Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 8

Anuvāka 2 Über die Zutaten (saṃbhāra) des Feuerbaus: Ūṣa-Erde, Kiesel, Ameisenhügelerde, vom Eber Aufgewühltes, Wasser, sowie die Brennhölzer aus Udumbara, Śamī, Aśvattha und Blitzholz.

yad vā ime vyaitāṃ yad amuṣyā yajñiyam āsīt tad imām abhyasṛjyatoṣās

Als sich diese beiden (Welten) trennten, wurde das, was von jener (Himmelswelt) opfertauglich war, auf diese (Erde) hin entlassen: die Ūṣa-Erdstücke (ūṣa, salzhaltige Erde).

yad ūṣā bhavanti

Dass es Ūṣa-Erdstücke gibt,

anayor evainaṃ yajñiya ādhatte

so legt man das Feuer eben im Opfertauglichen dieser beiden an.

prājāpatyā vā ūṣās

Dem Prajāpati gehören nämlich die Ūṣa-Erdstücke.

śvaśśvo bhūyām̐so bhavanti

Von Tag zu Tag werden sie mehr;

prajananāyaivaite

diese sind eben zur Fortpflanzung.

paśūnāṃ vā etat priyaṃ dhāma yad ūṣās

Der Tiere liebe Stätte ist nämlich dies, die Ūṣa-Erdstücke.

yad ūṣā bhavanti

Dass es Ūṣa-Erdstücke gibt,

paśūnām eva priyaṃ dhāmopāpnoti

so gewinnt er eben die liebe Stätte der Tiere.

aleled vā iyaṃ pṛthivī

Diese Erde ‚aleled‘ [?; unklare Form],

agnir mātidhakṣyatīti

„Agni wird mich verbrennen.“

haro me vineṣyatīti

„Sie wird mir die Glut wegführen.“

ārdreva hīyam āsīt

Feucht war diese gleichsam.

tāṃ devāś śarkarābhir adṛm̐ham̐s tejo 'gnā adadhur

Die Götter befestigten sie mit Kieseln und legten Glanz in Agni.

imām eva dṛm̐hati

so befestigt er eben diese (Erde);

abhimṛtā vā iyaṃ vṛtreṇa

Von Vṛtra bedrängt war nämlich diese (Erde).

vamriyas tvai tad vidur yatrāsyā jīvaṃ yajñiyam

Die Ameisen [?] kennen das, wo ihr Lebendiges, Opfertaugliches ist.

yad valmīkavapā bhavati

Dass es Ameisenhügelerde (valmīkavapā) gibt,

asyā evainaṃ jīve yajñiya ādhatte

so legt man das Feuer eben in ihrem lebendigen, opfertauglichen (Teil) an.

āpo vā idam āsan

Wasser war dies (All) zuerst,

salilam eva sa prajāpatir varāho bhūtvopanyamajjat

nur Flut; jener Prajāpati tauchte als Eber unter.

tasya yāvan mukham āsīt tāvatīṃ mṛdam udaharat

So groß sein Maul war, so viel Erde brachte er herauf.

yad varāhavihataṃ bhavati

Dass es vom Eber Aufgewühltes gibt,

asyām evainaṃ pratyakṣam ādhatte

so legt man das Feuer eben auf ihr sichtbar an.

varāho vā asyām annaṃ paśyati

Der Eber sieht nämlich auf ihr Nahrung;

yad varāhavihataṃ bhavati

Dass es vom Eber Aufgewühltes gibt,

yat tad ādatta tad aditis

Was er (an sich) nahm (ādatta), das ist Aditi;

yad aprathata tat pṛthivī

was sich ausbreitete (aprathata), das ist Pṛthivī;

yad abhavat tad bhūmis

was entstand (abhavat), das ist Bhūmi.

yad varāhavihataṃ bhavati

Dass es vom Eber Aufgewühltes gibt,

prathata eva prajayā paśubhis

so breitet er sich eben aus an Nachkommenschaft und Vieh.

nānā vai paśūnām annāny anyad gor annam anyad aśvasyānyad avyā anyad ajāyā anyat puruṣasyāpo 'nnam

Verschieden ist nämlich der Tiere Nahrung: eine andere die des Rindes, eine andere die des Pferdes, eine andere die des Schafes, eine andere die der Ziege, eine andere die des Menschen; das Wasser ist Nahrung.

yāvad evānnaṃ tad avarunddhe

so gewinnt er eben so viel Nahrung.

pañcaite saṃbhārāḥ

Fünf sind diese Zutaten (saṃbhāra).

pañca vai puruṣe vīryāṇi

Fünf Heldenkräfte gibt es nämlich im Mann.

karoty anayā vīryaṃ karoty anayā karoty anena

Mit dieser vollbringt er Heldenkraft, mit dieser vollbringt er, mit diesem vollbringt er.

yāvad eva vīryaṃ tad āpnoti tat spṛṇoti

So viel Heldenkraft eben gewinnt er, diese erfüllt er.

pañcaite saṃbhārāḥ

Fünf sind diese Zutaten.

pāṅkto yajñas

Fünffach (pāṅkta) ist das Opfer;

yajñam evāvarunddhe ‖

das Opfer gewinnt er eben.

na vā ṛta ūrjo 'nnaṃ dhinoti

Nicht ohne Nahrungskraft (ūrj) sättigt die Nahrung.

yad audumbarāṇi bhavanti

Dass (die Brennhölzer) aus Udumbara sind,

anna evorjaṃ dadhāti

so legt er in die Nahrung die Kraft.

agniṃ vai sṛṣṭaṃ prajāpatis tam̐ śamyāgre samainddha

Agni, als er geschaffen war, den entzündete Prajāpati zuerst mit einem Śamī(-Zweig).

yac chamīmayāni bhavanti

Dass sie aus Śamī sind,

svayaivainam̐ samidhā saminddhe

so entzündet er ihn mit dessen eigenem Brennholz.

aśvo vai bhūtvāgnir devebhyo 'pākrāmat

Agni entwich als Ross den Göttern.

sa yatrātiṣṭhat tad aśvatthas samabhavat

Wo er stehen blieb, da entstand der Aśvattha.

tad aśvatthasyāśvatthatvam

Darin liegt des Aśvattha Aśvattha-Sein.

yad āśvatthāni bhavanti

Dass (Brennhölzer) vom Aśvattha da sind,

yad evāsya tatra nyaktaṃ tat tais saṃbharati

so trägt er mit diesen zusammen, was von ihm dort hingelegt [?] ist.

agnir vai manuṣyair devebhyo 'pākrāmat

Agni entwich mit den Menschen den Göttern [?].

taṃ devā amanyantāyaṃ vāvedaṃ bhaviṣyatīti

Die Götter meinten von ihm: „Dieser wird gewiss dies (alles) werden.“

tasya marutas stanayitnunā hṛdayam ācchindan

Da schlugen ihm die Maruts mit dem Donner das Herz heraus.

sā divyāśanir abhavat

Dieses wurde der himmlische Blitz (aśani).

yad vṛkṣasyāśanihatasya bhavati

Was es von einem vom Blitz getroffenen Baum gibt,

yad evāsya tatra nyaktaṃ tat tais saṃbharati

so trägt er mit diesen zusammen, was von ihm dort hingelegt [?] ist.

parṇamayāni pañcathāni bhavanti

Aus Blättern gefertigt, zu fünft [?], sind sie,

pāṅkta tvāya ‖

zur Fünffachheit (pāṅktatva).