Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 7

Anuvāka 15 Aditi kocht den Reisbrei um Nachkommen, die Ādityas entstehen; Deutung der Kochung, der Brennhölzer, des Ghee und der Zeitpunkt des Feueranlegens.

aditir vai prajākāmaudanam apacat

Aditi, die sich Nachkommen wünschte, kochte einen Reisbrei.

tasyocchiṣṭam āśnāt

Von dessen Rest aß sie.

tata ādityā ajāyanta

daraus wurden die Ādityas geboren.

ya eṣa odanaḥ pacyata ārambhaṇam evaitat kriyate

Dass dieser Reisbrei gekocht wird, das wird als ein Ansatzpunkt (ārambhaṇa) gemacht;

ākramaṇam eva

ebenso als ein Tritt (zum Aufstieg).

prādeśamātrīs samidho bhavanti

Die Brennhölzer sind spannenlang;

etāvān hy ātmā prajāpatinā saṃmitas

denn so groß ist der Leib (ātman), der von Prajāpati bemessen ist.

agner vai yā yajñiyā tanūr aśvatthe tayā samagacchata

Die für das Opfer taugliche Gestalt Agnis, mit der vereinigte er sich im Aśvattha-Baum.

eṣāsya ghṛtyā tanūr yad ghṛtam

Dies aber ist seine Ghee-Gestalt, nämlich das Ghee.

yad ghṛtena samidho 'nakti

Dass er die Brennhölzer mit Ghee salbt,

tābhyām evainaṃ tanūbhyām̐ saṃgamayati

damit bringt er ihn (Agni) mit diesen beiden Gestalten zusammen.

nirmārgasyādadhāti

Er legt (das Holz) vom Abgestreiften auf.

apagūrtyā vai vīryaṃ kriyate

Durch Abwehr [?] wird Manneskraft erzeugt;

yan nirmārgasyādadhāti

dass er vom Abgestreiften auflegt,

apagūrtyā eva

das geschieht eben durch Abwehr [?].

saṃvatsaro vai prajananam

Das Jahr ist die Zeugung;

yat purā saṃvatsarād agnau samidha ādadhāti

dass er vor Ablauf des Jahres Brennhölzer in das Feuer legt,

prajananād evainaṃ prajanayitā prajanayati

daraus lässt ihn der Erzeuger aus der Zeugung heraus zeugen.

abhaktartur vai puruṣas

Der Mensch hat keinen Anteil an der (rechten) Jahreszeit;

na hi tad veda yam ṛtum abhijāyate yan nakṣatram

denn er weiß nicht, in welcher Jahreszeit er geboren wird, unter welchem Gestirn (nakṣatra).

yat samidha ādadhāti

Dass er Brennhölzer auflegt,

ya evāsyartur yan nakṣatraṃ tad āpnoti

damit erreicht er eben seine Jahreszeit und sein Gestirn.

ya eṣa odanaḥ pacyate

Dass dieser Reisbrei gekocht wird,

yonir evaiṣa kriyate

damit wird dieser gewissermaßen zum Schoß gemacht.

yat samidha ādhīyante

Dass die Brennhölzer aufgelegt werden,

saṃvatsare vai reto hitaṃ prajāyate

Im Jahr wird der eingelegte Same geboren.

yat saṃvatsare paryete 'gnim ādhatte

Dass er, wenn das Jahr um ist, das Feuer anlegt,

prajātam evainam ādhatte

legt er ihn eben als bereits Geborenen an.

dvādaśasu rātrīṣu purādheyās

Vor dem Anlegen (soll man es tun) in zwölf Nächten;

tā hi saṃvatsarasya pratimā

denn diese sind das Abbild des Jahres.

atho tisṛṣv atho dvayor atho pūrvedyur

Oder in drei, oder in zwei, oder am Vortag;

ādheyās tv evāgnim ādadhānena

doch soll der, der das Feuer anlegt, es (nur) zur rechten Anlegezeit anlegen [?].

ādityā vā ita uttamā amuṃ lokam āyan

Die Ādityas gingen als letzte von hier zu jener Welt.

ta iyakṣamāṇaṃ pratinudante

diese stoßen den, der opfern will, zurück.

uccheṣaṇabhāgā vā ādityās

Die Ādityas haben den Rest zum Anteil.

yad ucchiṣṭena samidho 'nakti

Dass er die Brennhölzer mit dem Rest salbt,

tebhya eva prāvocata

damit hat er ihnen ihren Anteil zugesprochen [?].

tebhya eva procya svargaṃ lokam ārohati ‖

Nachdem er es ihnen zugesprochen hat, steigt er zur Himmelswelt empor.