agnihotre stomo yoktavyas
Beim Agnihotra ist ein Stoma (Lobverbund) einzuspannen [Anm.: stoma = liturgische Verbindung von Versen; hier als Formel-Verbund vor dem Feuerbegrüßen].
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 7
agnihotre stomo yoktavyas
Beim Agnihotra ist ein Stoma (Lobverbund) einzuspannen [Anm.: stoma = liturgische Verbindung von Versen; hier als Formel-Verbund vor dem Feuerbegrüßen].
yasya vā agnihotre stomo yujyate vasīyān bhavati
Wem beim Agnihotra ein Stoma eingespannt wird, der wird besser gestellt.
upaprayanto adhvaram iti
„Die zum Opfer Hinstrebenden“ – so [heißt der Vers];
prajā vā imās
Nachkommenschaft nämlich sind diese [Vers-Zuteilungen],
upa tās satsatstomas
„upa“ (hinzu) [gehört] zu ihnen [?], (mit) Stoma jeweils nach Bestehenden [?].
tā evopayunakti
Diese spannt er also hinzu.
asya pratnām anu dyutam iti
„Dessen alter Glanz nach“ – so;
devā vai pratnam
die Götter sind nämlich das Alte;
te satsatstomas
sie [sind] mit dem Stoma jeweils der Bestehenden [?].
tān eva prāyukta
Diese also hat er ausgespannt (angespannt)
svargāya
zum Himmel(-erwerb).
upopen nu maghavan bhūya in nu ta iti
„Immer noch mehr, Freigebiger, wird dir“ – so;
iyaṃ vā upa
diese (Erde) nämlich ist „upa“ (nahe);
svargam evetvāsyāṃ pratitiṣṭhati
nachdem er zum Himmel gegangen ist, steht er in ihr fest.
yā vai prajā ābhaviṣyantīs tā upa
Die Nachkommen, die entstehen würden, sind „upa“ [hinzukommend];
tā evopayunakti
diese spannt er hinzu.
pari te dūḍabho ratha iti
„Um dich (fährt) der unschädliche Wagen“ – so;
stomam evaitayā yuktaṃ parigṛhṇāti
den eingespannten Stoma umfasst er damit.
agnir mūrdhā divaḥ kakud iti
„Agni, das Haupt, des Himmels Gipfel“ – so;
eṣā mithunā retasvatī paśavyā
dieser [Vers] ist paarig (Paarung), samenreich, dem Vieh dienlich.
yāsau dhurāṃ gāyatrī prathamā saiṣā gāyatryopāsthita
Die Gāyatrī, die unter den Jochverse [?] die erste ist, mit dieser Gāyatrī hat er [das Feuer] begrüßt;
ubhā vām indrāgnī āhuvadhyā iti
„Euch beide, Indra und Agni, (will ich) anrufen“ – so.
sūryo vā indras
Indra ist nämlich die Sonne;
so 'gniṃ naktaṃ praviśati
er geht nachts in Agni ein.
ubhā evainau saheṭṭe
Diese beiden verehrt er zusammen [?].
yāsau dhurāṃ triṣṭup prathamā saiṣā triṣṭubhopāsthita
Die Triṣṭubh, die unter den Jochversen die erste ist, mit dieser Triṣṭubh hat er begrüßt;
ayam iha prathamo dhāyi dhātṛbhir iti
„Dieser wurde hier als erster von den Einsetzern gesetzt“ – so;
agnir hy evāsmiṃl loka iha prathamo 'dhīyata
denn Agni wird auf dieser Welt hier als erster gesetzt.
yāsau dhurāṃ jagatī prathamā saiṣā jagatyopāsthita
Die Jagatī, die unter den Jochversen die erste ist, mit dieser Jagatī hat er begrüßt;
ayaṃ te yonir ṛtviya iti
„Dies ist dein zeitgerechter Schoß“ – so;
iyam̐ hy agner yonir agnis sūryasya
denn diese (Erde) ist der Schoß Agnis, Agni der der Sonne.
yāsau dhurām anuṣṭup prathamā saiṣānuṣṭubhopāsthita ‖
Die Anuṣṭubh, die unter den Jochversen die erste ist, mit dieser Anuṣṭubh hat er begrüßt.
dadhikrāvṇo akāriṣam iti
„Des Dadhikrāvan habe ich [Lob] gemacht“ – so;
eṣā vā agneḥ paśavyā tanūr yā dadhikrāvatī
dies ist nämlich Agnis viehreiche Gestalt, nämlich die Dadhikrāvan-Strophe.
tām evāsya gṛhṇāti
Diese ergreift er ihm (für ihn).
upasthāyukā enaṃ paśavo bhavanti
Zutrittswillig werden ihm die Tiere.
paśur vā agnis
Agni ist nämlich ein Opfertier (Vieh);
yathā vai gaur jīryati yathāśvo yathā puruṣa evam eṣa āhito jīryati
wie ein Rind altert, wie ein Pferd, wie ein Mensch, so altert dieser (Agni), wenn er eingesetzt ist.
agnyādheyasyargbhir upastheyas
Beim Agnyādheya [Anm.: Aufstellung der Opferfeuer] ist [das Feuer] mit Versen zu begrüßen.
tanvo vā asyaitās
Dies sind nämlich seine Leiber (Gestalten);
tābhir evainaṃ punarṇavaṃ karoti
durch sie macht er ihn wieder neu.
yac chandobhir upatiṣṭhate
Dass er mit Metren begrüßt,
tair evainaṃ punarṇavaṃ karoti
damit macht er ihn wieder neu.
yathāgra āhita evam asya bhavati
Wie zu Anfang eingesetzt, so wird er ihm.
upatiṣṭhate
Er begrüßt [das Feuer].
yoga evāsyaiṣa
Dies ist sein Anspannen (Yoga),
dama evāsyaiṣa
dies ist sein Haus (Zähmung) [?],
yācña evāsyaiṣa
dies ist sein Bitten.
yathā śreyasa āhṛtya namasyaty evam eva tat ‖
Wie man vor einem Höheren, nachdem man Gaben gebracht hat, sich verneigt, so ist eben dies.