gāyatrīs saṃyājyā bhavanti
Die Saṃyājyā-Verse [Anm.: Verse zum Opfer der Schlussspenden] sind Gāyatrīs.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 8
gāyatrīs saṃyājyā bhavanti
Die Saṃyājyā-Verse [Anm.: Verse zum Opfer der Schlussspenden] sind Gāyatrīs.
gāyatro vā agnir gāyatracchandās
Agni ist nämlich Gāyatra-artig, er hat das Gāyatra-Versmaß.
āgneyam etat kriyate yad agnyādheyam
Für Agni bestimmt wird dies gemacht, nämlich das Anlegen des Feuers (agnyādheya).
agnā evaitad agniḥ pratitiṣṭhann eti yad āgneyāni havīm̐ṣi
Dass die Opfergaben Agni gelten: in Agni eben tritt Agni fest hin (und) geht voran.
agnināgnis samidhyata ity uttarayor haviṣor anuvākyāṃ kuryāt
„Durch Agni wird Agni entzündet“ – diesen Vers soll er als Anuvākyā [Anm.: Einladungsvers] bei den beiden späteren Opfergaben machen,
tejasa āyatanāya
zur Stätte des Glanzes.
urvaśī vai purūravasy āsīt
Urvaśī war nämlich bei Purūravas.
sāntarvatī devān punaḥ parait
Schwanger ging sie zu den Göttern zurück.
so 'do deveṣv āyur ajāyata
Da wurde bei den Göttern jener Āyu geboren.
tām anvāgacchat
Er (Purūravas) ging ihr nach.
tāṃ punar ayācata
Er erbat sie wieder.
tām asmai na punar adadus
Sie gaben sie ihm nicht wieder zurück.
tasmā āyuṃ prāyacchann eṣa āyur iti
Sie gaben ihm den Āyu (mit den Worten): „Dies ist Āyu (Leben, Sohn).“
agniṃ cokhyam ukhāyām̐ samupyaitam ādhatsva tena prajaniṣyasa iti
Und (sie sagten): „Streue Feuer, das zum Topf (ukhā) gehört, in den Topf, dann lege es an; dadurch wirst du Nachkommen zeugen.“
sa vṛkṣasya śākhāyām agnim āsajyāyunā grāmam abhyavait
Er hängte das Feuer an einen Baumast und ging mit Āyu zum Dorf hinab.
sa punar aimīty ed vṛkṣasyāgre 'gniṃ jvalantam
Er sagte: „Ich komme wieder“ und ging (wieder), und fand am Gipfel des Baumes das Feuer lodern [?].
so 'ciked ayaṃ vāva so 'gnir iti
Er erkannte: „Dies eben ist jenes Feuer.“
tasyāraṇī ādāyāgniṃ mathitvādhatta
Er nahm dessen beide Reibhölzer (araṇī), rieb das Feuer hervor und legte es an.
tena prājāyata
Dadurch pflanzte er sich fort.
yad ārohasyāraṇī bhavataḥ
Dass die beiden Reibhölzer vom Āroha-Holz [?] sind,
prajananāya
(dient) der Zeugung.
adityai ghṛte carum amāvasyāyāṃ paśukāmo 'nunirvapet
Wer Vieh wünscht, soll für Aditi einen Brei (caru) in Schmelzbutter am Neumond nachträglich ausschütten.
iyam aditis
Diese (Erde) ist Aditi.
asyām adhi paśavaḥ prajāyante
Auf ihr werden die Tiere geboren.
yajñamukham agnyādheyam
Das Anlegen des Feuers ist der Mund des Opfers.
yajñamukham evālabhya paśūn avarunddhe
Den Mund des Opfers eben ergreifend gewinnt er Vieh.
cātuṣprāśyo bhavati
Er (der Brei) ist von vier zu verzehren [?].
ācaturam̐ hīme paśavas
Denn diese Tiere sind bis zu vieren [?].
dvandvaṃ mithunās
Paarweise sind sie Paare [?].
te vīryakṛtas
Sie sind Wirker der Manneskraft.
agnīṣomīyam ekādaśakapālaṃ pūrṇamāse 'nunirvapet
Einen Opferkuchen auf elf Schalen für Agni und Soma soll er zum Vollmond nachträglich ausschütten.
āgneyo vai brāhmaṇas
Der Brāhmaṇa gehört nämlich Agni.
devatayā somarājā
Der Gottheit nach hat er Soma zum König.
yajñamukham agnyādheyam
Das Anlegen des Feuers ist der Mund des Opfers.
yajñamukham evākramya svārājyam upaiti ‖
Den Mund des Opfers eben beschreitend gelangt er zur Selbstherrschaft.
devān vai yajño nābhyanamat
Zu den Göttern neigte sich das Opfer nämlich nicht.
te 'śrāmyan
Sie mühten sich ab.
yajño no nābhinamatīti
„Das Opfer neigt sich uns nicht zu“ (dachten sie).
teṣām agnīṣomā evāgre yajño 'bhyanamat
Zu ihnen neigte sich das Opfer zuerst nur bei Agni und Soma [?].
te 'vidur
Sie erkannten:
agnīṣomau vai no 'gre yajño 'bhyanān
„Zu Agni und Soma hat sich das Opfer zuerst für uns hingeneigt [?].
tayor yajñasyābhinatim icchāmahā iti
Von den beiden wollen wir die Zuneigung des Opfers erlangen.“
te 'bruvan
Sie sprachen (zu ihnen):
yuvāṃ vai no 'gre yajño 'bhyanān
„Ihr beiden habt uns nämlich das Opfer zuerst zugeneigt [?].
yuvayor no 'dhi yajño 'bhinamatv iti
Durch euch beide möge sich uns das Opfer zuneigen.“
tā abruvatām
Die beiden sprachen:
vāryaṃ vṛṇāvahai
„Wir beide wollen eine Wunschgabe (vārya) wählen:
āvām evāgra ājyabhāgau yajān iti
Uns beide allein sollt ihr zuerst mit den beiden Ājya-Anteilen verehren.“
tasmād agnīṣomā evāgra ājyabhāgau yajanti
Deshalb verehren sie Agni und Soma zuerst mit den beiden Ājya-Anteilen.
vāryavṛtam̐ hy enayor
Denn die Wunschgabe dieser beiden ist gewählt.
yad agnīṣomīyam anunirvapati
Dass er die Gabe für Agni und Soma nachträglich ausschüttet,
yajñasyābhinatyai
(dient) der Zuneigung des Opfers.
ato hi devān agre yajño 'bhyanamat
Denn von da aus neigte sich das Opfer zuerst den Göttern zu.
yad anyad anunirvaped devatayā yajñam antardadhyāt
Wenn er eine andere nachträglich ausschütten würde, so würde er das Opfer durch die (andere) Gottheit verdecken.
mithunaṃ vā agniś ca somaś ca
Agni und Soma sind nämlich ein Paar.
somo retodhā agniḥ prajanayitā
Soma ist der Samenspender, Agni der Erzeuger.
agnir vāvedam̐ sarvam
Agni ist dieses All.
āpa oṣadhayo vanaspatayas tad eva somas
Die Wasser, Pflanzen, Bäume – eben das ist Soma.
etau vai no devānāṃ nediṣṭham
„Diese beiden sind uns von den Göttern am nächsten.
etau hi paśyāmas
Denn diese beiden sehen wir.“
yathā vā idaṃ manuṣyā upāsata evam etaṃ devā upāsata
Wie diese Menschen (Agni) verehren, so verehrten ihn die Götter.
te 'cikayur
Sie erkannten:
uddhṛtena tvā anenābhijayemeti
„Mit diesem herausgenommenen (Feuer) wollen wir siegen.“
tam udaharanta
Sie nahmen es heraus.
tenābhyajayan
Damit siegten sie.
abhijityā evaiṣa uddhriyate
Zum Sieg eben wird dies herausgenommen.
agnir vai nirādhānād abibhet
Agni fürchtete sich nämlich vor dem Entfernen (nirādhāna) [?].
nātidūra ādheyas
Nicht zu weit ist er anzulegen,
anirādhānāya ‖
damit er nicht entfernt wird [?].