agnīṣomīyayā pūrvapakṣa upatiṣṭheta
Mit dem Agnīṣoma-Vers soll er in der ersten (zunehmenden) Monatshälfte [das Feuer] begrüßen.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 7
agnīṣomīyayā pūrvapakṣa upatiṣṭheta
Mit dem Agnīṣoma-Vers soll er in der ersten (zunehmenden) Monatshälfte [das Feuer] begrüßen.
agnīṣomayor vā etad bhāgadheyaṃ yat paurṇamāsam
Das Vollmondsopfer ist nämlich der Anteil von Agni und Soma.
tābhyām evainaṃ paridadāti
Diesen beiden übergibt er ihn (den Opferherrn/das Feuer).
tā enam anapakrāmantau gopāyatas
Die beiden hüten ihn, ohne fortzugehen.
aindrāgnyāparapakṣe
Mit dem Indrāgni-Vers in der zweiten (abnehmenden) Monatshälfte.
indrāgnyor vā etad bhāgadheyaṃ yad amāvasyā
Das Neumondsopfer ist nämlich der Anteil von Indra und Agni.
tābhyām evainaṃ paridadāti
Diesen beiden übergibt er ihn.
tā enam anapakrāmantau gopāyatas
Die beiden hüten ihn, ohne fortzugehen.
agnīṣomā evainaṃ pūrvapakṣāya paridattas
Agni und Soma übergeben ihn der ersten Monatshälfte,
indrāgnī aparapakṣāya
Indra und Agni der zweiten Monatshälfte.
saṃpradāyam̐ ha vā enaṃ devā anapakrāmanto gopāyanti ya evaṃ vidvān agnim upatiṣṭhate
Als (durch Weitergeben) Übergebenen hüten ihn die Götter, ohne fortzugehen, den, der dies wissend das Feuer begrüßt.
kasmai kam agnir upasthīyata ity āhur
Man fragt: „Wofür, für wen wird das Feuer begrüßt?“
aśitraṃ vā etad agner
Dies ist nämlich Agnis Speisung [?] (Verköstigung)
yad agnim upatiṣṭhate
– dass man das Feuer begrüßt.
agnaya evaitad aśitraṃ kriyate
Für Agni also wird dieses Essen bereitet.
sāyam upatiṣṭhate na prātas
Abends begrüßt er, nicht morgens.
tasmāt sāyam atithaye praty enaso nota tathā prātar
Deshalb (gibt man) abends dem Gast, dass man sich keine Schuld zuzieht, nicht so am Morgen [?].
yajñasyayajñasya vā āśīr asti
Zu jedem Opfer gehört nämlich ein Segenswunsch;
yad agnim upatiṣṭhate
dass er das Feuer begrüßt,
agnihotrasyaivaitām āśiṣam āśāste
damit erfleht er eben diesen Segen des Agnihotra.
prajāpatiḥ prajā asṛjata
Prajāpati schuf die Geschöpfe.
so 'gnim evāgre 'sṛjata
Er schuf zuerst Agni.
tasmā etad bhāgadheyam akalpayad yad agnyupasthānam
Für ihn richtete er diesen Anteil ein, nämlich die Begrüßung Agnis.
yad agnim upatiṣṭhate
Dass er das Feuer begrüßt,
svenaivainaṃ bhāgadheyena samardhayati
damit stattet er ihn mit seinem eigenen Anteil aus.
agnir vai prayuktim abhyakāmayata yathāśvo rathakāmyati
Agni begehrte das Angespanntwerden, wie ein Pferd nach dem Wagen verlangt [?].
yad agnim upatiṣṭhate
Dass er das Feuer begrüßt,
praivainaṃ yuṅkte kāmam asyardhnoti
spannt er ihn an und erfüllt ihm sein Verlangen.
manuṣyasyen nu yaḥ kāmam ṛdhnoti sa vasīyān bhavati
Wenn schon bei einem Menschen: wer ihm den Wunsch erfüllt, der wird besser gestellt.
ṛdhnoti vasīyān bhavati ya evaṃ vidvān agnim upatiṣṭhate
Er hat Erfolg und wird besser gestellt, wer dies wissend das Feuer begrüßt.
upeti
„Hinzu“ [sagt er, mit dem Vers upa…]:
saṃbhavaty evaitayā
damit kommt er zur Verbindung (Entstehen).
agnir mūrdheti
„Agni ist das Haupt“ – so:
reta evaitayā prasiñcati
damit gießt er Samen aus.
ubhā vām indrāgnī iti
„Euch beide, Indra und Agni“ – so:
prāṇāpānau vā indrāgnī
Indra und Agni sind Ein- und Ausatem.
prāṇāpānā evaitayā dadhāti
Ein- und Ausatem legt er damit hinein.
ayam iha prathamo dhāyīti
„Dieser wurde hier als erster gesetzt“ – so:
garbham evaitayā dadhāti
den Keim legt er damit hinein.
asya pratnām anu dyutam iti
„Dessen alten Glanz nach“ – so:
ūdha evaitayā karoti
das Euter macht er damit.
ayaṃ te yonir ṛtviya iti
„Dies ist dein zeitgerechter Schoß“ – so:
janayati caivaitayā vardhayati ca
er erzeugt damit und lässt wachsen.
kḷptā ha vā asya prajā jāyate ya evaṃ vidvān agnim upatiṣṭhate ‖
Wohlgeordnet wird ihm die Nachkommenschaft geboren, wer dies wissend das Feuer begrüßt.