem beim Agnihotra ein Stoma eingespannt wird, der wird besser gestellt.

upaprayanto adhvaram iti

„Die zum Opfer Hinstrebenden“ – so [heißt der Vers];

prajā vā imās

Nachkommenschaft nämlich sind diese [Vers-Zuteilungen],

upa tās satsatstomas

„upa“ (hinzu) [gehört] zu ihnen [?], (mit) Stoma jeweils nach Bestehenden [?].

asya pratnām anu dyutam iti

„Dessen alter Glanz nach“ – so;

devā vai pratnam

die Götter sind nämlich das Alte;

te satsatstomas

sie [sind] mit dem Stoma jeweils der Bestehenden [?].

tān eva prāyukta

Diese also hat er ausgespannt (angespannt)

upopen nu maghavan bhūya in nu ta iti

„Immer noch mehr, Freigebiger, wird dir“ – so;

iyaṃ vā upa

diese (Erde) nämlich ist „upa“ (nahe);

svargam evetvāsyāṃ pratitiṣṭhati

nachdem er zum Himmel gegangen ist, steht er in ihr fest.

yā vai prajā ābhaviṣyantīs tā upa

Die Nachkommen, die entstehen würden, sind „upa“ [hinzukommend];

pari te dūḍabho ratha iti

„Um dich (fährt) der unschädliche Wagen“ – so;

stomam evaitayā yuktaṃ parigṛhṇāti

den eingespannten Stoma umfasst er damit.

agnir mūrdhā divaḥ kakud iti

„Agni, das Haupt, des Himmels Gipfel“ – so;

eṣā mithunā retasvatī paśavyā

dieser [Vers] ist paarig (Paarung), samenreich, dem Vieh dienlich.

yāsau dhurāṃ gāyatrī prathamā saiṣā gāyatryopāsthita

Die Gāyatrī, die unter den Jochverse [?] die erste ist, mit dieser Gāyatrī hat er [das Feuer] begrüßt;

ubhā vām indrāgnī āhuvadhyā iti

„Euch beide, Indra und Agni, (will ich) anrufen“ – so.

sūryo vā indras

Indra ist nämlich die Sonne;

so 'gniṃ naktaṃ praviśati

er geht nachts in Agni ein.

ubhā evainau saheṭṭe

Diese beiden verehrt er zusammen [?].

yāsau dhurāṃ triṣṭup prathamā saiṣā triṣṭubhopāsthita

Die Triṣṭubh, die unter den Jochversen die erste ist, mit dieser Triṣṭubh hat er begrüßt;

ayam iha prathamo dhāyi dhātṛbhir iti

„Dieser wurde hier als erster von den Einsetzern gesetzt“ – so;

agnir hy evāsmiṃl loka iha prathamo 'dhīyata

denn Agni wird auf dieser Welt hier als erster gesetzt.

yāsau dhurāṃ jagatī prathamā saiṣā jagatyopāsthita

Die Jagatī, die unter den Jochversen die erste ist, mit dieser Jagatī hat er begrüßt;

ayaṃ te yonir ṛtviya iti

„Dies ist dein zeitgerechter Schoß“ – so;

iyam̐ hy agner yonir agnis sūryasya

denn diese (Erde) ist der Schoß Agnis, Agni der der Sonne.

yāsau dhurām anuṣṭup prathamā saiṣānuṣṭubhopāsthita ‖

Die Anuṣṭubh, die unter den Jochversen die erste ist, mit dieser Anuṣṭubh hat er begrüßt.

dadhikrāvṇo akāriṣam iti

„Des Dadhikrāvan habe ich [Lob] gemacht“ – so;

eṣā vā agneḥ paśavyā tanūr yā dadhikrāvatī

dies ist nämlich Agnis viehreiche Gestalt, nämlich die Dadhikrāvan-Strophe.

tām evāsya gṛhṇāti

Diese ergreift er ihm (für ihn).

upasthāyukā enaṃ paśavo bhavanti

Zutrittswillig werden ihm die Tiere.

paśur vā agnis

Agni ist nämlich ein Opfertier (Vieh);

yathā vai gaur jīryati yathāśvo yathā puruṣa evam eṣa āhito jīryati

wie ein Rind altert, wie ein Pferd, wie ein Mensch, so altert dieser (Agni), wenn er eingesetzt ist.

agnyādheyasyargbhir upastheyas

Beim Agnyādheya [Anm.: Aufstellung der Opferfeuer] ist [das Feuer] mit Versen zu begrüßen.

tanvo vā asyaitās

Dies sind nämlich seine Leiber (Gestalten);

tābhir evainaṃ punarṇavaṃ karoti

durch sie macht er ihn wieder neu.

yac chandobhir upatiṣṭhate

Dass er mit Metren begrüßt,

tair evainaṃ punarṇavaṃ karoti

damit macht er ihn wieder neu.

yathāgra āhita evam asya bhavati

Wie zu Anfang eingesetzt, so wird er ihm.

yathā śreyasa āhṛtya namasyaty evam eva tat ‖

Wie man vor einem Höheren, nachdem man Gaben gebracht hat, sich verneigt, so ist eben dies.