mahi trīṇām avo 'stv iti
„Groß sei die Hilfe der Drei“ – so [beginnt ein Vers];
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 7
mahi trīṇām avo 'stv iti
„Groß sei die Hilfe der Drei“ – so [beginnt ein Vers];
eṣa prājāpatyas tricaḥ
dies ist eine Prajāpati-Versgruppe von drei Versen;
prājāpatyā imāḥ prajās
Prajāpati zugehörig sind diese Geschöpfe;
sarvā eva prajā avarunddhe
alle Geschöpfe gewinnt er für sich.
prajāpatir vā etāḥ
Prajāpati ist nämlich diese [Verse],
prajāpatim evaitad upetya sarvam āptvā sarvam avarudhya
zu Prajāpati also gelangt er damit, erlangt alles, gewinnt alles für sich.
somānam̐ svaraṇaṃ kṛṇuhi brahmaṇaspata iti
„Den Soma-Pressenden mache hellstimmig, Brahmaṇaspati“ – so:
brāhmaṇaspatyā
ein Vers an Brahmaṇaspati;
brahmavarcasam evaitayātman dhatte
Glanz des heiligen Wortes legt er damit in sich selbst.
vaiśvadevīr vā etās
Dies sind [Verse] an alle Götter;
vaiśvadevīr imāḥ prajās
den Allgöttern zugehörig sind diese Geschöpfe.
brahmaṇo yoneḥ prajāḥ prajāyante
Aus dem Schoß des heiligen Wortes (Brahman) werden die Geschöpfe geboren;
yad eṣā brāhmaṇaspatyā
dass dies ein Brahmaṇaspati-Vers ist,
brahmaṇa evainā yoneḥ prajanayati
damit erzeugt er sie aus dem Schoß des heiligen Wortes.
etābhir vā aditiḥ putrān anvaikṣata
Mit diesen [Versen] blickte Aditi ihren Söhnen nach,
yat somam āharann amuṣmāl lokāt svasti punar āgacchan saha somena
als sie den Soma von jener Welt herbeibrachten und wohlbehalten mit dem Soma zurückkamen.
yam eva kāmaṃ kāmayate tam̐ spṛṇoti
Welchen Wunsch immer er wünscht, den erfüllt er sich.
yaṃ kāmayeta svasti punar āgacched iti tam etābhir anvīkṣeta
Wenn er wünscht, dass einer wohlbehalten zurückkomme, so soll er diesen mit diesen [Versen] nachblicken.
svasty eva punar āgacchati ‖
Wohlbehalten kommt er zurück.
kadā cana starīr asi pari te dūḍabho ratha iti
„Niemals bist du unfruchtbar“; „Um dich der unschädliche Wagen“ – so:
stomasyaivaitad yogaḥ
dies ist das Anspannen des Stoma.
kadā cana starīr asīti
„Niemals bist du unfruchtbar“ – so:
etad dha vā āruṇir uvāca
Dies sagte Āruṇi:
na tāvad rātrīm̐ staryam uvasa yāvad etām ṛcam aśṛṇavam iti
„Ich habe die Nacht nicht unfruchtbar [d.h. schlaflos, ohne Wirkung?] verbracht, solange ich diesen Vers gehört habe [?].“
na rātrīm̐ staryaṃ vasati ya evaṃ veda
Nicht unfruchtbar verbringt die Nacht, wer dies weiß [?].
gāyatro vā agnis
Agni ist nämlich der Gāyatra[-Art];
gāyatracchandās taṃ chandasā vyardhayati
er hat Gāyatrī-Metrum; den bringt er mit dem Metrum aus dem Gleichgewicht,
yad vicchandobhir upatiṣṭhate
wenn man mit [verschieden]metrigen Versen begrüßt.
yad eṣā gāyatry uttamā
Dass diese Gāyatrī die letzte ist,
svenaivainaṃ chandasā samardhayati
damit stattet er ihn mit seinem eigenen Metrum aus.
sarvaṃ vā eṣa āptvā sarvam avarudhya svargaṃ lokam eti yo 'gnim upatiṣṭhate vy asya prajā chidyate
Wer das Feuer begrüßt, erlangt alles, gewinnt alles und geht zur himmlischen Welt; [sonst] wird ihm die Nachkommenschaft zerschnitten (abgeschnitten).
yat putraṃ hvayati
Dass er den Sohn ruft [?],
prajām evānusaṃtanoti
damit spinnt er die Nachkommenschaft fort.
mānuṣam iva vā etad upāvartate
Dies wendet sich gleichsam dem Menschlichen zu,
yat putraṃ hvayati acchinno daivyas tantur mā manuṣyaś chedīti
dass er den Sohn ruft: „Ungeschnitten sei der göttliche Faden; nicht soll der menschliche abgeschnitten werden“ – so.
devalokaṃ caiva manuṣyalokaṃ ca saṃtanoti
Die Götterwelt und die Menschenwelt verknüpft er fortlaufend;
ubhau lokā ājayati ‖
beide Welten gewinnt er.
nimrado 'sīti
„Du bist der Niederdrücker [?]“ – so:
ava taṃ gṛhṇāti yo 'sya paścād bhrātṛvyas
den ergreift er nieder, der ihm als Rivale nachfolgt.
abhibhūr asīti
„Du bist der Überwältiger“ – so:
abhi taṃ bhavati ya enena sadṛṅ
den überwältigt er, der ihm gleich ist.
prabhūr asi prāhaṃ tam atibhūyāsam iti
„Du bist der Übermächtige; ich möge den weit übertreffen“ – so:
ati taṃ krāmati ya evainaṃ pūrvo 'tikrānto bhrātṛvyaḥ
den überschreitet er, der Rivale, der ihn vorher überschritten hat.
pūṣā mā prapathe pātu pūṣā mā paśupāḥ pātu pūṣā mādhipatiḥ pātv iti
„Pūṣan schütze mich auf dem Weg; Pūṣan als Viehhüter schütze mich; Pūṣan als Oberherr schütze mich“ – so:
iyaṃ vai pūṣā prapathe
Pūṣan ist nämlich diese (Erde) auf dem Weg;
antarikṣaṃ paśupās
der Luftraum ist der Viehhüter;
dyaur adhipatis
der Himmel ist der Oberherr;
ima evainaṃ lokāḥ pānti
diese Welten schützen ihn.
agnim̐ saminddhe
Er entzündet Agni.
anusaṃtatyai
Zur fortlaufenden Verbindung.
prācī dig agnir devateti
„Die östliche Richtung, Agni die Gottheit“ – so:
etā eva sa devatā ṛtvā parābhavati ya enam etābhyo digbhyo 'bhidāsati
diese Gottheiten, nachdem er zu ihnen gegangen ist, vernichten den, der ihn aus diesen Richtungen bedrängt.
jyotiṣe tantava āśiṣam āśāsa iti
„Für das Licht, für die Fäden erflehe ich Segen“ – so:
āśiṣam evāśāste
einen Segen erfleht er.
yo 'sya priyaḥ putras syāt tasya nāma gṛhṇīyāt
Wer ihm ein lieber Sohn wäre, dessen Namen soll er nennen (ergreifen).
tasminn eva tā āśiṣo dadhāti ‖
In ihn legt er diese Segenswünsche hinein.