Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 7

Anuvāka 8 Brāhmaṇa: Deutung der Verse „saṃ paśyāmi“, „upa tvāgne“ und weiterer Begrüßungsverse; die Verse dienen den zahmen Tieren und dem Gārhapatya-Feuer.

saṃ paśyāmi prajā aham iti

„Ich überblicke die Nachkommenschaft“ – so:

sarvā eva prajā avarunddhe

alle Geschöpfe gewinnt er für sich.

iḍaprajaso mānavīr iti

„Die Iḍā-Nachkommen, die Menschlichen“ – so:

aiḍīr hi prajā mānavīs

denn die Geschöpfe sind Iḍā-Abkömmlinge, Menschliche [?].

ye ca vai grāmyāḥ paśavo ye cāraṇyās ta ubhaye naktam̐ sam̐sṛjyante

Die zahmen Tiere und die wilden mischen sich nachts beide.

tasmād api ye 'lpāḥ paśavas te naktam̐ bahava iva dṛśyante

Deshalb erscheinen auch die wenigen Tiere nachts gleichsam zahlreich.

ta īśvarā amuṃ lokam anupadas

Sie vermöchten in jene Welt zu gelangen [?],

yad etad yajur vadati

was dieser Opferspruch da ausspricht:

asminn evainām̐l loke yacchati

in dieser Welt hier hält er sie fest.

agnir vā etasyāsmiṃl loke 'gre jāyate

Agni wird nämlich diesem in dieser Welt zuerst geboren;

ya āhitāgnis so 'sya paśūn upajāyamānān hinasti

der Feuer-Aufsteller, der schädigt ihm seine Tiere, während sie geboren werden.

upa tvāgne divediva iti

„Zu dir, Agni, Tag für Tag“ – so:

upaivainaṃ jāyamānebhyaś śamayati

damit besänftigt er ihn gegenüber den Geborenwerdenden.

doṣāvastar dhiyā vayaṃ namo bharanta emasīti

„Abends und morgens mit Andacht, Verneigung darbringend, kommen wir“ – so:

namasvatyopāsthita

mit dem Verneigungsvers hat er begrüßt.

rājantam adhvarāṇāṃ gopām ṛtasya dīdivim |

Den Herrschenden über die Opferhandlungen, den Hüter der Wahrheit, den Leuchtenden,

vardhamānaṃ sve dama iti

den in seinem eigenen Haus Wachsenden – so:

vṛdhadvatyā

mit dem Vers, der „Wachsen“ enthält.

sa naḥ piteva sūnave 'gne sūpāyano bhava

Er, wie ein Vater seinem Sohn, o Agni, sei uns leicht zugänglich;

sacasvā nas svastaya iti

sei uns beigesellt zum Wohlergehen – so:

svastimatyā

mit dem Vers, der „Wohlergehen“ enthält.

agne tvaṃ no antama iti

„Agni, du bist uns der Nächste“ – so [beginnt der Vers].

etad dha vai divodāso bhaimasenir āruṇim uvāca

Dies sagte Divodāsa, der Bhaimaseni, zu Āruṇi:

agnim ādadhivām̐sam udgātaḥ kena gārhapatya upastheya iti

„Udgātṛ, wenn einer das Feuer aufgestellt hat, womit ist das Gārhapatya[-Feuer] zu begrüßen?“

tasmai haitā uvāca

Diesem nannte er nun diese [Verse].

sa hovācābhir upastheyo 'gne tvaṃ no antama uta trātā śivo bhavā varūthya iti

Er sagte: „Mit diesen ist zu begrüßen: ‚Agni, du bist uns der Nächste und auch Retter; sei gnädig, unser Schutz‘.“

eṣā vā agneḥ priyā tanūr yā varūthyā

Dies ist nämlich Agnis liebe Gestalt, nämlich die „Schutz“-Strophe.

priyayaivainaṃ tanvopāsthita

Mit der lieben Gestalt hat er ihn begrüßt.

gṛhā gārhapatyas

die Häuser [gehören zum] Gārhapatya;

gṛheṣv eva pratitiṣṭhati

in den Häusern also steht er fest.

tisraḥ pūrvāś catasra etās

Drei [Verse] sind die früheren, vier diese;

sapta grāmyāḥ paśavas

sieben sind die zahmen Tiere;

ūrjā vaḥ paśyāmy ūrjā mā paśyateti

„Mit Nahrungskraft sehe ich euch an; mit Nahrungskraft seht mich an“ – so:

ūrjam eva gṛheṣu paśuṣv ātman dhatte

Nahrungskraft legt er in die Häuser, in das Vieh, in sich selbst.

atho yā amūr iṣṭakā upadhatte tā evaitat kalpayati

Und die Ziegel, die er da hinlegt – diese richtet er damit her.

iḍās stha madhukṛta iti

„Iḍās seid ihr, Honigbereiterinnen“ – so:

iḍā hy etā madhukṛtas

denn diese sind Iḍā, Honigbereiterinnen;

syonā māviśateraṃmada iti

„angenehm, tretet zu mir ein, ihr Genügendes-Erfreuenden“ – so:

syonā hy etā irayā sahāviśanti

denn angenehm treten diese mit der Iḍā ein.

mayi vo rāyaś śrayantām̐ sahasrapoṣaṃ vaḥ puṣeyam iti

„In mir sollen sich eure Reichtümer niederlassen; tausendfältiges Gedeihen möge ich an euch gedeihen lassen“ – so:

sāhasrīm eva puṣṭiṃ nyaṅkte

tausendfältiges Gedeihen eignet er sich an [?].

vatsanikāntāḥ paśavaḥ

Das Vieh hängt am Kalb.

paśūnām anukśātyai

Zum Herbeirufen [?] des Viehs;

abhikā enaṃ paśavo bhavanti

zugetan werden ihm die Tiere.

atho iṣṭakām evaitāṃ gārhapatya upadhatte ‖

Und diesen Ziegel legt er auf das Gārhapatya hin.