Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 7

Anuvāka 11 Brāhmaṇa: Wenn der Opferherr verreist, begrüßt er den Āhavanīya-Feuer mit den Schutzformeln für Besitz, Nachkommenschaft, Häuser und Speise und stellt sie so unter Agnis Obhut.

dhanaṃ me śam̐sya pāhi tan me gopāyeti pravatsyann āhavanīyam upatiṣṭheta

„Meinen Besitz sprich aus und schütze ihn; den hüte mir“ – so soll der, der verreisen wird, das Āhavanīya[-Feuer] begrüßen.

dhanasya vā eṣa goptā

Dieser ist nämlich Hüter des Besitzes;

tad evāsmai paridadāti

ihm übergibt er diesen zur Obhut.

mama nāma prathamaṃ jātaveda iti

„Meinen Namen, Jātavedas, zuerst“ – so:

agninaivaitat tanvaṃ viparidhatte

durch Agni legt er seinen Leib um (kleidet ihn) [?].

yathānte sato 'gnihotram̐ hutaṃ yatheṣṭam evam asyāpi pravasato bhavati

Wie dem in der Nähe Weilenden das Agnihotra nach Wunsch dargebracht ist, so ist es auch ihm, wenn er verreist.

prajāṃ me narya pāhi tāṃ me gopāyeti

„Meine Nachkommenschaft, o Mannhafter, schütze; die hüte mir“ – so:

prajāyā vā eṣa goptā

dieser ist nämlich Hüter der Nachkommenschaft;

tām evāsmai paridadāti

diese übergibt er ihm zur Obhut.

imān me mitrāvaruṇau gṛhān gopāyataṃ yuvam iti

„Diese meine Häuser hütet, Mitra und Varuṇa, ihr beiden“ – so:

mitreṇa ca vā imāḥ prajā guptāḥ krūreṇa ca

Durch Mitra und durch den Grimmigen (Varuṇa) sind diese Geschöpfe behütet;

mitraṃ mitraḥ krūraṃ varuṇa iyaṃ pūṣā

das Freundliche ist Mitra, das Grimmige Varuṇa, Pūṣan ist diese (Erde).

etābhya eva devatābhyo gṛhān paridadāti

Diesen Gottheiten übergibt er die Häuser zur Obhut.

annaṃ me purīṣya pāhi tan me gopāyeti

„Meine Speise, Purīṣya, schütze; die hüte mir“ – so:

annasya vā eṣa goptā

dieser ist nämlich Hüter der Speise;

tad evāsmai paridadāti

ihm übergibt er diese zur Obhut.

dhanaṃ me śam̐syājugupas tan me punar dehīti

„Meinen Besitz, den ausgesprochenen, hast du gehütet; den gib mir wieder“ – so:

dhanam eva guptaṃ punar ātman dhatte

den behüteten Besitz legt er wieder in sich.

agne sahasrākṣa śatamūrdhañ chatateja iti

„Agni, Tausendäugiger, Hunderthäuptiger, Hundertglänziger“ – so:

etair vā etau vyṛdhyete vipravasantau prāṇair apānais tejobhir vīryais

Von diesen [Dingen] kommen beide [Opferherr und Frau?] ins Wanken, wenn sie verreisen: von Aushauchen, Einhauchen, Glanzkräften, Heldenkräften.

yad etair upatiṣṭhate

Dass er mit diesen begrüßt,

tair eva samṛdhyete

dadurch gedeihen beide eben mit ihnen.

mama ca nāma tava ca jātaveda iti

„Meinen Namen und deinen, Jātavedas“ – so:

agninaivaitat tanvaṃ yathāyathaṃ kurute

mit Agni richtet er seinen Leib (Person) je nach Gebühr zu.

prajāṃ me naryājugupas tāṃ me punar dehīti

„Meine Nachkommenschaft, o Mannhafter, hast du gehütet; die gib mir wieder“ – so:

prajām eva guptāṃ punar ātman dhatte

die behütete Nachkommenschaft legt er wieder in sich.

agne gṛhapata iti

„Agni, Hausherr“ – so [beginnt der Spruch];

nārtim ārchato 'gniś ca yajamānaś ca na bhreṣaṃ nītas

Agni und der Opferherr geraten nicht in Not, werden nicht in Wanken (Straucheln) geführt [?].

annaṃ me purīṣyājugupas tan me punar dehīti

„Meine Speise, Purīṣya, hast du gehütet; die gib mir wieder“ – so:

annam eva guptaṃ punar ātman dhatte ‖

die behütete Speise legt er wieder in sich.